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Oberösterreich

Ein Lauf-Fest, das Träume wahr werden ließ

Von Valentin Bayer und Gabriel Egger  25. Oktober 2021 00:04 Uhr

Ein Lauf-Fest, das Träume wahr werden ließ
Jubelstimmung und Endspurt in der Zielgerade am Linzer Hauptplatz

LINZ. Mehr als 8400 Sportbegeisterte wurden beim Linz-Marathon von den Jubelrufen der Zuschauer ins Ziel getragen.

Florian Ruckerbauers erster Marathon begann mitten in der Nacht. Zweimal verpasste er im Traum den Startschuss, konnte nicht einen Meter der 42,195 Kilometer hinter sich bringen. Nervosität, die der 39-Jährige schnell ablegen konnte, denn in der Realität klappte es deutlich besser. Pünktlich um 9.20 Uhr stand er mit drei Freunden auf der Linzer Voest-Brücke. Einen großen Traum hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeträumt: den Zieleinlauf unter vier Stunden.

"Ich habe im November des vergangenen Jahres angefangen zu laufen und habe auf diesen Tag hintrainiert", sagte er. Dass der Marathon diesmal im Oktober stattfand, kam Ruckerbauer gelegen: "Im April hätte mir meine Pollenallergie wohl ein bisschen Zeit gekostet", sagte er.

Alle Ergebnisse finden Sie hier kompakt zusammengefasst: 

 

  • OÖN TV: Das war der Linz-Marathon 2021

9.30 Uhr, der Startschuss fällt, Linz ist nach einem Jahr Pause endlich wieder auf den Beinen. Der 19. Oberbank Linz Donau Marathon, präsentiert von den OÖN, hat begonnen.

Mehr als 8400 Teilnehmer aus knapp 60 Ländern starteten gestern bei strahlend blauem Himmel. Kühle Temperaturen und kaum Wind – optimale Bedingungen für ein echtes Lauf-Fest. Das sahen auch die Zuschauer so: Entlang der Strecke sammelten sich bereits von der Früh weg jubelnde Massen, um die Sportler anzufeuern.

Eine Stadt auf den Beinen: Die besten Bilder vom Linz-Marathon

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"Das ist in Linz wirklich besonders: Man trifft auf und an der Strecke immer wieder Leute, die man kennt. Das spornt einen natürlich noch einmal extra an", sagte Andreas Kaser. Der 60-Jährige aus St. Marien ist regelmäßig beim Marathon dabei, bisher allerdings immer als Staffelläufer. Heuer hat er sich an seinen ersten Halbmarathon gewagt – und gewonnen. Zumindest war es ein Sieg über den inneren Schweinehund. "Dass ich das mit meinem Alter zum ersten Mal gemacht habe und dass es gleich so gut gegangen ist, darauf bin ich schon stolz", sagte Kaser.

Kenianischer Doppelsieg beim Linz-Marathon

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Wohlverdiente Jubelrufe

Kasers Stimmung und jene auf dem Hauptplatz hatten eines gemein: Beide waren gelöst. Die Zuschauermengen spornten die Athleten in der Zielgerade noch einmal zu Bestleistungen an. Bei aller Erschöpfung liefen die meisten Läufer angesichts des frenetischen Jubels mit einem breiten Lächeln durchs Ziel. "Ich habe am Schluss noch einmal gefühlt 100 Leute überholt, weil mich der Jubel so richtig angetrieben hat", sagte Josef Fuchs. Abgekämpft, aber zufrieden stand er mit seinen Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr Windern nach dem Lauf inmitten des Trubels am nördlichen Hauptplatz. Auch der 35-Jährige war gestern zum ersten Mal bei einem Halbmarathon mit dabei. "Die Leute haben sich wirklich gegenseitig angetrieben, das war echt ein wunderschönes Erlebnis", sagte er.

Ein Lauf-Fest, das Träume wahr werden ließ
Dichtes Gedränge beim Start um 9.30 Uhr

Eine besondere Leistung gelang Teresa Feit: Sie war mit einer Laufzeit von zwei Stunden, 54 Minuten und 45 Sekunden die schnellste Österreicherin des Marathons, in der Gesamtwertung landete sie auf Platz sechs. "Die ersten 30 Kilometer waren wirklich sehr gut, danach ist es immer härter geworden. Aber man lernt, sich durchzubeißen. Da hat sich das viele Training gelohnt", sagte die 27-jährige Wienerin.

Und Florian Ruckerbauer ließ am Ende doch noch einen seiner Träume wahr werden: Nach drei Stunden und 55 Minuten überquerte er die Ziellinie. "Mich hat die Stimmung über meine Krämpfe hinweggetragen", sagte er. Und bei der nächsten Auflage? "Mach ich vielleicht doch nur einen halben."

>> Zu den Ergebnissen

Der Linz-Marathon in Zahlen

  • 115.000 Kilometer liefen die Teilnehmer gestern in etwa beim Linz-Marathon. Zum Vergleich: Der Umfang der Erde beträgt rund 40.000 Kilometer. Gemeinsam hätten die Läufer gestern also fast dreimal die Erde umrunden können.
  • 6 Kategorien von Bewerben gab es im Laufe des Wochenendes. Neben den Klassikern Ganz-, Halb-, Viertel- und Staffelmarathon gab es auch einen Halbmarathon für Inlineskater und einen für Handbiker.
  • 8408 Laufbegeisterte nahmen insgesamt an den Wettbewerben der verschiedenen Kategorien teil.
  • 42 Kilometer beträgt die Marathon-Distanz. Grund dafür ist eine griechische Anekdote: 490 vor Christus siegten die Athener bei der Schlacht von Marathon über die Perser. Ein Bote wurde ins etwa 40 Kilometer entfernte Athen geschickt. Der Mann soll die Strecke in einem Zug zurückgelegt haben und tot zusammengebrochen sein, nachdem er vom Sieg berichtet hatte. Bei den Olympischen Spielen in Athen 1896 legte man deshalb diese Strecke als Distanz für den Dauerlauf fest.

Umfrage

Die OÖN haben sich gestern im Zielbereich auf dem Hauptplatz
umgehört, wie es den Teilnehmern bei der heurigen Auflage des Linz-Marathons ergangen ist.

„Ich habe am Schluss noch einmal gefühlt 100 Leute überholt, weil mich der Jubel so angespornt hat. Dieser Ansporn in der Zielgeraden war ziemlich besonders.“
Josef Fuchs, 35

„Als Training bin ich nur mit dem Hund laufen gegangen, dementsprechend war es ein bisschen hart. Aber es lohnt sich wirklich immer, beim Linz-Marathon dabei zu sein.“
Raphaela Hettegger, 29

„Am Anfang haben mich die vielen Leute fast ein bisschen verunsichert. Beim Laufen war dann aber die Stimmung wirklich toll, man hat sich gegenseitig mitgerissen.“
Samuel Ebner, 18

„Der Marathon war wie immer super organisiert. Mir hat zwar ein bisschen Training gefehlt, wenn man dann ins Ziel kommt, ist es aber einfach ein tolles Gefühl.“
Eva-Maria Röbl, 26

„Es war wirklich ein lässiger Tag. Ich laufe öfter einen Marathon, aber Linz ist einfach besonders, weil ich die Leute kenne und die Atmosphäre so super ist.“
Georg Enzenberger, 27

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