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Oberösterreich

Was passiert mit dem Gugl-Stadion?

Von Günther Mayrhofer und Reinhold Gruber   17. März 2018 00:05 Uhr

Was passiert mit dem Gugl-Stadion?
Das Gugl-Oval mitten in Linz: Geht es nach der Stadt Linz, dann wird das Stadion weiterhin Teil der Sportinfrastruktur in Linz bleiben.

LINZ. LASK spielt ab Sommer 2022 im neuen Stadion in Pichling – Was spielt sich auf der Gugl ab?

Der LASK baut ein eigenes Stadion und spielt ab Sommer 2022 in der eigenen Arena in Pichling. Die Frage, die sich nun stellt: Was passiert mit dem Linzer Stadion auf der Gugl?

Das "Stadion der Stadt Linz" wurde 1952 eröffnet. Aktuell trägt dort der zweitklassige FC Blau-Weiß Linz seine Heimspiele aus – mangels Alternativen. Das Leichtathletik-Meeting gibt es nicht mehr, als Bühne für Konzerte hat das Linzer Stadion ebenso ausgedient.

Dass die Gugl keine zeitgemäße Heimstätte für einen Fußball-Profiklub ist, war schon vor Jahren klar. Im Zuge von Österreichs Bewerbung für die Fußball-Europameisterschaft 2008 war Linz mit einem neu zu bauenden Stadion als Austragungsort im Gespräch.

Die Stadt Linz verpasste die Chance, mit der finanziellen Unterstützung des Bundes billiger zu einer neuen Arena zu kommen. "Wir müssen nicht überall dabei sein", sagte der damalige Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SP) im Hinblick auf das Kulturhauptstadt-Jahr 2009.

  • Warum ist das Linzer Stadion kein zeitgemäßes Fußball-Stadion?

Das Stadion steht mitten im Wohngebiet. Es gibt viel zu wenige Parkplätze, ein Verkehrschaos ist bei jedem halbwegs gut besuchten Spiel sicher. Noch schlimmer wird die Situation, wenn am Spieltag gleichzeitig eine Veranstaltung in der angrenzenden Tips-Arena stattfindet. Die Leichtathletik-Laufbahn ist ein Stimmungskiller. 2010 bis 2012 wurde das Stadion um fast 33 Millionen Euro renoviert – am grundsätzlichen Problem des Standorts änderte sich dadurch natürlich nichts.

  • Warum zog der LASK von der Gugl aus?

Da ist zum einen die Verkehrssituation, zum anderen die Eigentümersituation: Die LIVA ist der Betreiber des Stadions. Die Miete pro Heimspiel empfand man beim LASK nicht angemessen. Bei Blau-Weiß Linz kamen im Herbst 2017 im Durchschnitt 1263 Zuschauer zu den Heimspielen in der riesigen Betonschüssel – da bleibt kaum etwas übrig. Dazu vermarktet die LIVA das Stadion selbst und vergibt die Gastronomie. Für die Fußball-Klubs fällt damit ein wichtiges Zusatzgeschäft weg. Der LASK wollte auch keine Kompromisse bei Parallel-Veranstaltungen in der Tips-Arena – vom Ski-Basar über das Tennisturnier bis zum Hansi-Hinterseer-Konzert – mehr eingehen: Dann können die Fußballer zumindest zum Teil die Räumlichkeiten für die VIPs und Parkplätze nicht nutzen. Zuerst wich der LASK nur nach Pasching aus, durch die Verschärfung der Lizenzbedingungen in der Fußball-Bundesliga war ein Wechselspiel nicht mehr möglich. Deswegen nahm der LASK am 20. Mai 2016 mit dem letzten Heimspiel auf der Gugl Abschied von Linz und trägt seitdem in der "TGW-Arena" in Pasching die Heimpartien aus. Durch den Pachtvertrag mit der Gemeinde ist der LASK dort selbst Hausherr. Blau-Weiß Linz muss mit den Kompromissen leben – weil der Klub keine andere Wahl hat.

  • Bleibt Blau-Weiß Linz im Linzer Stadion?

Kurzfristig ja, auch wenn die Gugl für den Erste-Liga-Klub ein finanzieller Klotz am Schussbein ist. Es gibt zwar Gedanken, ein eigenes, kleines Stadion zu bauen, doch der Klub kann das nicht stemmen. Es ist nicht gänzlich ausgeschlossen, dass der LASK den Stadtrivalen in der eigenen Arena aufnehme – natürlich gegen Miete. Das wird den Blau-Weiß-Linz-Fans allerdings ganz schwierig zu vermitteln sein...

  • Hat die Entscheidung des LASK, ein eigenes Stadion zu bauen, Auswirkungen auf die Zukunft des Gugl-Ovals?

Nein, sagt Bürgermeister Klaus Luger (SP). Die Situation sei nicht anders als vor zwei Jahren, als der LASK beschlossen hat, der Gugl den Rücken zu kehren. "Ich bin der Meinung, dass eine Stadt mit mehr als 200.000 Einwohnern ein Stadion braucht, das sich im Eigentum der öffentlichen Hand befindet", sagte Luger gestern den OÖNachrichten.

  • Welche Zukunft wird auf der Gugl angestrebt?

Es wird ein Ort bleiben, an dem die Sportinfrastruktur zur Verfügung stehen wird. Die Entscheidung für eine Zukunft mit Stadion auf der Gugl wurde gefällt, ohne dass dies mit dem Fußball zu tun hatte. Denn als der Neubau der an das Stadion angrenzenden Sporthalle zur Diskussion stand, verständigten sich Stadt Linz und Land in Person von Bürgermeister Franz Dobusch und Landeshauptmann Josef Pühringer darauf, dass auch das angrenzende Stadion saniert wird. Mit ein Hauptgrund dafür waren die gemeinsamen Räumlichkeiten, die sowohl bei Veranstaltungen in der TipsArena als auch bei Stadion-Events genutzt werden können. "Bund, Stadt und Land haben sich dazu bekannt, dass es auf der Gugl eine Sportinfrastruktur geben soll", sagte Luger. Ganz abgesehen davon, dass in der Nähe auch der Olympiastützpunkt ist. Zudem würden im Stadion auch Leichtathleten gute Trainingsbedingungen vorfinden.

 

Das Linzer Stadion

Das Linzer Stadion
Frühe Parkplatzprobleme

1952 - Eröffnung: Am 28. Juni wird das Linzer Stadion eröffnet. Es wurde auf dem Gelände der Froschberg-Ziegelei gebaut. 1971 wurden die Sitzplätze überdacht, ab 1995 waren alle Zuschauer vor dem Regen geschützt.

1988 - 40.000 Zuschauer waren beim Konzert von Michael Jackson dabei. Beim bestbesuchten Fußballspiel waren es 33.000 bei der Partie des LASK gegen den Wiener Sportclub 1962.

2010 - Renovierung: Vor der EM 2008 hatte man die Chance verpasst, eine neue Arena mit Unterstützung des Bundes zu bauen. 33 Millionen Euro wurden in die Sanierung investiert. 2012 war Linz zum letzten Mal Länderspiel-Gastgeber. 2016 zog der LASK aus.

 

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