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Leiche des vermissten Bergsteigers am Traunstein gefunden

17.Februar 2020

Auch der Polizeihubschrauber Libelle war im Einsatz. 

Laut Bernhard Ebner, Einsatzleiter der Bergrettung Gmunden, dürfte der 37-Jährige seine Abstiegsroute verfehlt haben. Er sei zu früh abgezweigt, habe in unwegsamem Gelände den Halt verloren und sei rund 500 Meter in die Tiefe gestürzt. In den Mittagsstunden war die Bergung des Toten im Laufen, sagte Ebner den OÖN.

Seit Sonntagnachmittag hatten die Einsatzkräfte am Traunstein nach dem Vermissten gesucht. Die letzte Nachricht kam am Sonntag kurz nach 10 Uhr vormittags. Da hatte Sebastian U. den Gipfel des Traunsteins bereits erreicht und freudig über seine gelungene Bergtour berichtet. Der 37-Jährige aus dem Bezirk Vöcklabruck war gestern über den Hernlersteig auf den 1691 Meter hohen Berg gestiegen und danach dem verschneiten Weg zum Gipfelkreuz gefolgt.

Danach verlor sich die Spur des Ausdauersportlers. Weil seine Frau bis zum Nachmittag nichts mehr von ihm gehört hatte, alarmierte sie gegen 14.30 Uhr die Bergrettung. Die Gmundner Bergretter setzten daraufhin alle Hebel in Bewegung: Weil keinerlei Informationen über den geplanten Abstiegsweg des 37-Jährigen bekannt waren, wurden sämtliche Wege-und Wegvarianten auf dem Traunstein abgesucht.

Suche Montagfrüh fortgesetzt

Ein Teil der Bergretter wurde dazu vom Linzer Polizeihubschrauber Libelle auf den Berg geflogen. "Wir haben mit 20 Leuten alle Wege im Auf-und Abstieg abgesucht. Leider ohne Erfolg", sagt Ebner. Weil die Suchaktion bis zum Einbruch der Dunkelheit keinen Erfolg brachte, wurde der FLIR-Hubschrauber der Polizei aus Salzburg angefordert. Doch auch die Wärmebildkameras konnten den Bergsteiger nicht aufspüren. Um 20.45 Uhr wurde die Suchaktion schließlich abgebrochen. Am Montag standen die Bergretter seit 7:30 Uhr im Einsatz. 

Video: Alpinpolizist Markus Hufnagl und Bernhard Ebner von der Bergrettung im Interview

Man habe vorerst keinen Anhaltspunkt gehabt, wo der Mann absteigen wollte, so Ebner. Schließlich fanden die Einsatzkräfte zwischen dem Gipfelkreuz und einer Abstiegsroute Spuren, die plötzlich endeten. Eine Suche mit dem Hubschrauber bestätigte die Befürchtungen der Bergretter: Der 37-Jährige dürfte den Einstieg zur Mairalm verfehlt haben und war abseits einer regulären Route "in sehr exponiertem Gelände bestimmt 500 Meter" über eine Wand gestürzt, sagte Ebner.

Ebner warnte davor, den Traunstein für schneefrei zu halten, auch wenn es von herunten so aussehe. Denn oben müsse man immer wieder Schneebänder queren und "da gibt es am Traunstein keinen Halt mehr". Noch seien auch die Hütten geschlossen, aber: "Das milde Wetter verleitet die Leute", so Ebner. 

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09. Juli 2020