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Aus dem Mühlviertel nach Travemünde

Von Karin Haas   25.Mai 2019

Simon Brandstetter

Es wird das Parade-Hotel auf der vielleicht schönsten Ostsee-Halbinsel und es wird ein gebürtiger Mühlviertler leiten, der obendrein aus der Mühlviertler Gastroschmiede in Bad Leonfelden kommt.
Ab Juli wird Simon Brandstetter (41) aus Neumarkt im Mühlkreis das Hotel Priwall in Travemünde/Lübeck mit 110 Zimmern schaukeln und als Geschäftsführer auch für eine eigene Bäckerei, Kaffeerösterei, zwei Bars und ein Tapas-Restaurant verantwortlich sein.

Eröffnet soll es Mitte November werden. Denn kürzlich war auf der Baustelle Dachgleiche. Doch Tempo ist man dort gewohnt. Das Hotel ist Teil eines Ferienhauskomplexes mit 2600 Betten.
Tempo und viel Arbeit ist auch Simon Brandstetter gewohnt. Der gelernte Hotelkaufmann fährt derzeit noch in Diensten der Fischrestaurant-Kette Nordsee durch Österreich, um sich als einer von drei Betriebsleiter um „seine“ Filialen zu kümmern. Dass ihn Stress kalt lässt, bewies Simon Brandstetter einmal mehr, als er Jahre davor die Stadien schaukelte und bei Konzerte wie ACDC mit 70.000 Besuchern im Einsatz war.

Da war die gastronomische Bespielung der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Wien und Innsbruck schon fast eine Übung aus dem kleinen Finger. Seine ersten Gastro-Sporen hatte sich Simon Brandstetter auf Hapag-Lloyd-Kreuzfahrtschiffen verdient, auf denen er neun Jahre lang etwa Bars und den Einkauf schaukelte.
Nebst viel Erfahrung nahm er von dort seinen Lebensmenschen, seine Gattin Inge, eine gebürtige Deutsche, mit. Mit ihr kehrt er quasi nun zu ihr nach Hause zurück. Dies sehr zum Leidwesen seiner Eltern Magda und Bert Brandstetter, dem langjährigen früheren Präsidenten der Katholischen Aktion im Lande, die bald von Neumarkt im Mühlkreis nach Travemünde müssen, wollen sie ihre Enkeltochter Emily (10) öfter als auf Heimaturlaub sehen.
Doch es gibt Schlimmeres, als in ein Luxushotel an der Ostsee fahren zu müssen.

 

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18. Juli 2019