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Oberösterreich

Retter auf den Bergen und Seen

Von Philipp Hirsch   31. März 2015 00:04 Uhr

Gerald Berger
Gerald Berger, Landesleiterder Wasserrettung  

Unfallchirurg Gerald Berger ist neuer Landesleiter der Wasserrettung.

Vor 15 Jahren ist Gerald Berger von Wien nach Bad Goisern gekommen. Den jungen Mediziner zog es damals aufs Land. Lebensqualität war ihm wichtiger als die große Karriere in der Medizin.

Berger liebt die Natur. Die Berge, Hügel, Seen und Flüsse sind sein zweites Zuhause. Seine Leidenschaft ist mehr als ein Hobby. Er engagiert sich bei der Wasser- und Bergrettung.

Am vergangenen Samstag wählten ihn die Wasserretter zu ihrem neuen Landesleiter. Dass sich das Gremium für ihn entschied, war keine Überraschung. Kaum ein anderer bringt soviel Know-how mit wie der Unfallchirurg. Er ist in allen Teilbereichen der Wasserrettung ausgebildet. Er ist Schiffführer, Wildwasserretter und Taucher.

Obwohl die Einsätze ihn und seine Kameraden oft an ihre körperlichen und seelischen Belastungsgrenzen führen, möchte er auch als Landesleiter nicht auf sie verzichten: „Totbergungen von verunglückten Tauchern sind immer dramatisch. Die Angehörigen sind meistens dabei. So etwas geht einem natürlich nahe.“

Vor allem die Bergung eines Buben, der in die hochwasserführende Salzach gestürzt war, hat sich in sein Gedächtnis gebrannt. „Wir haben ihn bei der nächsten Staustufe gefunden. Wenigstens hatten die Eltern da Gewissheit“, sagt Berger.

Während der Wintermonate ist es bei der Wasserrettung ruhig. Einsätze auf dem Eis sind selten, berichtet Berger. Ab dem Frühjahr, wenn die Segler, Surfer und Taucher wieder aktiv werden, beginnt auch die Saison für die 850 Wasserretter in Oberösterreich. Sie opfern ihre Freizeit, damit der Badespaß möglichst sicher ist. „Die Dankbarkeit der Leute ist unsere Motivation“, sagt Berger.

Als Landesleiter wünscht sich Berger, dass die Wasserrettung endlich „eine vernünftige dreistellige Notrufnummer“ so wie andere Rettungsorganisationen bekommt. „Eine Nummer, die sich die Leute auch merken können.“ Diesem Wunsch habe die Bürokratie in Wien bislang jedoch immer einen Riegel vorgeschoben.

 

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