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Oberösterreich

Das ändert sich heute im Alltag

21. September 2020 00:04 Uhr

Gäste dürfen in Lokalen nicht mehr an der Bar sitzen.

Die neue Covid-Verordnung bringt Einschränkungen bei privaten Feiern wie Hochzeiten, in der Gastronomie, aber auch für Hobbysportler und bei Veranstaltungen – nicht alle Vorgaben sind eindeutig.

Wo eine Maske vorgeschrieben ist

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Taxis, in Geschäften, im Gesundheitsbereich und bei Dienstleistungen, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, verpflichtend. In Einkaufszentren muss die Maske nicht nur in den einzelnen Geschäften, sondern auch zwischen den Geschäften getragen werden.

Auf Märkten muss auch im Freien eine Maske getragen werden, ebenso bei Fach- und Publikumsmessen. Verschärft wurde die Maskenpflicht auch in der Gastronomie, wo sie jetzt auch die Gäste betrifft: Sie müssen in Lokalen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, außer sie sitzen auf ihrem zugeteilten Platz. In der Kirche ist ein Mund-Nasen-Schutz nicht verpflichtend, es wird aber empfohlen, ihn während einer Messe zu tragen.

Zehn Personen sind das Limit

Bei privaten Feiern sind ab sofort nur noch zehn Personen in geschlossenen Räumen erlaubt. Damit gemeint sind laut Gesundheitsministerium Zusammenkünfte „zur Unterhaltung, Belustigung, körperlichen und geistigen Ertüchtigung und Erbauung.“ Veranstaltungen wie Theater-, Konzert- oder Kinovorstellungen sind mit zugewiesenen Sitzplätzen und einem Covid-Sicherheitskonzept erlaubt. Kleinere Kulturevents, Sport- und Freizeitveranstaltungen, die nur Stehplätze und kein Sicherheitskonzept haben, sind dagegen auf zehn Personen beschränkt. Das gilt auch für Hochzeiten. Ausgenommen von der Regel sind Beerdigungen (500 Personen), Arbeitsteams, wie Bauarbeiter, sowie Schulklassen.

Messen, Märkte und Veranstaltungen

Im Freien gilt bei Freizeit-Aktivitäten eine Höchstgrenze von 100 Personen. Bei professionellen Veranstaltungen mit einem Sicherheitskonzept und fixen Sitzplätzen erhöht sich das Limit auf 3000 Personen – in Innenräumen auf maximal 1500.

Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen und auch sämtliche Fach- und Publikumsmessen müssen behördlich genehmigt werden und brauchen einen Covid-19-Beauftragten sowie ein Präventionskonzept und speziell geschultes Personal.

Auch auf Märkten muss die Maske getragen werden.

Unabhängig davon, ob eine Messe im Freien oder in einem geschlossenen Raum stattfindet, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, selbst wenn der vorgeschriebene Ein-Meter-Abstand eingehalten werden kann. Auch auf Märkten gibt es eine Maskenpflicht.

  • Video: Das sind die neuen Verschärfungen

Hobbysportler und Freizeitaktivitäten

Das Zehn-Personen-Limit betrifft auch Hobbysportler und andere Freizeitveranstaltungen, wie Yoga-Kurse, Zumba-Stunden, Karten-Runden und Spieleabende.

In einer Sportstätte dürfen allerdings mehrere Gruppen mit je zehn Personen parallel trainieren, solange es keine Durchmischung der Gruppen gibt.

Gute Nachrichten gibt es auch für alle Fußballfreunde und anderer Mannschaftssportarten wie Basketball oder Eishockey: Hier gilt die Zehn-Personen-Regel nicht, sondern es sind so viele Spieler erlaubt, wie für die jeweilige Sportart benötigt werden. Die Personenbegrenzungen gelten übrigens nicht für den Profi-Sport.

Wie die Zehn-Personen-Regel beispielsweise in Fitness-Studios umgesetzt werden soll, war zunächst unklar. Am Montag stellte das Gesundheitsministeriums die Vorschriften klar. So sind in Fitness-Studios weiterhin keine Zugangsbeschränkungen vorgesehen - das Personen-Limit gilt hier nur bei Kursen. >> Die Details

Der Gast und die Verpflichtungen

Auch in der Gastronomie ändern sich erneut die Vorschriften. Pro Tisch dürfen nur noch zehn Erwachsene plus ihre minderjährigen Kinder sitzen. Ausgenommen von dieser Regelung sind Personen, die in einem Haushalt leben.

Darüber hinaus dürfen keine Speisen und Getränke im Barbereich bzw. im Stehen eingenommen werden und außer am Tisch muss eine Maske getragen werden.

Und auch die Sperrstunde mit 1 Uhr Früh gilt jetzt ohne Ausnahmen. Bisher konnten Lokale für geschlossene Gesellschaften auch nach 1 Uhr Früh geöffnet haben. Dieses „Schlupfloch“ wurde geschlossen. Gerade die Sperrstunde werde streng kontrolliert, da es in den vergangenen Wochen immer wieder Lokalbetreiber gegeben habe, die zwar zusperrten, dann aber die Gäste als „geschlossene Gesellschaft“ weiterfeiern ließen.

3 Fragen an...Andreas Pilsl

Landespolizeidirektor Oberösterreich

1. Was bedeuten die neuen Verordnungen für die Polizei?

Wir als Polizei arbeiten für die Gesundheitsbehörden. Einer der Schwerpunkte ist das Verhindern von Clusterbildungen im privaten Bereich, wie in Vereinslokalitäten oder auch Garagen. In erster Linie ist es unsere Aufgabe, aufzuklären. Die Zahlen sind alarmierend, und deshalb müssen wir alle zusammenhalten. Unser Beitrag ist nicht immer lustig. Dieses Wochenende waren wir in der Gastronomie aktiv, vor allem, was die Sperrzeiten und die damit verbundenen Privatfeiern nach Ende der Schließzeiten betrifft. Es gab Freitag- und Samstagnacht 610 Kontrollen, über 200 davon zusammen mit den Gesundheitsbehörden. In Summe gab es 36 Anzeigen.

Andreas Pilsl, Landespolizeidirektor Oberösterreich
Andreas Pilsl, Landespolizeidirektor Oberösterreich

2. Es wird österreichweit wieder mehr kontrolliert. Was bedeutet das personell für die Polizei?

Wir müssen auch innerhalb unserer Organisation die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen. Der personelle Aufwand ist natürlich größer, aber wir versuchen, die Einteilung so zu meistern, dass unsere Durchhaltefähigkeit gewährleistet ist. In Linz haben wir beispielsweise die Kräfte konzentriert und einerseits Gruppenstärken in Bussen. Ein anderer Teil ist der Regeldienst. Das sind Streifen, die sowieso unterwegs sind. Je nach Infektionslage wird der Mix von uns abgestimmt, ob wir die Stäbe strikt trennen müssen oder durchmischen können, damit nicht eine ganze Dienststelle ausfällt.

3. Wo wird die Polizei kontrollieren, abseits der Gastronomie?

Wir werden uns nicht in Supermärkten auf die Lauer legen und gehen nicht in Wohnungen oder in Garagen. Aber wenn es eine Anzeige gibt, gehen wir dieser nach und schauen, ob wir etwas feststellen können. Wenn man von Weitem das Halligalli sieht, wird das den Gesundheitsbehörden gemeldet und diese entscheiden darüber, ob gestraft wird oder nicht. (mpk)

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