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Oberösterreich

Corona-Fälle im Land: Rasanter Anstieg von 1 auf 68 in nur einer Woche

13. März 2020 08:34 Uhr

Corona-Fälle im Land: Rasanter Anstieg von 1 auf 66 in nur einer Woche

LINZ. Viele der oberösterreichischen Covid-19-Erkrankten waren zuvor in Südtirol oder in Ischgl.

Das ging rasend schnell: Genau eine Woche ist es her, dass der erste Fall eines Covid-19-Erkrankten in Oberösterreich offiziell bestätigt wurde. Ein 80-jähriger Puchenauer hatte sich bei einem Skiurlaub in Südtirol angesteckt. Tags darauf wurden drei weitere Erkrankungen bekannt – betroffen waren Mitglieder derselben Reisegruppe.

Mittlerweile sind landesweit bereits 68 Fälle bestätigt (Stand: Freitag, 8 Uhr). Von Montag bis Mittwoch verdoppelte sich die Zahl der bestätigten Fälle im Land fast täglich, gestern gab es eine leichte Entspannung. Es kamen nur noch 16 Fälle dazu. Längst handelt es sich bei den Erkrankten nicht mehr nur um Mitglieder jener Südtirol-Reise bzw. deren Kontaktpersonen.

Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) appellierte gestern eindringlich an die Oberösterreicher, die Vorsichtsmaßnahmen ernst zu nehmen. "Die Zahl der Fälle verdoppelt sich jeden Tag. Sie können sich selbst ausrechnen, wohin diese Mal-2-Rechnung rasch führen kann", sagte er.

Weitere Auswirkungen auf Oberösterreich:

  • In Linz gibt es aktuell 14 bestätigte Infektionen, rund 150 Menschen befinden sich in häuslicher Absonderung, wie es im Fachjargon heißt. Ab Montag schließen die städtischen Bibliotheken, die drei städtischen Tageszentren, die Treffpunkte für Senioren sind, und die städtischen Jugendzentren des Vereins Jugend und Freizeit.
  • In Oberösterreich sollen die Aufnahmen in Alten- und Pflegeheime auf ein Minimum reduziert werden. Seniorenheime, Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe und mobile Dienste werden auf einen Notbetrieb heruntergefahren. Mehr darüber lesen Sie hier.
  • Schutzmaßnahmen des Verkehrsverbundes: Das sollten Fahrgäste ab sofort beachten.
  • Die Lebenshilfe Oberösterreich schließt ihre Werkstätten. Auch der Betrieb von Kindergärten, Frühförderung und dem Hort wird eingestellt, ein Notbetrieb wird aufrechterhalten. Der Betrieb der Wohneinrichtungen bleibt aufrecht.
  • Hotline für Unternehmen: Da der Informationsbedarf bei den Unternehmen derzeit hoch ist, erweitert das Service-Center der Wirtschaftskammer OÖ seine Erreichbarkeit: Das Serviceangebot wird in den kommenden Wochen Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr ausgedehnt. Am Wochenende ist das Service-Center von 9  bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 05-90909 oder via service@wkooe.at erreichbar. 
  • Die Arbeiterkammer Oberösterreich stellt ab sofort die persönlichen Kontakte mit ihren Mitgliedern ein. Alle Gebäude bleiben bis auf weiteres geschlossen. Die Beratung erfolgt ausschließlich telefonisch, per E-Mail und online. Die AK-Hotline lautet 050/6906-0. Mehr Informationen und E-Mail-Adressen auf ooe.arbeiterkammer.at
  • Steyr: Der Probebetrieb der Stadtbus-Nachtlinie „Nightline“ wird vorläufig eingestellt.
  • Kein Probenbetrieb: Das Landestheater Linz und das Bruckner Orchester Linz stellen mit sofortiger Wirkung ihren gesamten Probenbetrieb auf Bühnen und in Probesälen in allen Spielstätten ein. Die Tageskassen im Musiktheater und im Schauspielhaus sind geschlossen.

Ausflug nach Ischgl

Infektionen sind bisher in elf oberösterreichischen Bezirken aufgetreten. Einen starken Anstieg gab es zuletzt im Bezirk Perg. Dort sind 13 Fälle bestätigt.

Wie OÖNachrichten-Recherchen ergaben, sind fünf der Fälle im Bezirk auf einen privaten Skiurlaub in Ischgl zurückzuführen. Die befreundete Gruppe war gemeinsam mit dem Pkw in den Tiroler Skiort gereist und von dort auch wieder heimgefahren.

Ein Mitglied aus der Gruppe dürfte sich während des Aufenthalts in Ischgl in einer mittlerweile behördlich gesperrten Bar infiziert haben. Derzeit werden Kontaktpersonen im Umfeld der Patienten ausfindig gemacht und, wenn nötig, unter häusliche Quarantäne gestellt.

Die Fälle aus dem Bezirk Perg treffen auch den Industriebetrieb Engel. Zwei Covid-19-Erkrankte sind dort beschäftigt, bei einem dritten seien die Testergebnisse noch abzuwarten, bestätigt Engel-Sprecherin Ute Panzer. Die Erkrankten und deren Kontaktpersonen sind in häuslicher Quarantäne. Der Betrieb bei Engel ist nicht betroffen. Allerdings hat man Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Alle internen Veranstaltungen wurden abgesagt, Sitzungen auf ein Minimum reduziert.

Auch bei allen acht bis gestern Mittag in der Stadt Linz bestätigten Fällen gibt es einen Südtirol- oder Ischgl-Bezug, wie Dietmar Nemeth, Direktor des Geschäftsbereichs Gesundheit und Sport der Stadt Linz, den OÖN bestätigt. 130 Personen befanden sich, Stand gestern Mittag, in häuslicher Quarantäne. Am Abend erhöhte sich die Zahl der bestätigten Fälle auf zwölf. Einen Corona-Verdachtsfall gab es gestern auch im Landhaus, am Nachmittag kam allerdings Entwarnung.

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