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Oberösterreich

Corona-Cluster nach der großen Party: Mehr als 250 Fälle bei "Austria goes Zrce"

Von Karoline Ploberger  30. Juli 2021 00:04 Uhr

Corona-Cluster nach der großen Party: Mehr als 250 Fälle bei "Austria goes Zrce"
Heuer waren die Kapazitäten beim Festival auf der Insel Pag auf 8000 Gäste begrenzt.

LINZ/PAG. Kritik an Veranstalter aus Oberösterreich – Hartkirchner von Ausmaß "überrascht".

Sieben Tage lang Sonne, Musik und Feierlaune am Strand von Kroatien – so stellten sich Tausende österreichische Jugendliche die Zeit von 17. bis 24. Juli auf der kroatischen Insel Pag vor. Auf der Homepage verspricht "Austria goes Zrce" eine unvergessliche Reise mit unvergesslichen Momenten. Eines ist gewiss: An die diesjährige Festivalreise werden sich viele erinnern – allen voran Reiseveranstalter Martin Reitstätter aus Hartkirchen (Bezirk Eferding).

Am Dienstag waren die ersten Rückkehrer der Festivalreise positiv auf Corona getestet worden, gestern Donnerstag stieg die Anzahl der Infektionen auf mehr als 250 positive Fälle, davon 67 in Oberösterreich. Die Zahl der Infizierten dürfte in den kommenden Tagen weiter steigen, Gesundheitsbehörden gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Bei Reiseveranstalter Reitstätter herrschen gemischte Gefühle. Der Hartkirchner kann sich nicht erklären, wie es zu den Fällen kommen konnte – an Vorschriften und Präventionskonzepten habe es seiner Meinung nach nicht gemangelt: "Von Anfang an haben wir uns an die geltenden Regeln von Österreich und Kroatien gehalten. Während der gesamten Reise galten die 3-G-Regeln wie auch in der Nachtgastronomie", sagt Reitstätter, der sich bei seinem Präventionskonzept auch an den medialen Berichterstattungen rundum den Corona-Cluster bei der Maturareise X-Jam orientiert hat.

Die 3-G-Nachweise wurden laut Veranstalter an den jeweiligen Partyabenden gleich zweimal überprüft: beim Zugang zum Strand und direkt beim Club-Eingang: "Mit der doppelten Kontrolle wollten wir sichergehen, dass auch wirklich jeder Test kontrolliert wird und uns nichts entgeht. Anscheinend ist uns das nicht gelungen." Eine infizierte Festivalbesucherin berichtete hingegen von "zu laschen Kontrollen" der 3-G-Nachweise. Kontrolliert sei nur beim Haupteingang worden, bei den Nebeneingängen sei man "durchgewunken" worden.

Junge wollten reisen und feiern

Nach der Absage im Vorjahr hatte Reitstätter für 2021 eigentlich ein gutes Gefühl: "Es war ein bisschen Bauchweh dabei, aber nachdem von der Bundesregierung ab 1. Juli Lockerungen angekündigt wurden, konnten wir durchatmen. Außerdem war die Nachfrage so groß wie noch nie zuvor", sagt Reitstätter.

Im Vorhinein wurden Maßnahmen getroffen: Statt der üblichen 19.000 Tickets gab es Monate zuvor einen Verkaufsstopp – nur 8000 Tickets wurden angeboten. Außerdem wurde der Auftritt auf der Hauptbühne abgesagt. Bei den Open-Air-Partys feierten rund 3000 Jugendliche.

Überrascht zeigte sich der Veranstalter von der hohen Zahl an Infizierten, die vollständig geimpft waren.

Aus Niederösterreich wurden am Mittwoch 38 positiv getestete Personen gemeldet, von denen bereits 33 geimpft, davon 13 vollimmunisiert, waren.

"Vielleicht war es ein Fehler, dass wir nicht auch von genesenen und geimpften Reiseteilnehmern einen Test verlangt haben", sagt Reitstätter. Der Krisenstab des Landes führt aktuell das Contact-Tracing durch, alle Daten wurden von dem Partyreise-Veranstalter weitergeleitet. "Es ist uns lieber, es tauchen jetzt 600 Fälle auf, bevor die Dunkelziffer steigt", sagt Veranstalter Reitstätter.

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Karoline Ploberger

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