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Oberösterreich

Blitze, Hagel, Starkregen: Unwetternächte gehen weiter

Von OÖN   23. Juni 2021 00:04 Uhr

Unwetter mit Starkregen forderte Oberösterreichs Feuerwehren

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OBERÖSTERREICH. Mehrere Gewitter in der Nacht auf Dienstag richteten vor allem im Innviertel und im Bezirk Urfahr-Umgebung heftige Schäden an.

Es fing harmlos an am frühen Montagabend mit einem Gewitter, das von Bad Aussee über das südliche Bergland zog. Am Ende des Tages war es bis auf dieses Unwetter südlich von Vöcklabruck weitgehend trocken geblieben. Weiter nördlich bildeten sich am Montag jedoch mehrere Gewitterzellen, die massive Niederschläge und im Innviertel sogar Hagel mit sich brachten, berichtet Alexander Ohms von der ZAMG.

"In Oberösterreich wurden in der Nacht von Montag auf Dienstag 1123 Blitze registriert", so der Meteorologe. In Niederösterreich, wohin einige Unwetter weiterzogen, waren es nur 568 Blitze. Die Unwetternächte werden sich in den nächsten Tagen fortsetzen, so Ohms. Erst am Freitag sei mit stabilerer, kühlerer Luft zu rechnen.

Für die Feuerwehren begann die anstrengende Nacht am Montag gegen 21.30 Uhr. Landesweit mussten 150 Feuerwehren ausrücken. Insgesamt 316 Einsätze mit 2300 Mann wurden laut Landesfeuerwehrkommando gezählt. Dort bereitete man sich auf die Nacht auf heute vor und stockte in der Landeswarnzentrale die Zahl der Disponenten auf, die Notrufe entgegennehmen.

Besonders heftige Unwetter brachen über den Bezirk Urfahr-Umgebung herein. So in Engerwitzdorf, wo innerhalb weniger Minuten so viel Regen fiel, dass die Abflusskanäle das Wasser nicht mehr aufnehmen konnten. Das überschüssige Regenwasser überflutete Keller, Garagen und Tiefgaragen, wie Christoph Meisinger von der Freiwilligen Feuerwehr Schweinbach berichtete. In vielen Haushalten quoll das Wasser sogar aus den Toiletten und Wannen. "Wir hatten in Engerwitzdorf 34 Einsätze und waren die ganze Nacht mit Pumpen beschäftigt."

Haus einsturzgefährdet

Dieselben Szenarien spielten sich auch in Gallneukirchen ab, wo auf einer abschüssigen Straße das Regenwasser plötzlich flutartig herabfloss. "Wir schätzen, dass in zwei Stunden mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen sind", berichtet Martin Purner, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gallneukirchen. Auch dort wurden etliche Keller, Garagen und Straßen überflutet. Im Ortskern kam es zu einer riskanten Situation, wie der Feuerwehrmann schildert.

Der hölzerne Dachstuhl und das alte Dämmmaterial eines Gebäudes hatten sich schon so mit Wasser vollgesaugt, dass das Dach einzustürzen drohte. Das Haus wurde evakuiert und ist nun behördlich gesperrt. Die Feuerwehr Alberndorf unterstützte die Gallneukirchner Kameraden. 120 bis 130 Einsatzkräfte pumpten und schaufelten die Nacht durch.

Hagel im Innviertel

Eiskugeln so groß wie Tennisbälle hagelte es in der Reichersberger Ortschaft Münsteuer im Bezirk Ried. "Mehrere Autos sind beschädigt worden, auch Dachfenster wurden eingeschlagen. Ein Dach ist zerstört worden", berichtet der Feuerwehrkommandant Christian Pointner. Das Unwetter begann dort gegen Mitternacht.

Stromausfälle in Braunau

45 Liter Regen pro Quadratmeter fielen laut ZAMG in Braunau. Wie der Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser sagt, kam die Gewitterfront von der bayerischen Seite gegen 22.15 Uhr herein. Besonders stark waren Hochburg-Ach und Burghausen betroffen, wo es hagelte. Die Eiskörner hatten einen Durchmesser von ca. fünf Zentimetern. Felder, Gärten und teilweise auch Dächer seien beschädigt worden, so Kaiser. Hinzu kamen örtlich vereinzelte "Windhosen", die auch Bäume zu Fall brachten, weil das Erdreich völlig ausgewaschen war. "In Braunau, Ranshofen, Überackern und Schwandt ist es auch zu Stromausfällen gekommen", sagte der Bezirksfeuerwehrkommandant. Im ganzen Bezirk waren in der Nacht 140 Mann auf den Beinen, sie rückten zu insgesamt 32 Einsätzen aus.

Unwetter- und Hagelschäden wurden auch in der Steiermark (Weiz und Hartberg-Fürstenfeld) und in Niederösterreich (Horn und Krems-Land) verzeichnet. Landwirtschaftliche Kulturen auf einer Fläche von 22.500 Hektar seien schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, so die Österreichische Hagelversicherung. Der Schaden allein in Oberösterreich dürfte sechs Millionen Euro betragen. (staro)

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