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Oberösterreich

Ziemlich beschrankt: Die ÖBB sichern in Schwertberg eine Maisfeld-Zufahrt

Von Bernhard Leitner   27. September 2017

Das zu erwartende Verkehrsaufkommen rund um den neuen Bahnschranken in Aisting ist eher überschaubar.  

SCHWERTBERG. Neue Schrankenanlage an der Donauuferbahn kostet „niedrigen sechsstelligen Betrag“.

17 Bahnschranken und Lichtzeichen-Anlagen errichten die ÖBB derzeit entlang der Donauuferbahn zur Sicherung von Bahnkreuzungen.

Mitunter an sehr kuriosen Stellen. Im Westen von Schwertberg wurden beispielsweise auf einer Distanz von rund 700 Metern vier Schrankenanlagen montiert. Eine an der Aisttalstraße, eine am Güterweg zwischen Niederzirking und Haid – und zwei weitere an rein landwirtschaftlich genutzten Feldwegen. In Aisting wurde eine Schrankenanlage sogar zwischen einer als Sackgasse gekennzeichneten Zufahrtsstraße und einem Maisfeld errichtet.
„Hier fährt oft wochenlang kein einziges Fahrzeug. Das ist ein Schildbürgerstreich ersten Ranges“, ärgert sich OÖN-Leser Franz Schwarz, dass an dieser Stelle eine Schrankenanlage errichtet wurde, während es im Land viele ungesicherte Bahnkreuzungen mit hohem Verkehrsaufkommen gibt.

Der Schranken zum Maisfeld ersetze ein älteres, händisch zu betätigendes Modell, sagt jener Landwirt, der den privaten Bahnübergang nutzt. „Bisher war es so, dass ich jedes Mal, wenn ich zu meinem Feld fahren wollte, den Schranken händisch aufsperren und der ÖBB-Streckenleitung Bescheid geben musste.“ Das sei nun nicht mehr notwendig. Ihm persönlich hätte eine Lichtanlage als Sicherung gereicht, sagt der Landwirt. Dass es ein vollbeschrankter Übergang geworden ist, sei Sache der ÖBB.

Aufruf an unsere Leser: Kennen Sie ungewöhnliche Orte und Stellen, die von Bahnschranken oder Lichtzeichen-Anlagen gesichert werden? Schicken Sie uns Ihre Fotos an online@nachrichten.at!

„Wollten Übergang auflassen“

Der Sicherheitsaspekt sei bei der Erneuerung des Schrankens im Vordergrund gestanden, sagt ÖBB-Sprecher Karl Leitner auf Anfrage. Man habe versucht, den Übergang aufzulösen, „denn die sicherste Bahnkreuzung ist jene, die wir auflassen können“. Bei den Verhandlungen mit dem betroffenen Landwirt konnten die ÖBB aber keine Einigung erzielen.

Ohne die Zufahrt über die Bahnstrecke müsste der Landwirt einen Umweg von gut einem Kilometer in Kauf nehmen, um zu seinem Feld zu gelangen.

Weil nun aber jede Bahnkreuzung, sei sie nun öffentlich oder privat, laut Vorschrift technisch zu sichern ist, wurde diese Bestimmung heuer im Sommer auch in Aisting in die Tat umgesetzt. Um einen „niedrigen sechsstelligen Betrag“ wurde ein Schranken inklusive Warnlichtanlage errichtet.

ÖBB-Sprecher Leitner: „Das Eisenbahngesetz schreibt vor, dass alle bestehenden Übergänge, an denen Züge schneller als 60 km/h fahren, mit einer Schrankenanlage zu sichern sind. Hier lässt uns das Gesetz keinen Handlungsspielraum.“ Man errichte im Land aber zahlreiche Bahnschranken auch an stark befahrenen Straßen.

 

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