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Oberösterreich

Don Camillo und Peppone in Eberstalzell: Wer ist der bessere Klimaschützer?

Von Friedrich M. Müller   12. Juli 2019 00:04 Uhr

Don Camillo und Peppone in Eberstalzell: Wer ist der bessere Klimaschützer?
Vizebürgermeister Günther Josef See (VP) und Pater Tassilo Boxleitner beginnen mit einem unterhaltsamen Kräftemessen.

LINZ/EBERSTALZELL. Wettstreit zwischen Politiker und Pfarrer soll Bewusstsein für nachhaltigen Lebensstil schaffen.

Der Pfarrer rittert mit dem kommunistischen Bürgermeister im Ort: Das war die legendäre italienische Spielfilm-Reihe "Don Camillo & Peppone". Und so heißt nun auch ein Wettstreit hierzulande, bei dem als erste Gemeinde Eberstalzell (Bez. Wels-Land) mitmacht – mit Vizebürgermeister Günther Josef See (VP) und Pater Tassilo Boxleitner.

Worum geht es bei dem Match? Ein Jahr lang sollen beide möglichst klimaschonend leben und mit ihrem geänderten Lebensstil Vorbild für die Schäfchen der Pfarre und die Bewohner im Ort sein.

Für den Kremsmünsterer Benediktinerpater Tassilo steht fest, "dass ich heuer nicht in den Urlaub fliege, ja ich werde nicht einmal fahren". Er macht sich vom Stiftsort zu einer zweiwöchigen Wanderung auf dem Salzsteigweg bis nach Arnoldstein (Kärnten) auf den Weg. Die 13,5 Kilometer lange Strecke von Kremsmünster in seine Pfarre legt er schon jetzt immer öfter mit dem Rad zurück: "Angetrieben mit dem Blutdruck – und nicht mit dem E-Motor, wohlgemerkt." Dadurch habe er im Vorjahr mit dem Auto nur noch 11.900 statt zuvor 13.400 Kilometer zurückgelegt.

Auf E-Mobilität setzt sein politischer Mitstreiter schon seit Jahren. Medientechniker See fährt einen strombetriebenen Kleinwagen, dessen Treibstoff von der hauseigenen Photovoltaik-Anlage kommt. Nun will der Vizebürgermeister einen E-Roller kaufen.

Für den Ort plant er mit der Fachhochschule Steyr ein Mobilitätskonzept. Da geht es einerseits um häufige Fahrten über nur kurze Distanzen innerhalb des Ortes, andererseits um die vielen Einpendler, weil sich immer mehr Betriebe in der Kommune an der A1 ansiedeln. "Wir haben bereits 1700 Arbeitsplätze im Ort. Die Frage ist aber: Wie kommt ein Lehrling ohne Führerschein jeden Morgen aus dem Zentralraum zu uns?", sagt See.

Neben geänderter Mobilität, reduziertem Fleischkonsum und energieeffizienten E-Geräten tragen auch gut isolierte Gebäude mit Energieträgern aus erneuerbaren Quellen zum Klimaschutz bei. "Wir haben seit dem Vorjahr auf dem Pfarrheim eine Photovoltaik-Anlage", sagt Pater Tassilo. "Nun prüfen wir, wie wir unsere Gebäude noch besser Wärmedämmen können."

Spiel ohne Sieger und Verlierer

"Es wird keinen Sieger und keinen Verlierer geben", sagt Landesrat Rudi Anschober (Grüne) als Initiator der Aktion: "Wir wollen Bewusstsein schaffen und sichtbar machen, was jeder zum Klimaschutz beitragen kann. Und wir wollen auch politische Initiativen setzen, damit klimaschonendes Verhalten künftig nicht mehr be-straft wird." Sein Beispiel aus eigener Urlaubserfahrung: Eine Nachtzugreise nach Bologna (Italien) kostet 182 Euro, ein Flug nach Rom nur 24 Euro.

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