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Ab Herbst gelten strengere Kriterien für Hundehalter

Von OÖN   30.April 2021

Ab Herbst gelten strengere Kriterien für Hundehalter
Hundehalter: Ab 1. September ist ein Kurs samt Prüfung verpflichtend. (vowe)

Begonnen hatte die Debatte, nachdem im Sommer 2019 in Ottensheim ein Zwölfjähriger von einem Pitbull-Mischling attackiert worden war. Die politische Forderung nach einer Rasseliste, auf der "potenziell gefährliche Hunde" geführt werden, wurde laut. Ein entsprechender Passus im Entwurf der Novelle des Hundehaltergesetzes missfiel aber vor allem Tierschutzorganisationen.

Jetzt steht fest: Eine Rasseliste wird es in Oberösterreich nicht geben. Im zuständigen Unterausschuss einigten sich die Landtagsfraktionen am Donnerstag vielmehr darauf, nicht bei den Tieren, sondern bei den Besitzern der Hunde anzusetzen.

Ab Herbst werden strengere Kriterien für die Berechtigung, einen Hund zu halten, gelten. Ein mehrstündiger Ausbildungskurs, der mit einer Prüfung abzuschließen ist, wird nötig sein. Zudem ist für potenzielle Hundebesitzer künftig ein beratendes Rasseauswahlgespräch verpflichtend. "Dabei werden sie von Experten daraufhin sensibilisiert, dass nicht jeder Hund zu jedem Herrl oder jeder Wohnung passt", heißt es aus dem Büro des zuständigen Landesrats Wolfgang Klinger (FP). Auch bezüglich Versicherung werden die Regeln verschärft: Zahlt ein Hundehalter seine Versicherungsprämie nicht ein, sind Versicherungsunternehmen künftig verpflichtet, das bei der Gemeinde zu melden.

Ob auf öffentlichen Plätzen wie Spielplätzen oder Motorikparks außerhalb des Ortsgebiets Hunde zugelassen werden, dürfen künftig die Kommunen selbst entscheiden. "Die Gemeinden kennen die Situation vor Ort am besten", sagt SP-Klubchef Michael Lindner, auf dessen Initiative dieser Passus aufgenommen wurde.

Von einer "Vorreiterrolle Oberösterreichs im Zusammenleben von Mensch und Hund" spricht VP-Klubchef Christian Dörfel. Er hebt auch die Verschränkung von Hunderegister und Heimtierdatenbank des Bundes hervor, die das Auffinden von Hunden erleichtere.

Der Landtag wird am 27. Mai über die Gesetzesnovelle abstimmen. Am 1. September soll sie dann laut Klinger in Kraft treten.

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18. Juni 2021