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Oberösterreich

Zigarette könnte Waldbrand in Hallstatt ausgelöst haben

22. August 2018 21:00 Uhr

Waldbrand in Hallstatt: Löscharbeiten gehen weiter

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HALLSTATT. Auch am Mittwoch haben die Einsatzkräfte der Feuerwehren gegen die Flammen am Echernwand Klettersteig in Hallstatt (Bezirk Gmunden) gekämpft, am Donnerstag soll der Einsatz fortgesetzt werden.

Laut dem Bezirkfeuerwehrkommandanten von Gmunden Stefan Schiendorfer wäre es wegen erschwerenden Umstände "vermessen, zu sagen: Wir werden heute ablöschen". Der Brand könne vorerst nur klein und begrenzt gehalten werden.

Die Helfer haben sich Mittwochnachmittag auf einen längeren Einsatz eingerichtet, berichtete der Bezirkfeuerwehrkommandant von Gmunden Stefan Schiendorfer. Auch am Abend war noch kein "Brand aus" in Sicht. Am Donnerstag wird der Löscheinsatz mit Hubschraubern des Bundesheeres fortgesetzt.

Ob die Evakuierungszone dann eventuell ausgeweitet werden muss, wird sich zeigen. Die Einsatzkräfte hoffen unterdessen auf den angekündigten Regen.

Am Mittwochabend lagen erste Ergebnisse der Erhebungen durch die Experten der die Brandverhütungsstelle Oberösterreich vor. Diese legen die Vermutung nahe, dass der Brand durch eine achtlos weggeworfene Zigarette entstanden sein könnte, teilte die Landespolizeidirektion am Abend mit. 

"Großer Flugbetrieb" über Hallstatt

Am Mittwoch war "großer Flugbetrieb", schilderte der Feuerwehrkommandant. Vier Hubschrauber des Bundesheeres und der Polizei flogen Wasser aus dem Hallstättersee zum Brandort am Berg und warfen es dort ab. Die täglich erlaubten Flugzeiten der Piloten, die seit der Früh im Einsatz waren, waren am Nachmittag abgelaufen. Deshalb wurde begonnen, die Maschinen und ihre Besatzungen durch andere zu ersetzen. Auch beim "Bodenpersonal" von Feuerwehr und Bergrettung wurde geplant, weitere Helfer aus dem gesamten Bezirk Gmunden abzurufen.

Waldbrand in Hallstatt: Löscharbeiten gehen weiter

Die Lage am Brandort war weitgehend unverändert. Wegen des steilen Geländes war die Bekämpfung des Feuers aus der Nähe nicht möglich. Der Zutritt zum Fuß der Wand war aus Sicherheitsgründen verboten. Denn immer wieder stürzten Felsbrocken und Wurzelstöcke oder Bäume herunter. Mit dem von den Hubschraubern abgeworfenen Wasser können "kleinere Sachen" gelöscht werden, wie es Schiendorfer ausdrückte. Aber immer wieder falle auch Brandgut herunter, das wieder an neuen Plätze Feuer auslöse.

Salinen-Mitarbeiter helfen

Gut hingegen funktioniere der Schutz des oberhalb des Brandortes gelegenen Waldes durch acht Strahlrohre. Sie werden von den Feuerwehrleuten bedient. Diese werden von der Bergrettung mit Seilen gesichert. Das Löschwasser kommt aus eigens verlegten Leitungen und einem am Berg angelegten Depot. Auch die Mitarbeiter der Salinen AG spritzen aus der Standseilbahn auf den Salzberg Wasser in den Wald um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. Verletzte forderte der Einsatz - soweit der Leitung bekannt - vorerst nicht.

Waldbrand in Hallstatt: Löscharbeiten gehen weiter

 

Die Einsatzleitung befasste sich Mittwochnachmittag bereits mit der Planung für den Donnerstag. Denn wegen des betroffenen steilen Geländes ist ein schnelles "Abhaken der Lage" nicht möglich, gab Schiendorfer zu bedenken. Vorerst könne nur versucht werden, eine weitere Ausbreitung des Brandes zu verhindern.

