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Oberösterreich

Sieben-Kilo-Sprengstoff tötete Korporal in Haubitze

08. Oktober 2009

Sieben-Kilo-Sprengstoff tötete Korporal in Haubitze
Erneut schwerer Unfall bei Übung mit Panzerhaubitze „M-109 A5Ö“

ALLENTSTEIG. 21 Tage, nachdem beim Truppenübungsplatz in Allentsteig eine Granate in einem Wohngebiet eingeschlagen war, wurde dort gestern Mittag ein Berufssoldat (20) bei der Explosion einer Panzerhaubitze getötet. Ein Rekrut (19) erlitt schwere Verletzungen. Bei einer Pressekonferenz heute um elf Uhr sollen Ergebnisse der Untersuchung bekanntgegeben werden.

Nach ersten Ermittlungen einer bundesheerinternen Untersuchungskommission war das Geschütz gegen 11.30 Uhr beim Abfeuern im südwestlichen Teil des 157 Quadratkilometer großen Truppenübungsplatzes explodiert. Der 20-jährige Korporal aus dem Burgenland stand im Geschützraum, der Rekrut aus der Steiermark, wie drei weitere Kameraden neben ihm in dem gepanzerten Fahrzeug.

Das Aufklärungsartilleriebataillon 7 der Von-Groeben-Kaserne im steirischen Feldbach mit etwa 280 Mann übte laut Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium seit vergangener Woche in Allentsteig. Es habe sich um routinemäßiges Scharfschießen gehandelt.

Beim Abfeuern explodierte die 105 Millimeter-Kaliber-Granate im Rohr; diese enthält sieben Kilogramm Sprenggranulat. „Das Geschütz zerriss nicht das Rohr der Haubitze, sondern schoss laut ersten Ermittlungen zurück in den Innenraum“, sagt Oberst Bauer.

Auf der Stelle tot

Während der Korporal im Geschützraum auf der Stelle tot war und ein 19-jähriger Rekrut schwer verletzt wurde, kamen drei Kameraden mit einem schweren Schock davon.

Das Scharfschießen wurde sofort abgebrochen. Zur Betreuung der Kameraden der Opfer rückten Mitarbeiter des heerespsychologischen Dienstes an. Vereinzelt waren am Nachmittag Soldaten und Militärfahrzeuge im Sperrgebiet zu sehen. Betretene Gesichter bei jungen Rekruten. „Wir dürfen nichts sagen“, sagte einer unaufgefordert. Die Untersuchungskommission des Militärkommandos Niederösterreich mit Experten für Artillerie werde in Permanenz arbeiten, „wenn es sein muss auch die ganze Nacht, um Klarheit über die Unfallursache zu erlangen“, sagte Verteidigungsminister Norbert Darabos.

In Allentsteig selbst geht alles seinen gewohnten Gang. In den Nachrichten hat zwar fast jeder schon von dem neuen Zwischenfall gehört, er ist aber weitaus weniger Gesprächsthema als der Granateneinschlag vor wenigen Wochen. Am Kalvarienberg, wo eine fehlgeleitete Granate im Wohngebiet eingeschlagen war, werden die Schäden so zügig, wie zugesagt, behoben: Das Loch im Straßenasphalt ist ausgebessert, Scheiben sind neu verglast.

„Von Allentsteig gibt’s immer nur Negativschlagzeilen“, bedauert in einem Cafe eine 49-Jährige. Insgesamt sei am Truppenübungsplatz in all den Jahren wenig passiert.

Pressekonferenz zu Untersuchungsergebnissen

Heute, Donnerstag, findet um elf Uhr im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport eine Pressekonferenz zum Artillerie-Unfall in Allentsteig statt. Dabei werden die Ergebnisse der Untersuchungskommission bekanntgegeben.

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