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Oberösterreich

Wilder Luchs im Gehege: „Quälerei“

27. Oktober 2009 00:04 Uhr

Wilder Luchs in Gehege gesperrt: Für Nationalpark-Chef „Quälerei“

MOLLN. Den in den Kalkalpen ausgewilderten Luchs „Pankratz“ haben Jäger betäubt und in ein Gehege gesperrt. Für den Nationalpark-Direktor ist das ein „Akt von Tierquälerei“. Das Einfangen sei behördlich genehmigt gewesen, kontert der Bezirksjägermeister.

Heuer im Frühjahr wurde die Raubkatze im Nationalpark ausgewildert. Seither habe sich das Tier artgerecht verhalten, Rehe, Hirsche und Marder gejagt, sagen die Verantwortlichen des Nationalparks Kalkalpen.

Jetzt gibt es einen Zwist mit der Jägerschaft. Am vergangenen Freitag haben Jäger das Tier betäubt und eingefangen. Der Grund: Der Sender am Halsband des Luchses habe neue Batterien benötigt. Jetzt befindet sich das Raubtier in einem Gehege des Tierparks Enghagen bei Windischgarsten. Ob bzw. wann der dreijährige „Pankratz“ wieder in die freie Wildbahn kommt, wird morgen Mittwoch entschieden.

Verärgert reagiert Nationalpark-Direktor Erich Mayrhofer auf die Aktion der Jäger: Der angeführte Batteriewechsel sei ein „Vorwand, man hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt“. Die Entscheidung zum Einfangen des Tieres – außerhalb der Grenzen des Nationalparks – sei über die Köpfe der zuständigen Forschergruppe und der Nationalpark-Direktion hinweg erfolgt. Die Batterie hätte erst in zwei Monaten ausgewechselt gehört, sagt Mayrhofer. Zudem würde ein solcher Batteriewechsel samt tierärztlicher Untersuchung nur maximal zwei Stunden dauern. Die Haltung des wilden Luchses in einem Gehege sei „gesetzwidrig“, sagt Mayrhofer. „Eine mehrtägige Gefangenschaft bedeutet, dass das Tier domestiziert wird und sich an den Menschen gewöhnt.“ Eine spätere Freilassung werde so verunmöglicht. „Daher ist diese Gefangenschaft in meinen Augen ein Akt von Tierquälerei“, sagt der Direktor.

Bezirksjägermeister Herbert Sieghartsleitner wehrt sich dagegen, dass die Jägerschaft das Tier illegal gefangen habe. „Wir haben einen Bescheid des Landes Oberösterreich umgesetzt.“

Die Raubkatze habe sich nicht artgerecht verhalten. „Es gab Beschwerden, weil das Tier keine Scheu gegenüber Menschen gezeigt hat“, sagt Sieghartsleitner. Der Luchs habe sich oft in der Nähe von Siedlungsgebieten aufgehalten.

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