Erst ein für das Wochenende angekündigte kräftiger Regen könne die Brandherde unter der Oberfläche des Waldbodens komplett löschen. Auf diesen müsse gewartet werden.

Der Brand war am Dienstag entdeckt worden – die OÖN berichteten. Betroffen war das trockene Gras entlang des von Alpinisten viel frequentierten Klettersteiges. Bald entstand in dem steilen Gelände unter der Boden-Oberfläche ein Glimmbrand mit starker Rauchentwicklung. Das Feuer breitete sich rasch aus.

Standseilbahn und Schaubergwerk geschlossen

Die Salzwelten Hallstatt wurden vorsichtshalber geschlossen und bleiben es auch weiterhin, teilten die Verantwortlichen am Mittwochnachmittag mit. Betroffen sind die Salzbergbahn, das Schaubergwerk und der Shop in der Talstation. Darüber, wie lange die Sperre noch andauert, informieren die Salzwelten auf aktuell auf ihrer Website

Mitarbeiter der Salzwelten und Salinen Austria AG waren am Mittwoch damit beschäftigt die Trasse der Salzbergbahn zu sichern. Auch die Wanderwege in Hallstätter Hochtal sind gesperrt. 

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Der Einsteig in den Klettersteig wurde verboten. Erste Löschversuche auch mit Unterstützung der Bergrettung mussten schon am Dienstag abgebrochen werden. Es lösten sich mehrere Steine, Wurzelstöcke sowie brennende Baustämme und stürzten in die Tiefe. Weil das Verletzungsrisiko zu groß wurde mussten sich die Helfer zurückziehen.

Danach wurden Hubschrauber des Innenministeriums, des Bundesheeres und einer privaten Firma angefordert. Die Besatzungen schöpften Wasser aus dem Hallstättersee und warfen es über dem Brandherd ab. Außerdem wurden am Salzberg eine mehrere Hundert Meter lange Löschwasserleitung zum Ausstieg des Klettersteiges verlegt und ein Wasser- und Materialdepot angelegt. Dienstagabend war die Feuerwehr noch optimistisch, den Brand unter Kontrolle zu bekommen.

 

Felsbrocken stürzte in Garten

Über Nacht wurden die Flüge eingestellt. Außerdem wurde ein Haus am Fuße der Wand evakuiert. Wie richtig diese Maßnahme war, zeigte sich in der Früh: Ein Felsbrocken in der Größe eines Tisches war in dessen Garten gefallen und bis zum Gebäude gerollt. Bei Tageslicht wurde die Lage neu erkundet. Dabei zeigte sich, dass sich der Brand ausgebreitet hatte und durch die mit der aufgehenden Sonne entstehende Thermik weiter angefacht wurde.

In Absprache mit dem Landesgeologen und der Wildbach- und Lawinenverbauung wurde die Evakuierung weiterer Häuser angeordnet. Denn wenn Löschwasser auf die vom Brand erhitzten Felsen trifft zerspringen diese und die Bruchstücke fallen in die Tiefe, schilderte Schiendorfer.

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Neun Feuerwehren im Einsatz

Insgesamt neun Feuerwehren rückten mit über 70 Helfern aus, dazu 20 Bergretter und Beamte der Polizei. Vom Bergkamm herab wurde mit acht Strahlrohren versucht, eine Ausbreitung des Brandes von unterhalb nach oben in den Hochwald zu verhindern. Vier Hubschrauber des Bundesheeres und des Innenministeriums flogen wieder Löscheinsätze. Die Mitarbeiter der Saline Austria spritzten Wasser entlang der Standseilbahn, um diese und den darunterliegenden Ort zu schützen.

Video: Die Löscharbeiten sind seit Dienstag im Gange

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