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Oberösterreich

Der US-Feind in unseren Flüssen

Von Eike-Clemens Kullmann 05. August 2019 00:04 Uhr

Der US-Feind in unseren Flüssen
Feindbild köstlich zubereitet

OBERMÜHL. Signalkrebs: Bei bis zu 200 Nachkommen pro Tier und Jahr nicht mehr ausrottbar.

Die tierische Invasion aus den USA begann in den 1970er Jahren. Mittlerweile hat sich der US-Signalkrebs zu einer wahren Plage in vielen heimischen Flüssen gemausert. Denn während die heimischen Flusskrebse durch einen Schlauchpilz dramatisch dezimiert worden sind, ist der Einwanderer aus den Vereinigten Staaten der Krebspest gegenüber nicht nur resistent, sondern fungiert gleichzeitig noch als Überträger. "Wo der Signalkrebs ist, ist kein einheimisches Schalentier mehr", weiß Walter Koller, Geschäftsführer des Fischereireviers Rohrbach.

Koller macht aber aus der Not auch eine Tugend und legt seit Jahren Reusen (mit Karpfenköpfen und Brachsenstücken als Köder versehen) in der Großen Mühl und in der Traun aus und fängt die Schalentiere. In wallendem Salzwasser zubereitet, dazu Paradeiser-Paprika-Chili-Soße zur Verfeinerung und der Krebs mundet. "Im Gegensatz zu Trump ist der Signalkrebs also wenigstens gut verdaulich", sagt Koller und schmunzelt.

Innerhalb einer Woche konnten die Krebsjäger heuer in der Traun mehr als 10.000 dieser Quälgeister herausholen. Aber, "das ist nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein". Denn, ein Ausrotten sei schlicht unmöglich. Habe doch ein Signalkrebs 150 bis 200 Nachkommen – pro Jahr. Und bei der Breite der Traun ist dem nur von wenigen Jägern (Hecht, Wels) attackierten Signalkrebs nicht Herr zu werden. In der schmäleren Großen Mühl ist das durch massives Herausfischen allerdings großteils gelungen. Mittlerweile haben sich die Allesfresser (von Blättern über Fischlaich bis hin zu Aas) aber sogar schon in der Donau eingenistet.

Hoffnung Fischereigesetz

Auch wenn ein Ausrotten des US-Feindes in vielen Flüssen kaum noch gelingen dürfte – zumindest eine Chance zur Dezimierung sieht Koller: Mit dem bereits in Begutachtung befindlichen neuen Landesfischereigesetz soll es allen Petrijüngern künftig erlaubt sein, die Signalkrebse für den Eigenbedarf zu fangen. Die ausgelegten Reusen müssen aber beaufsichtigt werden.

Artikel von

Eike-Clemens Kullmann

Redakteur Außenpolitik, Weltspiegel

Eike-Clemens Kullmann
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