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Oberösterreich

Covid-Impfstoff für erkrankte Tochter: Linzerin erhielt Betrüger-Anruf

Von nachrichten.at   22. Oktober 2020 14:27 Uhr

LINZ. Die Polizei Oberösterreich warnt vor Betrügern, die sich als Ärzte ausgeben und eine Covid-Erkrankung vorgaukeln. Anlass war der Fall einer Linzerin, deren Tochter angeblich Geld für einen Impfstoff brauchte.

Nachdem die Linzerin Mittwochmittag dem Betrüger auf die Schliche gekommen war, schaltete sie die Polizei ein. Der Mann hatte die Pensionistin unter einer anonymen Nummer auf ihrem Handy angerufen und sich als "Dr. Koch" vorgestellt. Er sei am "Covid-Bau" des "AKH Linz" tätig, wo die Tochter der Linzerin behandelt werde. Die Patientin sei plötzlich an Covid-19 erkrankt und benötige nun eine Impfung, sagte der vermeintliche Arzt am Telefon. Das Serum aus Oxford kostet 6000 Euro oder mehr, hieß es weiter. Der Anrufer habe mehrmals betont, dass sie sich nun entscheiden müsse, ob sie ihrer Tochter helfen wolle oder nicht, erzählte die Pensionistin später den Polizisten. 

Das Opfer ließ sich vom forschen, herabwürdigenden Tonfall des Mannes aber nicht unterkriegen und lockte den Betrüger in die Falle. Ob sie mit ihrer Tochter sprechen könne, fragte die 70-Jährige. Daraufhin war an der anderen Ende der Leitung eine weinende Frau zu hören. Um auszuschließen, dass es sich tatsächlich um ihre Tochter handelte, griff die Pensionistin zu einem Trick: Sie erkundigte sich nach dem Hund. Als die Unbekannte darauf einging und sagte, dass der Hund bei ihr sei, ahnte die Linzerin den Betrug. Außerdem entlarvte sie den Betrüger, indem sie konkrete Fragen über das Kepler Klinikum stellte und keine fundierten Antworten bekam. 

Schließlich verabschiedete sie sich bei "Dr. Koch" und gab an, dass sie sich wegen der Beschaffung des Impfserums noch bei ihm melden werde. "Der Betrüger blieb erfolglos und es entstand kein Schaden", berichtet die Polizei am Donnerstag.

Masche auch Wiener Polizei bekannt

Seit Oktober hat die Wiener Landespolizeidirektion eine ähnliche Masche registriert. Dabei geben sich Täter am Telefon als Polizisten aus, um meist ältere Opfer um ihr Erspartes zu bringen. In der neuen Variante wird mitgeteilt, dass ein Angehöriger an Covid-19 erkrankt sei. Geld soll dann für Behandlung oder Heilung der Krankheit gezahlt werden.

In den zwei bisher bekannten Fällen - die Wiener Polizei rechnet mit weiteren - wird ein Übergabeort für das Geld ausgemacht und dort den Opfern abgenommen. Wie bei den anderen Varianten des Deliktbereichs "Vorauszahlungsbetrug", macht die Polizei erneut darauf aufmerksam, dass sie niemals Geld oder gar Wertgegenstände entgegen nimmt.

Im Fall eines verdächtigen Telefonats wird geraten, dieses sofort zu beenden und die Nummer 133 zu wählen. "Nennen Sie keine Details zu familiären oder finanziellen Verhältnissen. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen und informieren Sie ihr Umfeld über die Betrugsmasche des 'falschen Polizisten'".

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