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Oberösterreich

Die tragische Serie reißt nicht ab

Von Michael Schäfl  29. April 2021 00:04 Uhr

Die tragische Serie reißt nicht ab

EGGELSBERG / TRAGWEIN. Wieder starben zwei Menschen auf Oberösterreichs Straßen: In Eggelsberg verunglückte ein 22-Jähriger mit einem Pkw – in Tragwein kollidierte ein Motorradfahrer mit einem Lkw

Spätabends war Dominik M. am Dienstag Richtung Feldkirchen bei Mattighofen unterwegs. Der 22-Jährige war allein, als er die Kontrolle über seinen weißen BMW verlor. Er kam mit dem Pkw von der Fahrbahn ab und wurde aus dem Wagen geschleudert. Eine nachkommende Lenkerin leistete noch Erste Hilfe, doch für den 22-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch an der Unfallstelle.

"Als wir ankamen, sahen wir, dass da jemand mitten in der Wiese liegt", sagt Hermann Straßhofer von der Feuerwehr Feldkirchen bei Mattighofen. "Als klar war, dass wir für den Verunglückten nichts mehr tun können, haben wir eine Decke über ihn gelegt. Auch weil ein paar meiner Leute den Burschen kannten."

In einer Linkskurve war M. geradeaus weiter über eine Wiese gefahren, bei einer Böschung wurde sein Wagen in die Luft geschleudert. Ehe der BMW in der Wiese aufschlug, wurde M. aus dem Auto geschleudert. Rettung und Notarzt versuchten noch, ihn zu reanimieren. Doch ohne Erfolg. "Ich habe meinen Kameraden gesagt, sie müssen jetzt nicht stark sein. Sie sollen ruhig ihre Gefühle zeigen", sagt Straßhofer.

Beim USV Eggelsberg/Moosdorf hatte Dominik M. im Nachwuchskader Fußball gespielt. Aktiver Spieler war er zwar schon länger nicht mehr, dem Verein hielt er aber abseits des Felds die Treue. "Er war ein sehr lieber und netter Bursch mit einem guten Charakter", sagt Karl Webersberger, der Sektionsleiter des Vereins: "Ich habe meine Gedanken noch immer nicht ordnen können, er war ja noch so ein junger Bub."

Tödlicher Unfall in Tragwein

Gestern am späten Nachmittag ereignete sich ein weiterer tödlicher Unfall in Oberösterreich. In Tragwein (Bezirk Freistadt) wurde ein Motorradfahrer gegen 16.50 Uhr auf der B124 von einem Reh überrascht, das plötzlich von der rechten Seite auf die Fahrbahn lief.

Der 60 Jahre alte Biker versuchte noch auszuweichen, konnte aber einen Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Durch die Kollision mit dem Reh geriet das Motorrad ins Schleudern, kam auf die Gegenfahrbahn und stieß gegen einen entgegenkommenden Lkw, gelenkt von einem 49-Jährigen aus dem Bezirk Perg. Dabei erlitt der Motorradfahrer tödliche Verletzungen. Er ist der sechste Verkehrsteilnehmer, der innerhalb der vergangenen fünf Tage sein Leben verloren hat.

Zu einer Frontalkollision kam es gestern Nachmittag auch in Wolfern (Bez. Steyr-Land). Der Pkw eines 20-jährigen Steyrers und das Fahrzeug eines 31-Jährigen aus dem Bezirk Linz-Land stießen in einer leichten Kurve frontal zusammen. Der 31-Jährige erlitt so schwere Verletzungen, dass er mit dem Rettungshubschrauber ins Unfallkrankenhaus nach Linz gebracht werden musste. Die Rettung brachte den ebenfalls verletzten 20-Jährigen ins Landeskrankenhaus nach Steyr.

Bei einem Motorradunfall in Fraham (Bezirk Eferding) wurden der 56 Jahre alte Lenker und seine am Sozius mitfahrende Ehefrau (56) schwer verletzt. Beide wurden ins Krankenhaus gebracht.

Heuer bereits 24 Tote

Die tragische Unfallserie begann am Samstag. In Pettenbach kam ein 67-jähriger Motorradfahrer von der Straße ab und stürzte. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Bei Frontalkollisionen am Montag verloren zwei Menschen ihr Leben: In Munderfing prallte eine 53-jährige Autofahrerin mit einem Lkw zusammen, in Oepping geriet ein 42-Jähriger in den Gegenverkehr. Am Dienstag verstarb eine 26-Jährige, sie war am Freitag in Waldneukirchen gegen einen Baum geprallt. Weiter in Lebensgefahr schwebt ein 17-Jähriger, der am Samstag in Oberneukirchen mit seinem Moped gestürzt war.

24 Menschen sind heuer bereits auf heimischen Straßen ums Leben gekommen, damit liegt Oberösterreich im bundesweiten Vergleich auf dem ersten Platz. "Die Zahl der Lenker, die von der Straße abkommen und tödlich verunglücken, ist sehr hoch. Beim Autofahren sind viele abgelenkt, sie schauen aufs Handy oder sind übermüdet", sagt Verkehrspsychologe Peter Jonas vom Institut "Gute Fahrt". Mehr Kontrollen und härtere Strafen würden helfen.

"Wir haben unsere Kontrollen auf die Hauptunfallursachen Ablenkung, nicht angepasste Geschwindigkeit und Drogen angepasst", sagt Johann Thumfart, stv. Leiter der Landesverkehrsabteilung. "Aber es stimmt, unsere Strafen liegen im europäischen Vergleich am unteren Rand."

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Michael Schäfl

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