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Betrüger führte sieben Firmen in die Insolvenz und setzte sich ab

Von nachrichten.at   13.August 2019

Insgesamt 60 Mitarbeiter sind von der Insolvenz der beiden Ketten Bik Bok und Carlings betroffen. 

Der Beschuldigte gründete nach und nach sieben Firmen auf seinen Namen und auf Familien- und Firmenangehörige. Dabei nutzte er die familiäre Stellung und die mangelnden kaufmännischen und sprachlichen Kenntnisse aus.

Nach der Insolvenz seiner ersten Firma im Jahr 2011 setzte er seine Ehefrau - und nach der Scheidung seine neue Partnerin - als "Strohmänner" ein. Die Firmenleitung oblag ausschließlich ihm. Die Firmen wurden innerhalb von ein bis zwei Jahren insolvent.

Nachdem sein ältester Sohn volljährig wurde, drängte ihn sein Vater zu einer Firmengründung, die wiederum von seinem Vater geführt wurde. Nach etwa einem Jahr ging auch diese Firma bankrott.
Als auch sein jüngerer Sohn das 18. Lebensjahr erreichte, wurde dieser bei der nächsten Firmengründung als Inhaber vorgeschoben. Die Firma ging ebenfalls binnen einem Jahr pleite.

Da der 53-Jährige keine weiteren Familienmitglieder für die Firmenübernahme mehr hatte und sein Insolvenzverfahren noch nicht endgültig abgeschlossen war, drängte er einen Mitarbeiter zu einer Übernahme bzw. zu einer Neugründung, um diese Zeit zu überbrücken. Die Firma sollte absichtlich nach einigen Monaten in die Insolvenz geführt werden.

Nach etwa fünf Monaten trat tatsächlich die Insolvenz ein und der 53-Jährige gründete neuerlich eine Transportfirma. Bei einer Überprüfung durch die Finanzpolizei wurde der Verdacht auf ein Scheinunternehmen bekannt und der Firma wurden die Bewilligungen verweigert. Zur Verschleierung des Sachverhaltes erfolgte die Anmeldung der Firmen in drei verschiedenen Bezirken. 

Der Hauptbeschuldigte sowie ein Sohn verspielten Firmengelder in größerem Umfang in Casinos in Tschechien und Deutschland. Die Buchhaltung sowie die gesamte Finanzgebarung war bei den Firmen sehr mangelhalft. Die Löhne wurden meist bar und in mehreren Teilbeträgen an die Arbeiter ausbezahlt.
Die jeweiligen Firmeninhaber hatten nur eingeschränkten bzw. keinen Zugriff auf das Firmenkonto. Die Zustellverträge wurden auf die Folgefirma abgeändert und die Zusteller wurden von der neuen Firma übernommen. Manche Zusteller waren innerhalb von drei Jahren bei drei und mehr Folgefirmen beschäftigt.

Der 53-Jährige hat mit seiner und den Folgefirmen der Sozialversicherung Beiträge im sechsstelligen Bereich vorenthalten. Dazu kommen noch Finanzschulden und Leistungen vom Insolvenzausgleichsfond, sowie die Gläubigerforderungen. Der Gesamtschaden dürfte daher über eine Million Euro liegen. 

Der Hauptbeschuldigte setzte sich in der Zwischenzeit nach Deutschland ab, informierte die Polizei am Dienstag in einer Presseaussendung.

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16. Dezember 2019