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Oberösterreich

Ein Jahr Rauchverbot und noch "viel Luft nach oben"

30. Oktober 2020 00:04 Uhr

THEMENBILD: RAUCHEN / RAUCHVERBOT / RAUCHERGESETZ
(Symbolfoto)

WIEN. Am Sonntag ist Österreichs Gastronomie seit einem Jahr rauchfrei – ein Erfolg für die Gesundheit, ein Misserfolg für Trafikanten.

Mehr als ein Vierteljahrhundert lang ist in Österreich um eine rauchfreie Gastronomie gerungen worden. Der Weg zum endgültigen Rauchverbot war steinig und führte über Ausnahmeregelungen und räumliche Abtrennungen. Bereits vor fünf Jahren schien das Rauchverbot endgültig beschlossen, bevor es die schwarz-blaue Regierung kurz vor dem Inkrafttreten im Mai 2018 wieder kippte.

Am Sonntag vor einem Jahr, es war der 1. November 2019, wurde es dann doch noch Wirklichkeit. Zum Jahrestag rechnet die Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) zwar mit starken positiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, im Kampf gegen Lungenkrankheiten gebe es aber weiterhin "viel Luft nach oben". Um das Risiko zu senken, an Lungenkrebs zu erkranken, "ist ein sofortiger Rauchstopp unabdingbar", sagt Maximilian Hochmair, Leiter des Arbeitskreises Pneumologische Onkologie der ÖGP. Mehr Prävention, Aufklärung und Früherkennung sei notwendig, denn immerhin rauchen laut Statistik-Austria-Befragung immer noch mehr als eineinhalb Millionen Menschen (21 Prozent) in Österreich.

Bernd Lamprecht, ÖGP-Generalsekretär und Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Linzer Kepler-Klinikum, sieht in dem Rauchverbot auch eine Vorbildfunktion. "Wenn Ausgehen und gemütliches Beisammensein in einem Lokal automatisch mit Zigarettenrauch assoziiert sind, hat das für Jugendliche eine fatale Vorbildwirkung", sagt er. Er sei sicher, dass das Rauchverbot dem Gesundheitssystem viel Geld ersparen werde. Wissenschaftlich gesicherte Ergebnisse und harte Zahlen zu den Auswirkungen des Verbots werde es aber erst in den kommenden Jahren geben. Einen kurz vor dem Jahrestag bekannt gewordenen erstmaligen Rückgang der Raucherquote bei Frauen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1972 (4,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2014) wollen Fachärzte nicht überbewerten. Denn von einer Trendwende könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sprechen.

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Einbußen für Trafikanten

Die Wiener Ärztekammer zeigte sich "nach wie vor erfreut", dass "endlich ein Rauchverbot zustande gekommen ist". Diese hatte gemeinsam mit der Österreichischen Krebshilfe das "Don’t smoke"-Volksbegehren organisiert und im Jahr 2018 knapp 882.000 Unterschriften gesammelt. Für die Gastronomie und die Trafikanten blieb das Rauchverbot jedoch nicht ohne Folgen. Zwischen 1. November 2019 und 31. Jänner 2020 wurden in den heimischen Trafiken insgesamt 5,65 Millionen Schachteln Zigaretten weniger gekauft. In der Gastronomie dämpfte das Rauchverbot vor allem in Beisln und Clubs das Geschäft. In Summe sei es für die Betriebe ein Schaden gewesen, doch seit März hätten die Gastronomen wegen der Corona-Pandemie ganz andere Sorgen, sagt Mario Pulker, Gastronomie-Obmann in der Wirtschaftskammer (WKÖ).

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