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Oberösterreich

Rettungskräfte in St. Johann: "So ein Sturm war unvorhersehbar"

ST. JOHANN AM WALDE. Zwei Tote und mehr als 100 Verletzte: Nach der tödlichen Katastrophe in St. Johann am Walde, wo der Sturm am Freitagabend ein Festzelt zum Einsturz gebracht hat, sind die Einsatzkräfte vor die Presse getreten.

Bild: Daniel Scharinger

Schock und Trauer in St. Johann am Walde: Wie berichtet sind beim Zeltfest in Frauschereck am Freitagabend zwei Menschen ums Leben gekommen, als eine heftige Sturmböe das große Festzelt erfasste und zum Einsturz brachte. Für einen 28-jährigen Ortsansässigen und 19-jährige Rumänin, die in Höhnhart lebte, kam jede Hilfe zu spät. Mehr als 100 Personen wurden zum Teil schwer verletzt, einige kämpfen noch auf der Intensivstation um ihr Leben. 

Um 12 Uhr fand im Gemeindeamt in St. Johann am Walde eine Pressekonferenz statt. Teilgenommen haben Landesfeuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner, Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Kaiser, Abschnittsfeuerwehrkommandant Josef Maderegger, Feuerwehrkommandant Erich Feichtenschlager, Bezirksrettungskommandant Jochen Kaser und der Bürgermeister Gerhard Berger.

Der Sturm sei "unvorhersehbar" gewesen, betonten alle Teilnehmer der Pressekonferenz. Man habe die Wetterlage ständig über Internet beobachtet, so örtliche Feuerwehrkommandant Erich Feichtenschlager Das allgemein beliebte Fest der Feuerwehr Frauschereck ist zum 39. Mal über die Bühne gegangen.

"Evakuierungsplan funktionierte einwandfrei"

Der für Notfälle erstellte Evakuierungsplan habe einwandfrei funktioniert. Dieser sah vor, die Verletzten im Feuerwehrhaus unterzubringen. Erschwerend kam aber hinzu, dass die eigenen Feuerwehrkameraden zu den Opfern zählten. Vier von ihnen erlitten in der Küche durch Frittierfett schwere Verbrennungen. "Zu der Zeit hast du keine Mannschaft", so Feichtenschlager.

Als Kommandant lief er selber ins Zeughaus und öffnete die Tore. Währenddessen unternahmen die anderen die ersten Schritte, um nach Verletzten zu suchen und diese aus den Trümmern zu bergen. Sofort wurden zwei Trupps losgeschickt, um einen möglichen Zufahrtsweg der im Wald gelegenen Unglücksstelle zu finden oder freizumachen. Emotional belastend war für den Komandanten zusätzlich, nicht zu wissen, was mit der eigenen Familie geschah, die sich ebenfalls bei dem Zeltfest amüsiert hatte.

"Das kannst du nicht üben"

"Das kannst du nicht üben, nur vorplanen und vorbereiten", gab Landesfeuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner Rückendeckung. Man sei plötzlich in einem Katastrophenfilm gelandet. Er selbst steht hinter den Organisatoren. Er wolle den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht vorgreifen. Aber das Zelt sei TÜV-geprüft und für solche Veranstaltungen ausgelegt gewesen. Er sicherte "hundertprozentige Unterstützung durch das Landesfeuerwehrkommando" zu.

Der Braunauer Bezirksrettungskommandant Jochen Kaser betonte, dass der Katastrophen-Einsatz mit Ruhe abgelaufen war. "Es gab keine Hektik." Für Braunau, Ried und Schärding war Großalarm ausgelöst worden, nachdem die Notrufe der Festbesucher im Sekundentakt hereinkamen. Die Erstversorgung und Einteilung der Verletzten mittels Checkblatt habe schon die Feuerwehr zuvor gemeistert.

Das Video der Pressekonferenz können Sie hier nachsehen:

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Artikel nachrichten.at 20. August 2017 - 14:51 Uhr
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Sturm-Katastrophe bei Zeltfest

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