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Oberösterreich

"Es stellt sich endlich eine neue Normalität ein"

Von Valentin Bayer  11. Januar 2022 00:04 Uhr

"Es stellt sich endlich eine neue Normalität ein"
Direktor Gerald Kirschner sieht seine Schule gut gerüstet. Bei den Schülern ist die Pandemie ständiges Gesprächsthema.

LINZ. Routinierter Unterrichtsbeginn an Oberösterreichs Schulen, Schüler beschäftigt die unsichere Situation weiterhin

Wohin es im Sommer in den Urlaub gehen soll? Ob es wirklich klug ist, jetzt schon zu buchen? Was, wenn genau dann wieder Lockdown herrscht? Darüber unterhält sich Lea Heilborn in einer Pause am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien mit ihren Freunden. Die 16-Jährige besucht eine der siebten Klassen des Georg-von-Peuerbach-Gymnasiums in Urfahr. "Momentan geht es uns recht gut, der Schulalltag hat sich eingependelt. Es stellt sich endlich eine neue Normalität ein", sagt Lea.

Wer den Gesprächen der Jugendlichen zuhört, merkt aber schnell, dass noch nicht alles beim Alten ist. "Es tut sehr gut, in die Schule kommen zu können. Corona ist im Gespräch aber immer Thema, egal, ob man mit Lehrern spricht oder mit Mitschülern", sagt Lea. Vielen falle es nach dem Distance Learning schwer, sich längere Zeit zu konzentrieren. "Ich kann mir aber vorstellen, dass das wieder vorbeigeht. Momentan finde ich es vor allem schön, dass alles halbwegs geregelt abläuft."

Einer von 850 Tests positiv

Zufrieden mit den Abläufen beim Schulstart war gestern Herbert Kirschner, Direktor des Peuerbach-Gymnasiums. "Wir wissen von zehn Schülern, die wegen ihrer Corona-Erkrankung daheim geblieben sind, ein paar sind in Quarantäne. Bei den Antigentests, die wir in der Früh gemacht haben, war nur einer von 850 Schülern positiv", sagt Kirschner.

Nur ein sehr kleiner Teil der Schüler bleibe weiterhin freiwillig zu Hause. Das ist möglich, weil in der kürzlich verlängerten Sicherheitsphase die Präsenzpflicht ausgesetzt ist. Teil der zusätzlichen Maßnahmen ist auch, dass alle Schüler regelmäßig getestet werden – auch geimpfte und genesene. Diese Woche finden die PCR-Tests heute und am Donnerstag statt. Ab nächster Woche werden am Montag ein PCR- und ein Antigentest und am Mittwoch erneut ein PCR-Test gemacht.

Aufgrund der kürzeren Inkubationszeit der Omikron-Variante werde laut Kirschner das Infektionsgeschehen an der Schule zur Wochenmitte interessant. "Wir sind aber den Umgang mit dem Virus gewöhnt und können mit der geltenden Verordnung gut arbeiten", sagt der Direktor. Die Vorgabe, dass die ganze Klasse bei zwei neuen Fällen innerhalb von drei Tagen ins Distance Learning geht, habe sich bewährt. "Wir können von einem Tag auf den anderen umstellen. Das klappt mittlerweile problemlos", sagt Kirschner.

Er wisse um die psychische Belastung, der viele Schüler, aber auch Lehrer ausgesetzt sind, sagt Kirschner. "Daher halte ich auch die Fortsetzung der Sicherheitsphase bis zum 28. Februar für richtig. So können sich alle so sicher fühlen, wie es derzeit möglich ist. Für das Wohlbefinden der Schüler ist es auch sehr wichtig, dass sie ins Klassenzimmer kommen können."

Eine große Herausforderung seien Ansteckungen und Ausfälle bei Lehrern. "Bei uns konnten im Herbst pro Woche durchschnittlich zehn Lehrer nicht unterrichten. Das sind 200 Unterrichtsstunden, die das restliche Kollegium stemmen muss – großteils ohne zusätzliche Entschädigung", sagt Kirschner.

Im absoluten Notfall stehe auch jetzt wieder ein Pool an Lehramtsstudenten bereit, um zu unterrichten, sagt Oberösterreichs Bildungsdirektor Alfred Klampfer. "Das ist aber nur eine Notfalllösung, wenn an einer Schule sehr viele Lehrer wegfallen."

Die Rückmeldungen aus den Schulen zum gestrigen Schulstart seien sehr positiv gewesen. "Es ist alles sehr ruhig abgelaufen, die Prozesse sind ja praktisch dieselben wie vor Weihnachten", sagt Klampfer.

Daten dazu, wie viele der gestern an den Schulen durchgeführten Antigentests positiv sind, werden für morgen erwartet. Dann werden auch die Ergebnisse der PCR-Tests von heute eintreffen.

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Valentin Bayer

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