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Oberösterreich

Schwere Erpressung trieb 30-jährigen Innviertler in den Suizid

RIED IM INNKREIS. Keinen Ausweg aus seiner ausweglosen Situation dürfte im April diesen Jahres ein 30-jähriger Mann aus dem Bezirk Ried im Innkreis gesehen haben und nahm sich das Leben. Wie nun die Ermittlungen ergaben, war er von einer 29-Jährigen erpresst worden.

Der 30-Jährige gab der Beschuldigten jahrelang Geld, in dem Glauben, sie zahle es ihm zurück Bild: APA

Es waren die Hinterbliebenen des 30-Jährigen, die nach dessen Tod intensive Nachforschungen betrieben hatten. Nachdem sie dabei Auffälligkeiten feststellen konnten, erstatteten sie Anzeige. Die Staatsanwaltschaft ordnete daraufhin dem Landeskriminalamt an, die Ermittlungen neu aufzunehmen. Wie diese ergaben, handelte es sich dabei um schweren Betrug und schwere Erpressung, die schließlich den Selbstmord des 30-Jährigen zur Folge hatten. 

Als mutmaßliche Erpresserin konnte eine 29-jährige Beschäftigungslose aus dem Bezirk Schärding ausfindig gemacht werden. Anfang Juni führten Beamte des Landeskriminalamts in Kooperation mit Beamten aus dem Bezirk Ried im Innkreis und des koordinierten Kriminaldienstes Schärding über Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis eine Durchsuchung der Wohnung der Beschuldigten durch. Dabei wurden Beweismittel sichergestellt. Im Zuge weiterer umfangreicher Ermittlungen und zahlreichen Vernehmungen konnte der Verdacht bestätigt werden. Die Beschuldigte zeigte sich zu allen Vorwürfen größtenteils geständig, zeigte allerdings keinerlei Reue. Sie wurde bei der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis angezeigt.

"Die Anklage steht unmittelbar bevor", sagt Alois Ebner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried auf OÖN-Anfrage. Man könne davon ausgehen, dass wegen Paragraph 145, Schwere Erpressung mit Selbstmordfolge angeklagt wird. Wann der Prozess im Landesgericht Ried stattfindet, ist hingegen noch völlig offen. 

Liebe vorgegaukelt 

Die Frau hatte das Opfer vermutlich im Jahr 2015 kennengelernt. Als sie bemerkte, dass sich der Mann in sie verliebt hatte, spielte sie ihm ihre Liebe vor. Sie nutzte diesen Zustand aus, indem sie dem 30-Jährigen mehr als zwei Jahre lang eine hohe Geldsumme herauslockte. Die beiden hatten zu Beginn vereinbart, dass die Frau alle Beträge wieder zurückzahlen müsse. Dies, obwohl die Beschuldigte genau wusste, dass dies aufgrund ihrer prekären finanziellen Situation unmöglich ist. 

Um die laufenden Zahlungen leisten zu können, verbrauchte das Opfer sein gesamtes Erspartes, lieh sich von Angehörigen und Freunden Geld und nahm zudem Kredite auf.

Geld aus Feuerwehrkassa 

Zuletzt sah das Opfer keinen anderen Ausweg mehr, als auch eine hohe Geldsumme aus der Kasse einer Feuerwehr vorübergehend zu entnehmen. Damit diese Entnahme aber unerkannt bleibt, wollte das Opfer diesen Betrag von der Frau so bald als möglich wieder zurückhaben. Nachdem die Beschuldigte das Geld aber nicht zurückzahlen konnte, ging sie aber noch einen Schritt weiter und erpresste den 30-Jährigen: Er solle ihr weitere 500 Euro geben, ansonsten würde er sein gesamtes Geld nie wieder sehen. Die 29-Jährige ging sogar noch weiter und setzte ihn weiter unter Druck: Sie werde alles ihrem Anwalt erzählen, wodurch alles aufkomme, sollte er nicht die 500 Euro zahlen. 

Das Opfer, das überhaupt keine Geldmittel zur Verfügung hatte, ertrug diese Drohung sowie den Umstand nicht, dass ihm seitens der Feuerwehr wegen Veruntreuung des Geldes eine Anzeige drohe. Aufgrund dieser Erpressung nahm sich das Opfer einen Tag danach das Leben. Die Hintergründe seines Suizids waren damals nicht bekannt und das diesbezügliche Verfahren seitens der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. 

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Artikel nachrichten.at 13. Juni 2018 - 09:06 Uhr
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