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Oberösterreich

Aufatmen in St. Wolfgang: Nur zwei von 401 Corona-Tests positiv

Von nachrichten.at   06. August 2020 13:15 Uhr

Leere Straßen in St. Wolfgang: Der beliebte Urlaubsort hatte zuletzt mit Stornierungen zu kämpfen. 

ST. WOLFGANG. Der Cluster am Wolfgangsee ist stabil, die strengeren Verordnungen des Landes laufen mit 9. August aus, geschlossene Lokale öffnen wieder.

Gute Nachrichten aus St. Wolfgang: Die großflächigen Testungen im Tourismus brachten ein beruhigendes Ergebnis, teilte das Land Oberösterreich am Donnerstag mit. Nach dem Corona-Ausbruch im Juli wurden die Mitarbeiter der betroffenen Betriebe am Montag und Dienstag noch einmal getestet. In Summe wurden von der AGES (Österreichische Agentur Gesundheit und Ernährungssicherheit) 401 Proben abgenommen.

Die Auswertung ergab, dass lediglich zwei neu Infizierte dazu gekommen sind. "Das bedeutet, dass der Cluster weiterhin stabil geblieben ist und keine überraschenden Entwicklungen vor Ort aufgetreten sind", werden Landeshauptmann Thomas Stelzer und seine Stellvertreterin Christine Haberlander in einer Aussendung zitiert. 

Insgesamt 107 Fälle

Die Infektionsepidemiologen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) haben das gehäufte Auftreten von SARS-CoV2-Fällen in St. Wolfgang bei Hotel-Praktikanten genau untersucht. Der wahrscheinliche Ort, an denen der Großteil der Übertragung stattgefunden hat, waren demnach zwei Nachtlokale, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung des Gesundheitsministeriums.

Es ließen sich 107 Ausbruchfälle identifizieren, darin seien vier mögliche Ausbruchsfälle inkludiert – 71 Fälle mit Wohnort in Oberösterreich, 15 mit Wohnort in Niederösterreich, zehn mit Wohnort in Salzburg, sieben mit Wohnort in Wien, zwei mit Wohnort in Burgenland und jeweils ein Fall mit Wohnort in der Steiermark und in Tirol.

Es seien insgesamt 37 Fälle bei Praktikanten von Hotel/Gastro-Betrieben und 30 beim Stamm-Personal aufgetreten, 17 Fälle bei Gästen, 16 Fälle bei Personen mit Aufenthalt in der Region und sieben Fälle als Folgefälle im familiären Setting.

"Keine internationale Verteilung"

Die Ausbreitung des Ausbruchs sei laut Gesundheitsministerium durch eine rasche Identifikation der ersten Fälle, Auffindung der Kontaktpersonen, ausgedehntes Testen zur Auffindung weiterer Fälle sowie eine rasche Implementierung der häuslichen Absonderung von Fällen und Kontaktpersonen unter Kontrolle gebracht worden. Der damals in Oberösterreich gegoltene Nasen-Mund-Schutz-Verpflichtung mag eine stärkere Virusverbreitung unter Hotelgästen verhindert haben.

Erfreulich sei, dass auch gemäß internationalem Kontakt-Tracing durch das Gesundheitsministerium bis dato noch kein Fall bei internationalen Gästen registriert worden sei. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne): "Der Cluster dürfte also - nach unserem heutigen Wissensstand - zu keinen internationalen Verteilungen geführt haben".

Verordnungen laufen aus

Aufgrund der sich stabilisierenden oberösterreichweiten Zahlen und der gleichzeitigen Stabilisierung des Clusters laufen die strengen Verordnungen des Landes für den beliebten Urlaubsort im Salzkammergut mit 9. August aus. Ab kommender Woche müssen Gäste daher kein Datenblatt bei der Ausreise mehr ausfüllen. Auch die Regelung zur vorverlegten Sperrstunde fällt: Die Lokale dürfen wieder bis ein Uhr offen halten. Ebenso öffnen die zuletzt geschlossenen Nachtlokale "13er Haus" und "W3" wieder für Gäste. 

Eine Entwicklung, die die schwer getroffenen Touristiker aufatmen lassen dürfte. Seit dem Ausbruch der Pandemie am 21. Juli bei Praktikanten eines Hotels hat man mit Stornierungen zu kämpfen. Gastronomie und Hotellerie sind genauso betroffen wie Handel, Bootsverleihe, Wasserskischulen, Berg- und Fremdenführer. Um mehr als 50 Prozent sei der Umsatz zurückgegangen, heißt es aus dem Ort. Detaillierte Zahlen liegen derzeit nicht vor.

St. Wolfgang kämpft gegen Imageschaden

Der Coronacluster mit 56 Infektionsfällen in St. Wolfgang hat dem Tourismus im Ort schwer geschadet - vor allem im August seien die Hotels kaum mehr gebucht.

"Urlaub in St. Wolfgang steht nichts mehr im Wege"

"Die erneute großflächige Testung in St. Wolfgang gibt uns die Sicherheit, dass einem Besuch oder Urlaub in St. Wolfgang nichts im Wege steht", so Stelzer und Haberlander. Mund-Nasen-Schutz bleibt weiterhin Pflicht, zudem soll auf den nötigen Sicherheitsabstand und Handhygiene geachtet werden. 

Mit Stand Donnerstag (12 Uhr) waren laut Informationen des Landes 247 Oberösterreicher mit dem Corona-Virus infiziert, die meisten davon in der Stadt Linz (77). Im Vergleich zum Vortag sind 29 neue Fälle dazu gekommen. Drei Neuinfektionen sind Reiserückkehrern zuzuordnen. Somit wurden bisher 127 Reisende positiv getestet, die in Summe 53 Folgefälle ausgelöst haben, teilte der Krisenstab am Donnerstag mit.

Im Bundesländervergleich belegt Oberösterreich den zweiten Platz. Mehr Neuinfektionen, nämlich 67, gab es nur in Wien. Bundesweit lag die Zahl der Neuinfektionen wieder im dreistelligen Bereich: 130 neue Fälle sind in den vergangenen 24 Stunden bekannt geworden

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