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Oberösterreich

Schüler werden per Internet zuhause unterrichtet

Von Herbert Schorn   22. Mai 2013 00:04 Uhr

Schüler werden per Internet zuhause unterrichtet
Michael (v. l.), André, Franziska, Eylem und Lehrerin Michaela Grund.

SANKT VALENTIN. Die 4d-Klasse der Innovativen Mittelschule Langenhart bei St. Valentin bleibt einen Tag leer: Die Schüler lernen daheim.

Kein Stress beim Aufstehen, kein Gedränge auf dem Gang: Ein ungewöhnlicher Arbeitstag erwartet die Schüler der Innovativen Mittelschule St. Valentin/Langenhart am 10. Juni. Denn statt in drei Bankreihen hintereinander in ihrer Klasse im dritten Stock sitzen die 19 Mädchen und Burschen an diesem Tag daheim.

Arbeiten müssen sie aber: In den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Biologie und Geschichte/Geografie warten Aufgaben auf sie. Möglich macht die Heimarbeit der Computer. Stündlich schalten die Lehrer von der Schule aus das jeweilige Arbeitsprogramm ihres Faches auf einer Lernplattform frei.

Die Schüler müssen dann etwa Fragen zu einem Zeitungsartikel beantworten, Texte am Computer verfassen oder im Internet recherchieren. „Wir stehen per Telefon, Mail, Chat und Skype für Fragen parat“, sagt Michaela Grund, Klassenvorständin und Projektinitiatorin.

Eylem freut sich auf diesen Tag: „Da brauche ich nicht so früh aufstehen.“ Nachsatz: „Zehn Minuten vor acht reicht.“ Sie genießt es, Aufgaben eigenständig lösen und sich die Zeit freier einteilen zu können. Auch André ist überzeugt, dass der Unterricht daheim Lernerfolg bringt: „Man wird selbständiger, weil man nicht immer gleich den Lehrer fragen kann.“ Franziska war skeptisch: „Ich war nicht sicher, ob wir uns bei allen Aufgaben auskennen werden.“ Doch das Training auf dem Computer seit Semesterbeginn beruhigte die 14-Jährige.

Die Schüler brauchen ein breites Wissen: Sie müssen ihre Aufgaben in der Lernplattform im Internet finden, Angaben lesen, verstehen, ausführen. Texte müssen recherchiert, verfasst, gespeichert und hochgeladen werden. „Wir wollen, dass die Schüler lernen, den Computer auch als Arbeitsgerät zu verwenden“, sagt Michaela Grund.

Und was passiert, wenn die heimelige Umgebung die Schüler zu Mußestunden oder gar zum Schwänzen verführt? Da habe sie Vertrauen in ihre Schüler. Und wenn einige Schüler partout auf das Abgeben vergessen, liegt eine Telefonliste auf dem Lehrertisch.

Wenn der Versuch klappt, könnten solche Heimarbeitstage in Zukunft öfter an der Mittelschule Langenhart durchgeführt werden. Doch jeden Tag von zuhause aus arbeiten – das könnte sich Schüler Michael nicht vorstellen. „Da sitzt man immer allein daheim. Das wäre mir zu fad.“

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