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Oberösterreich

"Gerade in Krisenzeiten braucht man die Ressourcen der Freiwilligen"

Von OÖN   10. Juni 2021 00:04 Uhr

"Gerade in Krisenzeiten braucht man die Ressourcen der Freiwilligen"
Die Freiwilligen des Roten Kreuzes hatten im Jahr 2020 viel zu tun.

LINZ. Mehr als drei Millionen freiwillige Stunden leisteten Mitarbeiter des Roten Kreuzes Oberösterreich im Jahr 2020. Rot-Kreuz-Präsident Aichinger zog gestern eine Bilanz

Vor zwei Jahren war ein Freizeichen noch keine Seltenheit. Sieben Leitungen hatte das Rote Kreuz Oberösterreich für seine telefonische Gesundheitsberatung mit Mitarbeitern besetzt.

Wer Bauch-, Hals- oder Kopfweh hatte und die Nummer 1450 wählte, konnte sich dort Rat holen – und die Schmerzen in den allermeisten Fällen selbst lindern.

Dann kam der März 2020. Aus der Beratungshotline wurde durch die Corona-Pandemie eine Notrufnummer. Mehr als 375.000 Anrufe gingen im Laufe des Jahres ein. Für das aufgestockte Team von rund 50 Mitarbeitern eine Mammutaufgabe.

Doch für die Freiwilligen des Roten Kreuzes war das nur der Anfang bei der Mithilfe zur Bewältigung der Gesundheitskrise. Bis dato nahmen sie 467.000 PCR-Testabstriche ab, 17.200 möglicherweise oder tatsächlich an Covid-19 erkrankte Personen wurden von ihnen ins Spital transportiert.

Pflege größte Herausforderung

6000 Mitarbeiter waren bei den Massentests im vergangenen Dezember im Einsatz, auch bei den aktuell 350.000 Impfungen im Land stehen sie mit helfender Hand zur Seite. Insgesamt leisteten die Freiwilligen im Jahr 2020 rund 3,1 Millionen Arbeitsstunden. "Dank des überdurchschnittlichen Engagements unserer großteils freiwilligen Mitarbeiter können wir die immensen Herausforderungen der Pandemie bestmöglich bewältigen", sagt Walter Aichinger, der Präsident des Roten Kreuzes Oberösterreich.

Es sei klar ersichtlich, dass "in Krisenzeiten die Ressourcen der Freiwilligen unbedingt gebraucht werden". Die Politik sei angehalten, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen und bei Entscheidungen auch die Freiwilligenorganisationen hinzuzuziehen. Das habe nicht immer funktioniert. Die größte Herausforderung nach der Krise sieht Aichinger bei der Pflege chronisch kranker und älterer Menschen. "Statistiken belegen, dass die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Oberösterreich von derzeit mehr als 80.000 bis zum Jahr 2040 auf knapp 126.000 steigen wird", sagt Aichinger.

Diese Entwicklung werde das Rote Kreuz fordern. Erfreulich sei die Mitgliederentwicklung: Im Vergleich zu 2019 stieg die Zahl der Mitglieder von 171.337 auf 178.632 an.

Rotes Kreuz in Zahlen

  • 3 Millionen Stunden leisteten die 22.240 freiwilligen Rotkreuz-Mitarbeiter 2020. Den Großteil, rund 75 Prozent, im Rettungsdienst.
  • 467.000 PCR-Testabstriche in den Drive-in-Stationen oder durch mobile Teams wurden bis zum heutigen Tag abgenommen.
  • 25.000 Einsätze verzeichneten die Notarztdienste im Jahr 2020. Die Einsätze der Notarzthubschrauber sind dabei nicht eingerechnet.
  • 55.000 Blutabnahmen führte das Rote Kreuz Oberösterreich vergangenes Jahr durch. Im Vergleich zu 2019 ist das ein Anstieg von mehr als 5000.
  • 375.000 Anrufe nahmen die Mitarbeiter der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 während der Krisenzeit im Jahr 2020 an.
  • 334.000 Stunden waren die rund 5300 Mitarbeiter der freiwilligen sozialen Dienste (Essen auf Rädern, Betreutes Reisen, Besuchsdienst) in Oberösterreich im Einsatz.
  • 7000 Mitglieder mehr als noch im Jahr 2019 verzeichnete das Rote Kreuz Oberösterreich 2020. Die Zahl stieg von 171.337 auf 178.632 an. Ihr Beitrag stärke die Kraft der Menschlichkeit, sagt Präsident Aichinger.

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