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Oberösterreich

Home-Invasion in Wels: 26-Jähriger bekannte sich nur teilweise schuldig

Von nachrichten.at/apa   19. November 2019 16:58 Uhr

OBER…STERREICH: PROZESS GEGEN MUTMASSLICHEN AUFTRAGGEBER VON HOME-INVASION
Ein 26-Jähriger bekannte sich teilweise schuldig.

LINZ/WELS. Der mutmaßliche Drahtzieher einer brutalen Home-Invasion in Wels hat sich am Dienstag in Linz vor einem Geschworenengericht verantworten müssen. Ein Urteil ist erst im Dezember zu erwarten.

 

Am ersten Prozesstag kam neben dem Angeklagten auch einer der Ausführenden des Coups zu Wort. Opfer des Coups waren ein Krypto-Trader und seine Lebensgefährtin samt ihrer neun Monate alten Tochter, die OÖN haben ausführlich berichtet.

Das passierte am 19. Juni 2018:

Am 19. Juni 2018 läuteten die Täter bei der Familie, gaben sich als Paketzusteller aus und verschafften sich so Zutritt zur Wohnung. Der Mann und die Frau wurden gefesselt und immer wieder bedroht - unter anderem damit, dass man ihnen und der kleinen Tochter, die ebenfalls in der Wohnung war, etwas antun werde. Die Räuber verlangten u.a. die Zugangscodes zu diversen Online-Börsen. Erst nach mehr als einer Stunde zogen sie ab - mit Wertgegenständen um rund 7.500 Euro und ca. 133.000 Euro an Kryptogeld im Gepäck - und ließen das Paar gefesselt zurück. Die fünf Ausführenden wurden bereits rechtskräftig schuldig gesprochen und zu teilweise langen Haftstrafen verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft legt dem nun angeklagten 26-Jährigen zur Last, den Chef der ausführenden Gruppe beauftragt und die Tat mit ihm geplant zu haben. Er soll diesen Mann fürs Grobe auch mit seinem besten Freund in Kontakt gebracht haben, der am Tatort das Wegtransferieren der Krypto-Beute übernommen hat. Auch der Laptop, mit dem dies bewerkstelligt wurde, soll von dem 26-Jährigen stammen.

Der langjährige Freund des Angeklagten hatte offenbar bei einem Krypto-Investment Geld in der Größenordnung von 20.000 bis 30.000 Euro verloren und sich betrogen gefühlt. Unklar ist, was das Opfer damit zu tun hatte: Laut Staatsanwaltschaft nichts, der Freund mit den Verlusten sieht den Trader gemäß seiner Aussage auch nicht als den Schuldigen an. Der Angeklagte berichtete hingegen, dass sein Freund das Opfer für seine Schulden sehr wohl verantwortlich gemacht und sich über dessen auf Instagram zur Schau gestellten Reichtum geärgert habe.

Angeklagter teilweise geständig

Der 26-Jährige gibt zu, den Chef der ausführenden Truppe rekrutiert zu haben. Die Idee sei gewesen, dass dieser "mit Verstärkung" - mit Leuten, "die dicke Muskeln haben und böse schauen" - bei dem Trader auftauchen und diesem klarmachen sollte, dass er das Geld zurückzahlen müsse. "Er wollte eine Nötigung" zum Schuldeneintreiben und habe maximal damit gerechnet, "dass dort die Fäuste fliegen", sagte die Verteidigerin.

Allerdings lief die Sache offenbar aus dem Ruder: Der Rädelsführer soll dem Angeklagten erzählt haben, dass es "etwas heftiger zugegangen ist", berichtete der Beschuldigte vor Gericht. Zudem sei bei dem Opfer "so viel Geld gewesen, dass er sich auch selbst welches genommen hat". Das habe er vorher nicht für möglich gehalten, so der 26-Jährige.

Der Staatsanwalt glaubt, dass es von Anfang an nicht ums Eintreiben von Schulden ging. Er geht vielmehr davon aus, dass dem Opfer sein Instagram-Profil "zum Verhängnis wurde", wo sich der Mann als erfolgreicher Kryptotrader, der es zu Reichtum gebracht hat, darstellte.

Prozess geht am 3. Dezember weiter

Ein Urteil war für Dienstag nicht vorgesehen. Der Prozess soll am 3. Dezember fortgesetzt werden, u.a. mit der Zeugeneinvernahme des Opfers. Ob an diesem Tag ein Urteil gesprochen wird, war nicht sicher. Dem Angeklagten drohen im Fall einer Verurteilung als Bestimmungstäter zehn bis 20 Jahre Haft wegen erpresserischer Entführung, schwerer Erpressung und schweren Raubes.

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