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Oberösterreich

Gestaffelter Unterrichtsbeginn gegen überfüllte Schulbusse?

Von René Laglstorfer und Alfons Krieglsteiner  24. September 2020 06:30 Uhr

Gestaffelter Unterrichtsbeginn gegen überfüllte Schulbusse?
Zu viele Schüler in zu wenigen Bussen lösen derzeit viel Kritik aus.

LINZ / STEINBACH. Neuer Vorschlag von Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FP), Bildungsdirektion Oberösterreich reagiert reserviert

In der Debatte um überfüllte Schulbusse schlägt Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FP) nun einen zeitlich gestaffelten Unterrichtsbeginn "zumindest für Oberstufenschüler" vor. "Ohne Mithilfe der Schulen und Ausbildungszentren ist es nicht möglich, die Entflechtung der Hauptverkehrszeiten zu organisieren", sagt Steinkellner den OÖN. Nur mit zeitlich flexibleren Schulbeginnzeiten könnten die zur Verfügung stehenden Busse besser genutzt und die morgendlichen Spitzen geglättet werden. Allerdings sei das eine Frage der Schulautonomie, sagt Steinkellner.

"Während Schuljahr schwierig"

Gestern Vormittag kontaktierte das Verkehrsressort die Bildungsdirektion Oberösterreich (BD OÖ) mit dem Vorschlag. Dort reagiert man reserviert. "Eine Änderung der Stundenpläne im laufenden Schuljahr wäre für die Schulen ein massiver Eingriff mit einem hohen Organisationsaufwand, der große Änderungen für tausende Lehrer sowie abertausende Schüler und Familien nach sich ziehen würde", sagte Melanie Öttl, Leiterin des Präsidialbereichs in der BD OÖ, den OÖNachrichten.

Eine rechtliche Grundlage, dass Bildungsdirektion oder -ministerium einen gestaffelten Unterrichtsbeginn zentral anordnen können, gebe es derzeit nicht. Deshalb prüft die BD gerade, ob die Schulen im Rahmen ihrer Autonomie einen späteren Schulbeginn in einem laufenden Schuljahr überhaupt beschließen dürfen. "Seit Juni arbeiten wir an Coronamaßnahmen. Es ist schade, dass uns der Verkehrsverbund nicht über den Sommer mit diesem Thema kontaktiert hat", sagte Öttl. Verkehrslandesrat Steinkellner sagte, er habe bereits im Mai mit der für Bildung zuständigen LH-Stv. Christine Haberlander (VP) über die Schulbusproblematik gesprochen und neue Bundesvorgaben gefordert. "Wir bemühen uns um Verstärkerfahrten, wo es nur möglich ist. Aber uns sind die Hände gebunden, wir können keinen Rechtsbruch begehen", sagte Steinkellner.

Die Klagen von Eltern über die untragbare Situation in den Schulbussen nehmen kein Ende. Gestern meldete sich eine Mutter von zwei Schulkindern aus Steinbach am Attersee: "Um 6.39 Uhr fährt der einzige Bus von Steinbach nach Vöcklabruck, der ist schon in Weyregg voll", sagte Edith Daxner. Der Sicherheitsabstand lasse sich nicht einhalten, "und viele tragen auch keine Maske". Wer den einzigen Bus versäume oder gar nicht mitgenommen werde, stehe eine Stunde an der Haltestelle. "Beim Verkehrsverbund heißt es, die Kinder sollen halt den Bus um 6.15 Uhr nehmen." Niemand verstehe, "warum man keine kleineren Zusatzbusse einschieben kann".

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