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Oberösterreich

Aus für Linzer Hängebrücke

Von nachrichten.at   02. Juni 2021 15:51 Uhr

Kehrtwende: Vorstand des Linzer Zoos sagt endgültig Nein zur Hängebrücke
Nach dem Nein des Linzer Zoos scheint die Realisierung der Hängebrücke nun unwahrscheinlich.

LINZ. Seit Jahren wird über eine mögliche Hängebrücke zwischen Pöstlingberg und Freinberg diskutiert. Jetzt hat das Landesverwaltungsgericht das Vorhaben gestoppt.

Dem Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SP) flatterten dieser Tage gleich zwei Erkenntnisse ins Rathaus, eines vom Landesverwaltungsgerichts (LVwG) und eines vom Land OÖ. Bei ersterem ging es um die geplante Erweiterung der Firma Fabasoft in der Altenbergerstraße in Urfahr. Das Vorhaben ist bekanntlich seit Februar des Vorjahres vom Tisch, das nötige Umwidmungsverfahren wurde damals nach vielen Diskussionen gestoppt. Das Unternehmen hat aber Beschwerde gegen eine untersagte Rodung  am Areal eingereicht - dieser wurde vom LVwG  stattgegeben. Eine Rodung unter Auflagen (Stichwort Ersatzaufforstung) wird damit möglich. Am gestoppten Umwidmungsverfahren ändert diese Entscheidung nichts, allerdings steht es Fabasoft wie gehabt frei, jederzeit einen neuen Anlauf zur Umwidmung zu starten.

Bei zweiterem ging es um das Projekt der rund 500 Meter langen Hängebrücke zwischen dem Pöstlingberg und dem Freinberg. "Die negativen Auswirkungen auf den Natur- und Landschaftsschutz, die regionale Grünzone, Planungen des Bundes im Sinne der Gefährdung ökologischer Maßnahmen in Zusammenhang mit der Errichtung und dem Betrieb der A 26 und forstfachliche Bedenken haben seitens der Aufsichtsbehörde zur Versagung der zur Genehmigung vorgelegten Verordnung geführt", heißt es in dem Erkenntnis des LVwG. Damit gibt es kein grünes Licht für die Flächenwidmungsänderung, die die Stadt vergangenen Juli im Gemeinderat mehrheitlich beschlossen hat. Die ist für den Bau der Brücke aber nötig.

Projektbetreiber gibt sich bedeckt

Bürgermeister Luger verweist heute darauf, dass die Stadt Linz im Stellungnahmeverfahren ein Gutachten des Projektanten vorgelegt habe, mit dem versucht wurde die angeführten Kritikpunkte zu entkräften. Überzeugen konnte das das Land aber nicht: Es fällte keine positive Beurteilung. Zustimmung gab es hingegen für das anhängige Rodungsverfahren, das sei "grundsätzlich genehmigungsfähig". Ohne entsprechende Widmung sei eine weitere Verfolgung aber obsolet, heißt es dazu von Luger.

„Ich nehme beide Entscheidungen im Fall von Fabasoft und dem Hängebrücken-Projekt zur Kenntnis und plädiere mangels Erfolgsaussichten für die pragmatische Vorgangsweise, die eine Revision ausschließt“, so Bürgermeister Luger.

Projektbetreiber Hannes Dejaco gibt sich auf OÖN-Anfrage zum augenscheinlichen Aus des 2018 erstmals präsentierten Vorhabens bedeckt: „Ich kenne den Bescheid noch nicht. Und bevor ich die Details nicht kenne, kann ich dazu nichts sagen.“ Via Aussendung lässt er später wissen, dass er weiterhin davon überzeugt sei, dass "mit der Projektgestaltung alle raumordnungsrechtlichen Hürden überwunden werden können". Dejaco kündigt weiters an, sich mit den Stadtverantwortlichen darüber verständigen zu wollen, ob nicht doch eine Beschwerde gegen den Bescheid des Landes eingebracht wird.

Linzer Hängebrücke
Große Pläne: So hätte die geplante Hängebrücke aussehen sollen.

"Sieg für den Naturschutz"

Von einem Sieg für den Naturschutz spricht heute Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne): "Der nun vorliegende Bescheid zeigt einmal mehr, welche verheerenden Folgen diese Event-Brücke für das Natur-und Naherholungsgebiet am Freinberg hätte." Für Schobesberger steht außer Frage, dass das Projekt "jetzt endgültig vom Tisch muss". Dank der Entscheidung der Aufsichtsbehörde sei sicher gestellt, dass der Schutz der Natur- und Naherholungsgebiete wichtiger sei, als die Interessen eines privaten Investors.

Das Vorhaben ist in der Stadtpolitik schon länger umstritten, Kritik gibt es nicht nur von den Grünen, sondern auch von der ÖVP und den Neos. Beschlossen wurde die Umwidmung im Juli des Vorjahres mit Stimmen von SPÖ und FPÖ, die dem Projekt positiv gegenüberstehen. 

Hürden gab es für das Vorhaben auch abseits der politischen Bühne: Angefangen von brütenden Wanderfalken auf der Urfahraner Seite über ein negatives naturkundliches Gutachten bis hin zur Ablehnung des Projektes vom Tiergarten Linz. Dort sollte, so sehen es die Pläne zumindest vor, ein Brückenkopf samt Einstiegstelle errichtet werden. Diskussionen gab es viele, Dejaco bot zuletzt u. a. an den Eingangsbereich des Zoos umfassend zu sanieren. Einigung gab es keine. Der Vorstand des Zoos entschied vergangenen Oktober "sich künftig nicht mehr mit dem Hängebrückenprojekt zu befassen." Schon damals wurde über das endgültige Aus des Projektes spekuliert, die Zustimmung des Zoos ist für die Realisierung der Brücke nämlich nötig.

 

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