Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Samstag, 19. Jänner 2019, 19:09 Uhr

Linz: 0°C Ort wählen »
 
Samstag, 19. Jänner 2019, 19:09 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich

Stier wird wegen 50 Euro Strafe versteigert

GUTAU. Um gegen die Bürokratieflut in der Landwirtschaft zu protestieren, weigerte sich Josef Pühringer, an einer Agrarerhebung teilzunehmen. Das hatte rechtliche Folgen, die den Bauern nun Stier „Fredi“ kosten werden.

Stier wird wegen 50 Euro Strafe versteigert

Josef Pühringer mit seinen Stieren. Fredi (rechts außen) soll am 6. Juli versteigert werden. Bild: Eidenberger

Im Winter 2009 erhielt der Gutauer Landwirt Pühringer im Rahmen einer Stichprobenerhebung einen Befragungsbogen der Statistik Austria, auf dem er die Zahl seiner Tiere angeben sollte. „Genau die gleichen Daten liegen aber ohnehin bei der Agrarmarkt Austria auf. Deshalb habe ich gesagt: Nein, das mache ich nicht, es reicht mit der Papierflut“, so Pühringer im OÖN-Gespräch.

„Bürokratiehaufen“

Da Landwirte aber rechtlich zu diesen Meldungen verpflichtet sind, leitete die Statistik Austria den Fall an die Bezirkshauptmannschaft Freistadt weiter, die einen Strafbescheid über 50 Euro erließ. Pühringer weigerte sich zu bezahlen, und der Fall ging an das Bezirksgericht. Dieses verhängte nun die Exekution des 18 Monate alten Maststiers Fredi, im Amtsdeutsch Nr. 3956. Den Großteil des Erlöses erhält zwar der Bauer und nur die Strafe und die Mahnkosten gehen an das Gericht, doch der Preis des Stieres wird wohl niedriger sein als bei einem Verkauf unter normalen Umständen. Trotzdem bleibt Pühringer dabei: „Das mache ich aus Prinzip nicht.“ Denn als Landwirt würde er inzwischen im „Bürokratiehaufen“ ersticken: „Jedes Tier wird bis zu fünfmal an-, um- und abgemeldet. Und gleichzeitig reden alle von Verwaltungsvereinfachung. Wo, bitte, soll die sein?“ Dies sei ein Thema, das viele Landwirte ärgert, sagt Karl Keplinger vom Unabhängigen Bauernverband (UBV): „Deshalb unterstützen wir Pühringer in seinem Anliegen.“ In der nächsten Vollversammlung der Landwirtschaftskammer will der UBV deshalb den Antrag einbringen, Landeshauptmann Josef Pühringer möge die Exekution stoppen. Vonseiten der Statistik Austria versteht man die Aufregung nicht: „Wir bemühen uns, den Aufwand möglichst gering zu halten, und verwenden auch vorhandene Daten.“ Dass sich jemand weigert, seine Daten zu übermitteln, komme immer wieder vor: „Wir versuchen aber, durch Gespräche und Briefe zu den Daten zu kommen, bevor wir den Fall an die Bezirkshauptmannschaft weitergeben.“ Landwirt Pühringer blickt der Versteigerung am 6. Juli entgegen, ohne seine Entscheidung zu bereuen. „Am Stammtisch zu sudern nützt nichts. Damit sich etwas ändert, braucht es Menschen mit Rückgrat.“

Kommentare anzeigen »
Artikel Barbara Eidenberger 29. Juni 2011 - 00:04 Uhr
Mehr Oberösterreich

51-Jährige bei Zusammenstoß mit zwölfjährigem Skifahrer verletzt

WAGRAIN/LINZ. Am Freitagnachmittag ist eine 51-jährige Wintersportlerin in Wagrain beim Zusammenstoß mit ...

Reform in der Diözese Linz: Das sind die Reaktionen aus den Pfarren

LINZ. Ein mutiger Schritt, der aus dem sich zuspitzenden Personalmangel neue Chancen eröffnet, bei dem ...

Wohin entwickeln sich unsere Feuerwehren?

Die Feuerwehr ist in vielen Bereichen traditionell und konservativ und andererseits innovativ und ...

Der bunte Zauber einer Ballnacht

LINZ. Rund 2500 Gäste besuchten den gestrigen Ball der Linzer Kepler-Uni im Brucknerhaus.

35 Pfarren, 487 Pfarrgemeinden: So soll die Diözese künftig aussehen

WELS/LINZ. Verwaltungs- und Leitungsaufgaben sollen von 35 Pfarrern erledigt werden Andere Priester sollen ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS