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Empörung in der Diözese nach Identitären-Sturm

24.September 2021

Empörung in der Diözese nach Identitären-Sturm
Mehrere maskierte Männer stürmten das Pastoralamt in Linz.

Es sind erschreckende Bilder aus dem Pastoralamt der Diözese Linz. Etwa ein Dutzend maskierter junge Männer stürmten gestern mit Flugzetteln, Transparenten und einem Megaphon das Amt in der Kapuzinerstraße. Der Hausmeister rief die Polizei, bis die Beamten eintrafen, waren die vermummten Männer aber bereits wieder verschwunden. Die selbsternannten "politischen Aktivisten" gaben sich später in einer Aussendung als Teil der rechtsradikalen Identitären-Bewegung zu erkennen.

Mit ihrer Aktion wollten die Rechtsradikalen gegen ein geplantes Mahnmal am Linzer Stadtfriedhof für die ertrunkenen Flüchtlinge im Mittelmeer protestieren.

Bischof Manfred Scheuer fand nach dem Zwischenfall deutliche Worte: "Das aggressive Auftreten im Diözesanhaus und die Bedrohung von Mitarbeitern auch über Flugzettel ist nicht mehr als freie Meinungsäußerung zu betrachten, sondern auf das Schärfste zurückzuweisen. Ich unterstütze nachdrücklich die Errichtung des Mahnmals, als ein Zeichen des Respekts und der Achtung der Würde eines jeden Menschen, insbesondere jener, die auf der Flucht umgekommen sind."

Aufs Schärfste verurteilt wurde die Aktion von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Er sprach bei einer Pressekonferenz am Freitag von "widerlichen und schockierenden Vorfällen". Er lehne das ab und stehe schützend vor der Kirche, so Stelzer. Solche Attacken würden sich gegen unsere Demokratie und das friedliche Zusammenleben richten. Er hoffe, dass die Täter rasch gefasst werden und die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. "Euer Gedankengut und euer Handeln ist in keiner Weise willkommen bei uns", richtete Stelzer den Rechtsradikalen aus.

Grüne: Rechtsradikale Offensive droht

Für den Grünen Klubobmann im Landtag Severin Mayr zeigt der Zwischenfall neuerlich, dass dem Land eine rechtsradikale Offensive drohe. Das sei der nächste Baustein der Identitären für ihre Festung im Land. Er zählte zu dem Sturm auf das Pastoralamt auf: das Khevenhüller Zentrum in der Villa Hagen am Linzer Pöstlingberg, weiters die Suche nach einer Immobilie in der Landeshauptstadt, das neu bezogene Zentrum in Steyregg und die Attacke auf den bosnisch-österreichischen Kulturverein in Vöcklabruck, die den Identitären zugerechnet werde. "Oberösterreich darf nicht weiter zum Hotspot dieser Bewegung werden. Es ist die Aufgabe der Behörden, die entsprechenden Schritte einzuleiten", forderte er.

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04. Dezember 2021