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Eine besinnliche Nacht der Nächstenliebe

Insgesamt haben 150 Musiker, Sänger und Schauspieler an der zweistündigen OÖN-Christkindl-Gala im Landestheater mitgewirkt. Für alle gab es tosenden Applaus von den 500 Besuchern. Bild: Weihbold

Eine besinnliche Nacht der Nächstenliebe

Christkindl-Gala: Erstmals seit vier Jahren fand die Nacht der Nächstenliebe wieder im Landestheater statt. 9000 Euro wurden für Menschen in Not gesammelt – weil die Mitwirkenden auf ihre Gagen verzichteten.

Von Valentina Dirmaier, Verena Gabriel (Text), Volker Weihbold (Fotos), 28. November 2017 - 00:04 Uhr

Es war keine stille Nacht. Aber es war ein weihnachtlicher, besinnlicher und unterhaltsamer Abend im Zeichen der Nächstenliebe: Das Christkindl der OÖNachrichten rief mit Hilfe der Agentur "The Crew for You" zur großen Gala.

Und sie alle kamen am Sonntag ins Landestheater an der Promenade: der Braunauer Zither-Virtuose Wilfried Scharf mit weihnachtlichen Hymnen und eigens komponierten Klängen, der Linzer Kabarettist Günther Lainer mit selbstgeschriebenen Versen, der 40-köpfige Hard-Chor mit stimmungsvollen Musikwerken, und die Laterndlmusi der Familie Killinger aus Rechberg sowie die Köcker Musi aus Ohlsdorf mit schwungvollen und ruhigen Weihnachtsvorboten.

Trotz voller Auftragsbücher ließ es sich keiner der Künstler und Musiker nehmen, bei diesem Fest der Freude unentgeltlich mitzuwirken und mit ihren Auftritten Menschen in Not zu helfen. Das Publikum im randvollen Landestheater, das nach vierjähriger Pause wieder zum Heim der Christkindl-Nacht wurde, quittierte die stimmungsvollen Darbietungen mit viel Applaus und dem einen oder anderen Lacher.

Münder und Augen waren bei der waghalsigen Akrobatikeinlage von Artist Monsieur Chapeau, der auf Koffern und einer Bowlingkugel tänzelte, teils weit aufgerissen. Bei der mehrstimmigen Komposition "Mary did you know" wurde aus dem Staunen ein Wippen auf den Zuschauerplätzen. Sehr ruhig wurde es in den Zuschauerreihen hingegen, als Moderator Franz Gumpenberger einen besonderen Ehrengast als Mitwirkenden ankündigte: Landeshauptmann Thomas Stelzer nahm im stilvollen Ohrensessel neben dem prunkvoll geschmückten Christbaum vom Zehetnergut Platz und las Passagen aus Adalbert Stifters Bergkristall.

Es war nicht die einzige Geschichte, die den Zauber von Weihnachten im Oval des Landestheaters wirken ließ. Beim Historienspiel erinnerte die Laiengruppe aus Hochburg-Ach an ihren berühmten Mitbürger: Franz Xaver Gruber, dessen Vater ihm die Musik mit allen Mitteln verwehren wollte, verlieh dem bedeutendsten völkerverbindenden Weihnachtslied "Stille Nacht" aus 1818 seine eingängige Melodie.

Zwölf Jahre später, als Grubers Lied bereits in aller Munde war, wurde erstmals der berühmte Andachtsjodler in Südtirol gesungen. Bei der Christkindl-Gala brachten die Sängerknaben aus St. Florian damit nicht nur die tiefgreifende Bedeutung der Heiligen Nacht auf die Bühne, sondern erinnerten in der dritten Strophe auch an die besonders zu Weihnachten so wichtige Barmherzigkeit:

Heut’ in der Nacht hab’ mein
Herz ich aufgemacht, hab’
dem Herrgott erzählt von
dem Jammer auf der Welt.

Bereits im Jahre 1877 wurde in der Tagespost, dem Vorläufer der OÖNachrichten, zur Nächstenliebe aufgerufen. Schauspielerin Ines Schiller trug die bewegenden Bittzeilen auf der Bühne vor. Die Freistädterin und ihr Kollege Lutz Zeidler präsentierten abwechselnd vorweihnachtliche Leseproben aus Zeiten des Elends und der Not. Es waren tiefgreifende Momente, die so manchem Gala-Besucher Tränen in die Augen trieben.

Wo Licht, da auch viel Schatten

Denn obwohl der Wohlstand im Oberösterreich des 21. Jahrhunderts groß ist, gibt es viele Menschen im Land, die Not leiden müssen. "Wo Licht, da auch Schatten. Und wir sind dafür verantwortlich, für eben diese Menschen da zu sein", sagte OÖNachrichten-Chefredakteur Gerald Mandlbauer, nachdem er mit Lorenz Cuturi, Leiter des Geschäftsfeldes New Business des Medienhauses Wimmer, und mit Franz Hehenberger von der Aktion "Sei so frei" den Spendenscheck in Höhe von 9000 Euro von Hausherr Uwe Schmitz-Gielsdorf entgegennehmen durfte.

Wie einfach es geht, sein Herz – und auch das Portemonnaie – zu öffnen, erzählte OÖNachrichten-Herausgeber Rudolf Cuturi: "Wenn jeder von uns nur ein Zehntel von dem, was er für Weihnachtsgeschenke ausgibt, spenden würde, dann wäre das gut fürs Gewissen."

53 Jahre OÖN-Christkindl

So hat alles begonnen: Es war im Jahr 1964. Alles hat mit einem bewegenden Brief angefangen. Rosi, die 14-jährige Tochter einer Flüchtlingsfamilie schrieb an die OÖN-Redaktion. Dieses Bittansuchen brachte die Mitarbeiter auf eine Idee: Landsleuten in Not rasch zu helfen. Mittlerweile hat die Weihnachtsaktion der OÖN kontinuierlich an Bedeutung und Tragweite gewonnen.

Spendenrekorde: Im vergangenen Jahr konnte dank der groß- zügigen Unterstützung der OÖNFamilie ein neuer Spendenrekord von 643.020,93 Euro (bis März) verkündet werden. Insgesamt wurde 842 Familien im Land geholfen. Die Christkindl-Redaktion bearbeitete 1850 Hilfsansuchen.
Aktuelle Aktion: Heuer wurden bereits knapp 1070 Anträge vom vierköpfigen Christkindl-Team geprüft. Bis dato haben 32 Groß- spender die Weihnachtsaktion mit 128.500 Euro unterstützt.

Ihre Unterstützung: Wollen auch Sie dem Christkindl beim Helfen helfen? Dann können Sie gerne an folgendes Konto spenden: Sparkasse Oberösterreich AT94 2032 0000 0011 1790. Firmen, Vereine und Schulen, die spenden wollen, können sich gerne an v.dirmaier@nachrichten.at wenden. Die Summe ist steuerlich absetzbar. Jeder Euro, der an das OÖNachrichten-Christkindl überwiesen wird, geht garantiert zu 100 Prozent an notleidende Oberösterreicher!

 

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