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Oberösterreich

Unzählige Einsätze nach heftigen Unwettern

Von nachrichten.at/nieg/dunst   09. Juni 2015 07:29 Uhr

Einsätze nach heftigem Unwetter

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Bild 1/63 Bildergalerie: Einsätze nach heftigem Unwetter

LINZ. In der Nacht auf Dienstag sind zum Teil heftige Gewitter über das Land niedergegangen. Die 1500 Helfer mussten zu 660 Einsätzen im ganzen Land ausrücken. Dienstagfrüh begannen die Aufräumarbeiten.

Besonders betroffen waren die Bezirke Grieskirchen (Einsatzschwerpunkt Gemeinde Wallern an der Trattnach), Rohrbach, Eferding (hauptsächlich Sankt Marienkirchen an der Polsenz), Vöcklabruck (besonders betroffen waren hier Frankenburg und Vöcklamarkt) sowie Gmunden (Stadt Gmunden und Ohlsdorf). Es gab zahlreiche Überflutungen und Vermurungen, Straßen mussten gesperrt werden, umgestürzte Bäume beseitigt werden. Zudem wurde aus aufgeschwommenen Öltanks ausgetretenes Öl gebunden. Insgesamt waren 145 Feuerwehren mit 1500 Mann im Einsatz. 

Die Gewitter begannen gegen 17 Uhr, besonders massive Regenfälle gingen dann gegen 19 Uhr nieder und dauerten bis Mitternacht, sagte Hubert Schaumberger, Offizier vom Landesfeuerwehrkommando Dienstagfrüh. Teiweise gingen auch Hagelunwetter nieder. 

Besonders dramatisch gestaltete sich die Situation in Wallern an der Trattnach (Bezirk Grieskirchen) und in St. Marienkirchen an der Polsenz (Bezirk Eferding). 

Dienstagfrüh wurden schließlich die Aufräumarbeiten gestartet, die besonders in Wallern und St. Marienkirchen notwendig waren. Neben den Einsatzkräften der Feuerwehren halfen auch Mitarbeiter des Gemeindebauhofs sowie der Straßenmeistereien. In der schwer betroffenen Gemeinde Wallern an der Trattnach waren Dienstagvormittag noch immer 25 Feuerwehren aus ganz Oberösterreich im Einsatz.

Ortschef von Wallern: "So etwas habe ich noch nicht erlebt"

In den frühen Morgenstunden fuhren Feuerwehrkommandant Wolfgang Kaliauer und Bürgermeister Franz Kieslinger (VP) durch Wallern an der Trattnach (Bezirk Grieskirchen) um sich ein Bild vom Aumaß der Zerstörung durch die unglaublichen Wassermassen zu machen. „Noch immer stehen Häuser unter Wasser, Straßen wurden unterspült – so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Ortschef Kieslinger den OÖNachrichten. Er ist von Montagabend 19 Uhr bis Dienstagmorgen 4 Uhr ununterbrochen auf den Beinen gewesen. Das Unwetter wütete sehr lokal auf ungefähr 1,5 Kilometern Ausdehnung.

„Das Ortszentrum und der östliche Teil von Wallern waren am schlimmsten betroffen“, berichtet der Bürgermeister. Andere Ortseile seien dagegen völlig unversehrt geblieben. „Die Gewitterfront ist einfach nicht abgezogen, stand wie eine Wand über dem Ort, drehte im Kreis und brach in vier Wellen über Wallern herein“, sagt Feuerwehrkommandant Wolfgang Kaliauer. Gemeinsam mit seinen Kameraden steht er im Dauereinsatz. Bis zu 40 Einsatzfahrzeuge waren während dem Unwetter in Wallern unterwegs.

Am Dienstagvormittag hat sich die Lage  entspannt. Die Aufräumarbeiten liefen unter Hochdruck. „Damit der ganze Schlamm nicht eintrocknet“, erklärt Kieslinger. Die Hilfsbereitschaft im Ort sei enorm „Frauen bieten ihre Hilfe beim Trockenwischen an und bringen Kuchen ins Feuerwehrhaus“. 

Hangrutsch, überschwemmtes Stadion

Einige Stunden zuvor zeigte sich den Helfern in Wallern noch ein viel dramatischeres Bild: Nach den starken Regenfällen begannen Hänge abzurutschen, Straßen wurden vermurt, Garagen, Keller und Geschäftsgebäude überflutet, hatte Offizier Schaumberger nachrichten.at Dienstagfrüh geschildert. Auf Grund des Starkregens war Montag gegen 18:15 Uhr die L528 Grieskirchner Straße und die B134 Wallerner Straße überflutet worden, sodass die Straßen gesperrt werden mussten. Der Wasserdruck hob einen Kanaldeckel aus. 

Baggerunternehmen standen im Einsatz, um die Erdmassen von den Straßen zu beseitigen. Gegen Mitternacht entspannte sich die Lage langsam. Auf Anforderung der Feuerwehr Wallern (Bezirk Grieskirchen) wurden als Assistenzleistung Sandsäcke von Kollegen angeliefert.

In St. Martin im Mühlkreis und Niederwaldkirchen im Bezirk Rohrbach ging gegen 18 Uhr ein schweres Unwetter nieder. Dabei wurde das gesamte Areal des Aubachstadions überschwemmt. Das Kabinengebäude stand etwa einen dreiviertel Meter unter Wasser. Das neben dem Sportplatz befindliche Freibad wurde durch Schlamm und Erdreich verunreinigt. Die L1513 Niederwaldkirchener Straße musste wegen Vermurung gesperrt werden.

Schottermure in Ohlsdorf

In Ohlsdorf löste das starke Gewitter eine Schottermure aus. Gegen 19:40 Uhr löste sich in der Gemeinde Ohlsdorf oberhalb der L1303, Ohlsdorfer Straße eine Mure. Diese verschüttete die Straße auf einer Länge von etwa zehn Metern etwa ein Meter hoch. Die Feuerwehr richtete eine Umleitung ein.

Hiegelsberger: "Auf die Feuerwehr ist Verlass"

Der zuständige Landesrat Max Hiegelsberger zollte den hunderten Einsatzkräften in einer Aussendung Respekt: „Auf die freiwilligen Feuerwehren in Oberösterreich ist Verlass. Sie sind flächendeckend im Bundesland vertreten, daher stehen sie im Ernstfall innerhalb kürzester Zeit bereit. Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen Einsatzkräften die ehrenamtlich und unentgeltlich helfen, ganz herzlich bedanken“.

Landesrat Hiegelsberger sicherte den Betroffenen für die Behebung der Schäden rasche und unbürokratische finanzielle Hilfe aus dem Katastrophenfonds des Landes zu. 

 

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