Lade Inhalte...

Oberösterreich

Zigarettenrauch stört 90 Prozent der Lokalgäste

Von (fsa)   22. Februar 2011 00:04 Uhr

Rauch stört 90 Prozent der Lokalgäste
Zigarettenrauch in Lokalen stört auch viele Raucher.

LINZ/WIEN. 90 Prozent der Besucher von Lokalen fühlen sich durch Zigarettenrauch in irgendeiner Form belastet: Das ergab eine Befragung von 1590 Gästen in 81 Wiener Gastronomiebetrieben. Sogar mehr als 80 Prozent der Raucher gaben an, dass sie der Rauch im Lokal stört.

„Zigarettenrauch in Lokalen ist offenbar nicht mehr gefragt – weder beim Essen, noch in Form von verqualmter Kleidung“, sagte gestern Maria-Anna Gasser, Autorin einer Diplomarbeit für die MedUni Wien, in deren Rahmen sie die Umfrage durchführte. Die Befragung erfolgte mit einem Fragebogen, der vom Institut für Medizinische Psychologie in Graz erstellt wurde.

Eine Mehrheit der Befragten sprach sich laut Gasser für ein generelles Rauchverbot in Lokalen aus: „70 Prozent der Nichtraucher, 47 Prozent der Gelegenheitsraucher und 25 Prozent der Raucher“

Auch das Ergebnis von Luftmessungen in 112 Wiener Lokalen wurde präsentiert. Manfred Neuberger von der MedUni Wien: „Der Anteil an Staubteilchen in der Raumluft von Raucherbereichen war um ein Vielfaches höher als in Nichtraucherbereichen und sogar höher als im Wiener Straßenverkehr.“ In einem mittel belasteten Raucherlokal gebe es extreme Feinstaubbelastungen von 600 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Gerald Maurer, Chef der Universitätsklinik für Kardiologie an der MedUni Wien: „Die Einführung eines generellen Rauchverbots in Lokalen reduziert die Herzinfarktrate drastisch – innerhalb des ersten Jahres um bis zu 20 Prozent. Österreich ist eine Insel der seligen Raucher.“

Laut Peter Paul Frömmel, Chef der Sparte Gastronomie der Wirtschaftskammer OÖ., hat sich das Tabakgesetz bewährt: „Von den österreichweit rund 70.000 Gastronomiebetrieben bieten 58 Prozent getrennte Räumlichkeiten für Raucher und Nichtraucher an. 13.500 Wirte mussten teure Umbaumaßnahmen finanzieren. Das wird auch von der Mehrheit der Bevölkerung anerkannt.“

Auch Erwin Kerschbaummayr, Obmann der Fachgruppe Trafikanten bei der Wirtschaftskammer OÖ., wünscht sich, dass das Tabakgesetz so bleibt wie es ist: „Leute, die sich nicht daran halten, sollten bestraft werden.“ Allein in Linz gab es laut der Bezirksverwaltungschefin Martina Steininger bisher 560 Anzeigen wegen Verstoßes gegen den Nichtraucherschutz in Lokalen: „Es wird auch gestraft. Wirte müssen bei einer Anzeige mit 300, bei drei Anzeigen mit 2000 Euro Bußgeld rechnen.“

 

Extreme Staubbelastung in Raucherlokalen

Luftmessungen in Wien ergaben extreme Feinstaubbelastungen in Lokalen, in denen geraucht wird. Manfred Neuberger, Leiter der Abteilung für Präventivmedizin am Institut für Umwelthygiene der MedUni Wien: „Der Grenzwert für die Feinstaubbelastung in der Umgebungsluft liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In einem mittel belasteten Raucherlokal haben Sie Belastungen von 600 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.“ Laut der Untersuchung in 112 Gastronomiebetrieben ist die Luft in Nichtraucherlokalen am reinsten. Abgetrennte Raucherzonen belasten auch die Luft in den Nichtraucherzonen.

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Oberösterreich

80  Kommentare expand_more 80  Kommentare expand_less