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Oberösterreich

Gewässer erwärmen sich schneller als erwartet

Von msc   09. August 2019 00:04 Uhr

Gewässer erwärmen sich schneller als erwartet
Der Kremsfluss: Die Wassertemperatur stieg seit 1980 sukzessive an.

LINZ. Eine Prognose aus dem Jahr 2009 sei bereits überschritten, so Umweltlandesrat Rudi Anschober.

Die Fließgewässer in Oberösterreich würden sich noch einmal schneller erwärmen als erwartet. Die im Jahr 2009 berechnete Prognose für 2020 habe man bereits überschritten, sagte Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) gestern bei einer Pressekonferenz.

So besagt eine vom Institut für Gewässerökologie, Fischereibiologie und Seenkunde in Scharfling am Mondsee erstellte Studie, dass die Temperaturen seit 1980 relativ konstant zugenommen haben. Zum Vergleich: Zwischen 1880 und 1980 wurde kein Temperaturanstieg gemessen. Von 1984 bis 2015 stieg die Temperatur in den Fließgewässern im Schnitt um insgesamt rund 1,33 Grad Celsius. Während bei der aktuellen Studie 92 Prozent der Messstellen einen signifikant positiven Temperaturtrend zwischen 1984 und 2015 aufwiesen, war dies bei der gleichen Studie im Jahr 2009 nur bei 55 Prozent der Fall.

Video: Der Klimawandel hat spürbare Auswirkungen auf Oberösterreichs Gewässer. Rudi Anschober (Grüne) fordert einen Klima-Plan.

"Bereits 2020 ist in weiten Teilen Oberösterreichs mit Wassertemperaturen zu rechnen, die über zwei Grad höher liegen als noch vor 40 Jahren", sagt Stefan Schneiderbauer, Wasserexperte vom Land Oberösterreich. Noch schneller als die Flüsse erwärmen sich die Seen. Ihre große Oberfläche und die mangelnde Ufervegetation machen sie zur idealen Angriffsfläche für Sonneneinstrahlung.

Folgen hat die Erwärmung für kälteliebende Fische. Für Forellen und Äschen sind Wassertemperaturen über 25 Grad Celsius bedrohlich. Als kurzfristige Maßnahme, wie man die Erwärmung bremsen könnte, nannte Franz Überwimmer vom Wasserwirtschaftlichen Planungsorgan die Beschattung der Gewässer – perfekt sei ein Kronenschutz, also wenn die Bäume an beiden Seiten der Gewässer zusammenwachsen. Daneben sei eine Reduktion der Emissionen nötig, sagte Anschober.

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