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Christkindl

Leni kam mit Wasserkopf zur Welt: "Sie ist einfach mein Sonnenschein"

Von René Laglstorfer 22. November 2019 00:04 Uhr

Miriam Huber möchte anderen Müttern in ähnlich hoffnungslosen Situationen Mut machen.

Die Gewissheit, ein Kind zu erwarten, ist für die meisten Menschen einer der schönsten Momente im Leben. Auch bei Miriam Huber* war das so – bis zu jenem Tag, als bei einer Routineuntersuchung ihres Ungeborenen nicht nur ein Wasserkopf, sondern auch das komplette Fehlen des Gehirns festgestellt wurde.

Der größte Schock für Miriam war jedoch, als ihr im Krankenhaus gesagt wurde, sie solle ihr Kind abtreiben, weil es schwer behindert sein und niemals sprechen sowie gehen würde können. "Aber eine Abtreibung ist für mich nicht in Frage gekommen", sagt die Traunviertlerin voller Überzeugung. In ihrer Verzweiflung vermied sie weitere Untersuchungen und teilte ihre Sorgen nur mit ihrem Partner. "Mir ist aber bewusst gewesen, dass ich mein Kind nicht alleine zur Welt bringen kann."

Shunt leitet Gehirnwasser ab

Also suchte Miriam kurz vor dem Geburtstermin Hilfe im Spital. Dort traf sie diesmal auf eine verständnisvolle Ärztin, die schon einmal eine Wasserkopf-Geburt gut über die Bühne gebracht hatte. Doch das "Köpfchen", wie es Miriam liebevoll nennt, war inzwischen weitergewachsen und hatte bei der Kaiserschnitt-Geburt einen Umfang von 50,5 Zentimetern – so viel wie bei einem fast vierjährigen Kind. "Als ich meine Tochter zum ersten Mal gesehen habe, bin ich kurz erschrocken. Aber sie ist einfach mein Kind und mein Sonnenschein."

Bereits am Tag nach ihrer Geburt musste Leni* am Kopf operiert werden, um mit einem feinen Schlauch das aufgestaute Gehirnwasser in den Bauch abzuleiten – ein sogenannter Shunt. "Da hat sich die kleine Maus viel mitgemacht." Schließlich stellte sich heraus, dass das überschüssige Wasser Lenis Gehirn zusammengequetscht hatte und es deswegen im Ultraschall nicht erkennbar war. "Aber als das Wasser weg gewesen ist, hat sich ihr Gehirn wunderschön entfaltet." Gerne wäre Miriam länger zu Hause geblieben, um ihren Schatz optimal zu fördern. Doch mit der Karenzzeit endete auch Miriams Beziehung zum Kindesvater. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als sich einen Job samt Wohnung zu suchen.

Trotz aller Startschwierigkeiten ist Leni heute ein quietschvergnügtes Kindergartenkind, lacht viel und hat keinerlei geistige Beeinträchtigungen – im Gegenteil: "Leni hat schon sehr früh zu sprechen gelernt und mittlerweile einen so großen Wortschatz, dass ich schon kreativ sein muss, um mit ihr beim Argumentieren mitzuhalten", sagt die Alleinerzieherin mit einem Schmunzeln.

So prächtig sich Leni kognitiv entwickelt hat, kämpft sie doch bis heute mit einem motorischen Entwicklungsrückstand und Gleichgewichtsstörungen. Erst spät, mit zwei Jahren, lernte sie laufen. Bei Wetterumschwüngen bekommt Leni starke Migräne bis zum Erbrechen und ist verwirrt. Auf den kurz nach ihrer Geburt gelegten Shunt ist die heute Fünfjährige nach wie vor angewiesen, um das Gehirnwasser abzuleiten. "Der kleine Schlauch zwickt sie manchmal, weil sie ja weiterwächst. Es bleibt nicht aus, wieder einmal operieren zu gehen, um einen neuen Shunt zu legen", sagt Miriam.

Wunsch ans Christkindl

Sie versucht mit zahlreichen Therapien und Behandlungen, die verbliebenen Defizite ihrer Tochter, so gut es geht, auszugleichen. Eine dringend benötigte neuromotorische Entwicklungsförderung ist jedoch kostspielig und wird von der Krankenkasse nicht übernommen.

Was sich Miriam heuer zu Weihnachten wünscht? "Dass sich Leni weiter so gut entwickelt und einmal eine starke Frau wird" – so wie ihre Mutter, die mit ihrer Geschichte anderen Frauen in hoffnungslos scheinenden Situationen Mut machen will.

Wenn Sie Familien wie jener von Miriam helfen möchten, dann spenden Sie bitte an das OÖN-Christkindl. IBAN: AT94 2032 0000 0011 1790 *Namen von der Redaktion geändert

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