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Oberösterreich

Gefährlicher Abstieg: 25-Jährige stürzte auf Drachenwand in den Tod

Von nachrichten.at   13. August 2020 08:58 Uhr

"Der Weg zerfällt, die Gefahr ist zu groß": Drachenwand für Bergsteiger gesperrt
Viele Bergsteiger zieht es über den Klettersteig zum Gipfel. Häufig kommt es aber erst beim Abstieg zu Unfällen.

SALZKAMMERGUT. Die heimischen Bergretter stehen im Dauereinsatz: Allein am Mittwoch rückten sie zu sieben Einsätzen aus.

Am Nachmittag war eine junge Tschechin beim Abstieg von der Drachenwand in den Tod gestürzt. Die 25-Jährige hatte gegen neun Uhr gemeinsam mit 17 weiteren Landsleuten den Drachenwand-Gipfel am Mondsee über den Klettersteig bestiegen.

Auf dem Rückweg - am markierten Hirschsteig - kam es gegen 15.50 Uhr zur Tragödie: Die junge Frau rutschte aus und stürzte 50 Meter in den Saugraben ab. Die Bergretter und der Notarzt trafen kurze Zeit später an der Unglücksstelle ein, konnten aber nichts mehr für die 25-Jährige tun. Reanimationsversuche blieben erfolglos. Die verstorbene Frau wurde vom Polizeihubschrauber geborgen, das Kriseninterventionsteam kümmerte sich um ihre Gruppe.

Die Verstorbene wurde vom Team des Polizeihubschraubers mit einem Tau geborgen.

"Unfälle meist beim Abstieg"

Auf derselben Stelle ist erst im Mai ein Alpinist tödlich verunglückt: Der 40-jährige Arzt aus München hatte den Absturz über 40 Meter nicht überlebt - die OÖN haben berichtet. Im Februar war ein sechsjähriger Bub aus Prag vor den Augen seiner Mutter in den Saugraben gestürzt. "Die meisten Unfälle passieren nicht am Klettersteig, der ist ziemlich sicher, sondern beim Abstieg. Dann, wenn man mit den Gedanken schon daheim ist oder eben erschöpft ist", sagte Andreas Widlroither, Ortsstellenleiter der Bergrettung Mondsee, im OÖNplus-Interview. Ein 19-Jähriger aus Oberhofen am Irrsee überlebte den Absturz in den Saugraben mit schweren Verletzungen. Der Vorfall ereignete sich Ende Juni.

Die Unglücksstelle am Hirschsteig: Hier kamen heuer bereits drei Bergsteiger ums Leben.

Video: Ronald Meyer (ORF) berichtet vor Ort.

Wienerin von Hubschrauber gerettet

Es war am Mittwoch bereits der zweite Bergrettungseinsatz auf der beliebten Drachenwand. Zuvor hatte sich eine 37-jährige Wienerin, die gemeinsam mit ihrer 15-jährigen Tochter und ihrem gleichaltrigen Stiefsohn unterwegs war, am Klettersteig verletzt. Durch die Schmerzen und die zunehmende Erschöpfung wählte sie gegen 14 Uhr den Notruf. Die Wienerin wurde vom Notarzthubschrauber gerettet und ins Spital gebracht. Die zwei unverletzten Jugendlichen wurden von den Mondseer Bergrettern ins Tal gebracht.

Zwei Unfälle am Donnerkogel

Auch bei den Einsatzkräften im Bezirk Gmunden gingen am Mittwoch mehrere Notrufe ein: Ein deutsches Paar verirrte sich bei einer Wanderung in Gosau, eine 66-Jährige aus dem Bezirk Vöcklabruck kollabierte auf der Katrin in Bad Ischl, eine 61-Jährige aus dem Bezirk Linz-Land rutschte am Sarstein in Bad Goisern aus und auch am Donnerkogel-Klettersteig in Gosau - bekannt für seine "Himmelsleiter" - kam es zu zwei Unfällen. 

Familie bei Blitzschlag in Klettersteig verletzt
Die "Himmelsleiter"

Beim Aufstieg auf den Donnerkogel fiel eine 21-Jährige aus Deutschland ins eingehängte Klettersteigset und stürzte bis zur nächsten Zwischensicherung einige Meter ab, berichtet die Polizei. Sie zog sich dabei eine tiefe Schnittwunde und Abschürfungen zu, konnte jedoch mithilfe ihrer 23-jährigen Begleiterin selbstständig zum Notausstieg hinauf klettern und bis zur Seilbahnstation der Donnerkogelbahn absteigen. Im Tal holte sie die Rettung ab und brachte die Verletzte ins Klinikum Bad Ischl. 

Ein 44-Jähriger aus dem Bezirk Eferding hatte den Klettersteig erfolgreich geschafft. Beim Abstieg vom 2054 Meter hohen Gipfel kam er jedoch im steilen, felsigen Gelände zu Sturz. Der Bergsteiger überschlug sich mehrmals. Trotz seiner schweren Verletzungen versuchte er noch weiter abzusteigen. Nachkommende Wanderer kamen ihm schließlich zu Hilfe und begleiteten ihn bis zur Seilbahn. Auch er wurde ins Ischler Krankenhaus gebracht.

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