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Oberösterreich

"Es ist schwierig, diese Verordnungen zu verstehen"

Von Michael Schäfl  24. November 2021 00:04 Uhr

"Es ist schwierig, diese Verordnungen zu verstehen"
Keine Pflicht zum Präsenzunterricht: Schüler und Eltern dürfen selbst entscheiden.

LINZ. Gerade Maturaklassen stellen in Schulen im Land vermehrt auf Distance Learning um.

Heute wollte das Europagymnasium Linz-Auhof eigentlich auf Distance Learning umstellen. Dann kam die Schelte aus der Bildungsdirektion: Präsenzunterricht muss stattfinden. Wenn auch nur mit einem Schüler, wie es am Montag der Fall war.

Und dennoch wechselt Maturant Felix Zehetner und seine Klasse ab heute ins Distance Learning. Für Schularbeiten kehren die Schüler zurück. "Wir haben unseren Lehrern gesagt, dass wir daheim unterrichtet werden wollen, sie hatten nichts dagegen", sagt Zehetner. "Bei dem ganzen Chaos und der Verwirrung der letzten Tage hat sich sowieso niemand mehr ausgekannt." Unterrichtet wird die Klasse in den kommenden Wochen per Video und mit Übungsblättern. Ihre Tests und Wiederholungen wie etwa im Fach Mathematik machen sie online.

"Wütend auf die Regierung"

Auch Magdalena Hergetz ist Maturantin, sie besucht die HLW in Steyr. Und wird weiter in Präsenz unterrichtet. "Wir sind alle eigentlich sehr wütend auf die Regierung, man kann diese wichtige Entscheidung doch nicht auf uns Schüler abwälzen", sagt sie. Während ihre Klasse in der Schule bleibt, hat sich die Parallelklasse für Distance Learning entschieden, sechs Schüler waren positiv auf das Coronavirus getestet worden. Veranstaltungen wie die Praktikumstage, könnten auch digital abgehalten werden. Schüler kochen daheim, während die Lehrerin per Video zusieht und Fotos von den fertigen Gerichten erhält.

"Ganz Steyr ist ein einziger Fleckerlteppich", sagt Hergetz. So habe etwa auch die HAK auf Distance Learning umgesattelt. An der HTL Steyr stehe die Mathematikschularbeit an, den Schülern werde gesagt, dass sie die Prüfung nachschreiben könnten. "Dann würden sie den Zweittermin aber garantiert nicht schaffen", berichtet eine OÖN-Leserin.

Fünf Tage Distance Learning

Künftig sollen Klassen bundesweit ab dem zweiten Corona-Infektionsfall für mindestens fünf Tage ins Distance Learning geschickt werden. Darauf haben sich Bildungs- und Gesundheitsministerium gestern verständigt. Allerdings muss dies auch noch mit den Ländern akkordiert werden.

"Das ist eine vorsichtige Maßnahme, die der aktuellen Infektionslage angepasst ist, um weitere Ausbreitungen in der Klasse zu verhindern", sagt Bildungsminister Heinz Faßmann (VP). "Die Schule übernimmt hier die Aufgabe der Gesundheitsbehörden, die diese derzeit nicht wahrnehmen." Anna Doberer-Ilsinger ist Direktorin der Bertha-von-Suttner-Volksschule (VS 2) in Linz. Für sie bringt diese neue Regelung Klarheit. "Lange hat es geheißen, dass eine Klasse ab einem Fall in Quarantäne muss, später wurde diese Grenze auf drei Fälle aufgestockt. Es ist oft schwierig, all diese Verordnungen zu verstehen."

Viele Eltern hätten bereits Anträge gestellt, um ihre Kinder nach Hause holen zu dürfen. "70 bis 80 Prozent der Schüler sind aktuell im Präsenzunterricht", sagt Doberer-Ilsinger. Beschwerden bekomme man viele. "Aber ohne mein Team würde ich das alles nicht schaffen", sagt die Direktorin.

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Artikel von

Michael Schäfl

Redakteur Land und Leute

Michael Schäfl
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