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Oberösterreich

Ärzte: „Impfstopp für das Spitalspersonal gefährdet Patientenversorgung“

Von nachrichten.at/Thomas Streif   22. Januar 2021 14:23 Uhr

Corona-Impfungen

OBERÖSTERREICH. 20 Ärzte aus Oberösterreich gehen mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Sie fordern, die schnellstmögliche Impfung des gesamten Spitalpersonals. Die Vorgehensweise der Politik sei "inakzeptabel".

Diesen Montag berichteten die OÖN exklusiv, dass es bei den Impfungen für das Personal der oberösterreichischen Spitäler zu einer Verzögerung kommen soll.

Bei einem Teil der Belegschaft wurde mit den Impfungen zwar bereits begonnen, allerdings soll die Fortsetzung der Impfungen für die Spitalsmitarbeiter erst in der Kalenderwoche acht, also Ende Februar, fortgesetzt werden. Innerhalb weiten Teilen des Krankenhauspersonals dürfte der Unmut über die Verzögerung bei den geplanten Impfungen groß sein.  Von einem "Schlag ins Gesicht" sprach ein Mitarbeiter des Rieder Spitals, der nicht namentlich genannt werden möchte, im OÖN-Gespräch. Es brodle bei den Mitarbeitern, das Verständnis, länger auf die Impfung warten zu müssen, sei endenwollend. Ursprünglich seien 750 Impfdosen versprochen worden, das sei aber auf 240 reduziert worden. "Das Personal versteht diesen untragbaren Zustand nicht, die Impfbereitschaft ist mittlerweile sehr hoch", schrieb ein weiterer Mitarbeiter vergangenes Wochenende an die OÖN. Die Verzögerung sei eine "Hiobsbotschaft."

Jetzt geht die „Ärzteinitiative Oberösterreich“ mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Insgesamt 20 Ärzte, darunter auch Primarärzte, der Krankenhäuser Braunau, Ried, Wels-Grieskirchen, Gmunden und Kirchdorf haben das Schreiben unterzeichnet. „Um die Versorgung schwerkranker Patienten sicherzustellen, setzen sich Pflegepersonal und Ärzteschaft jeden Tag einem hohen Infektionsrisiko aus“, heißt es in dem Schreiben.

Die Aufgaben der Spitäler in der Corona-Pandemie seien umfassend. Die Liste reiche von der Akutversorgung von Patienten über die Aufrechterhaltung des Routinebetriebs bis hin zu Abarbeiten von langen Wartelisten an verschobener Untersuchungen und Eingriffen.

"Vorgehensweise der Landespolitik inakzeptabel"

„Zur Erfüllung dieser Aufgaben muss ein Großteil der Belegschaft einsatzfähig bleiben, dieses Ziel ist nur mit einer hohen Durchimpfungsrate unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen. In Anbetracht der Durchimpfungsrate in Spitälern anderer Bundesländer sehen wir uns zu entschlossenem Handeln gezwungen.  Wir betrachten die Vorgangsweise der oberösterreichischen Landespolitik als inakzeptabel“, schreiben die Ärzte.

Sie fordern eine sofortige Wiederaufnahme und schnellstmögliche Impfung des gesamten Spitalpersonals in Oberösterreich, eine transparente Informationspolitik bei der Auslieferung von Impfdosen an das Gesundheitspersonal in Oberösterreich sowie die verlässliche Lieferung der zugesagten Impfdosen.

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