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Oberösterreich

Zuflucht im Luftschutzkeller: "Wir lebten in ständiger Todesangst"

LINZ. Der 78-jährige Linzer Erich Neuweg erinnert sich im OÖN-Gespräch an die Bombenangriffe der US-Geschwader auf Linz.

Zuflucht im Luftschutzkeller: "Wir lebten in ständiger Todesangst"

Zeitzeuge der Bombenangriffe auf Linz: Erich Neuweg Bild: VOLKER WEIHBOLD

Am 25. Juli 1944 wurde Linz zum ersten Mal Ziel von US-Bomberverbänden. Bis kurz vor Kriegsende dauerten die Angriffe. Für die Bevölkerung war es jedes Mal ein traumatisches Erlebnis, wenn der Fliegeralarm losging und man Zuflucht in einem der gut zwanzig Luftschutzbunker suchen musste – bombensicheren Fels- und Sandstollen wie der "Limonistollen" unter dem Bauernberg am Froschberg, der 1700 Menschen Platz bot. Hier befand sich auch der Befehlsstand von Gauleiter August Eigruber und der Wehrmacht.

Ein anderer weitläufiger Luftschutzkeller befand sich nahe der Kapuzinerkirche. Dorthin flüchtete die Familie von Erich Neuweg, wenn wieder einmal die Sirenen heulten. Die Nachricht von dem Fliegerbombenfund in der Coulinstraße hat bei dem 78-jährigen Linzer schlimme Erinnerungen wachgerufen. Fünf Luftangriffe von US-Bombern hat er miterlebt. "Meine Eltern waren gehörlos, ich musste sie jedes Mal auf den Alarm aufmerksam machen", berichtet er. Die Koffer waren stets fertig gepackt, "dann sind wir die hundert Meter hinüber zum Bunker gerannt". Oft erreichten sie den Unterschlupf im letzten Moment. "Einmal haben wir noch gesehen, wie eine Bombe das Gebäude Ecke Steingasse-Waltherstraße getroffen hat, alles ist in die Luft geflogen."

In dem Luftschutzkeller in der Kapuzinerstraße war auch die Zentrale der Stadtverwaltung untergebracht: "Nach dem Krieg hat man dort Champignons gezüchtet", sagt Neuweg. Die Enge in dem Stollen sei bedrückend gewesen. "Wenn eine Bombe niedergegangen ist, rieselte der Sand von den Stollenflözen, das Licht ist ausgefallen und die Menschen haben in Panik geschrien, manche haben gebetet." Bis zu drei Stunden mussten sie ausharren, erst dann kam die Entwarnung.

Daheim erwartete sie das Chaos: "Die Fenster waren kaputt, die Wände voller Bombensplitter", berichtet Neuweg. Die Flak sei damals beim "Zwölferturm" am Kürnberg in Leonding postiert gewesen. In der Stadt selbst habe es keine Luftabwehr mehr gegeben. Mit seiner Mutter und dem jüngeren Bruder wurde Neuweg evakuiert. "Wir sind bis Kriegsende auf einem Bauernhof in Peuerbach untergekommen, der Vater blieb in Linz." Die Familie hat den Krieg überlebt.

Funde wie am Mittwoch in der Coulinstraße werde es sicher noch viele geben, ist Neuweg überzeugt. Zuletzt explodierte eine Fliegerbombe in Linz am 7. Oktober 2004 beim Fernheizwerk in der Industriezeile. Es gab zwei Verletzte.

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Artikel (kri) 19. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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