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Oberösterreich

Reichenauer Gemeinderäte halten beim Linzer Maibaum Nachtwache

LINZ. Linzer Maibaum kommt heuer aus Mühlviertler Gemeinde – Strenge Regeln für "Diebe".

Reichenauer Gemeinderäte halten beim neuen Linzer Maibaum Nachtwache

Mit dem Aufstellen ist es nicht getan: Man muss ihn auch bewachen. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Wenn Gemeinderäte keinen Schlaf finden, sind die Gründe normalerweise (lokal)politischer Natur. Nicht so im Fall der Gemeindevertreter von Reichenau im Mühlkreis, die in der Nacht von Freitag auf Samstag kein Auge zutun werden. Mindestens zehn von ihnen werden unter dem Kommando von Bürgermeister Hermann Reingruber diese Nacht in einem Zelt am Linzer Hauptplatz zubringen, um auf den neuen Linzer Maibaum aufzupassen.

Der ist ihnen ohnehin ans Herz gewachsen. Im Winter wurde die 25 Meter hohe Fichte nämlich in einem Waldstück in Reichenau geschlägert – "weil die Bäume im Winter nicht im Saft und deshalb weniger schwer sind", erklärt Amtsleiter Johann Seiberl. Da tut man sich beim Maibaumstemmen leichter. Am Freitag um 17 Uhr ist es so weit. Anschließend wird die Reichenauer Abordnung seine Security. Was das betrifft, haben die Mühlviertler ja auch was gutzumachen: 2008 hatte eine Reichenauer Jugendgruppe, die "Maibaumpiraten", den Linzer Maibaum gestohlen. Am hellichten Tag.

Ein Baum zur Versöhnung

Damals stand der Vorwurf im Raum, sie hätten gegen den "Stehlkodex" verstoßen, wonach ein Maibaum nur an den ersten drei Tagen nach dem Aufstellen als vogelfrei gelten darf. Die Piraten enterten ihn aber am vierten Tag, als sie vorgaben, den Baum wegen einer Sturmwarnung in Sicherheit bringen zu müssen. Da war der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch stinksauer. Der Streit wurde eine Woche später mit einem großen Versöhnungsfest und der Rückerstattung des Baums beigelegt. Damals sagte Reingruber den Linzern die Spende eines Maibaums zu. Jetzt ist es so weit, und die Reichenauer haben sich noch dazu für die erste Wache gemeldet. Schlaflos in Linz wollen sie durch reichlich Kaffeekonsum bleiben. Die folgenden beiden "kritischen" Nächte übernimmt der Heimat- und Trachtenverein Linz unter Obmann Günther Kreutler.

Beim Maibaumstehlen war früher auch Stefan Lorenz oft dabei – in seiner Heimatgemeinde Munderfing (Bez. Braunau). Heute ist er 31 Jahre alt und Geschäftsführer der Landjugend OÖ, die sich der Tradition der Maibaumfeste verpflichtet fühlt. Mit dem Land OÖ veröffentlicht die Landjugend seit 2013 im Digitalen Raum-Informations-System DORIS eine digitale Maibaum-Landkarte samt "Stehlregeln", die in den einzelnen Gemeinden gelten (www.ooelandjugend.at). Diese Regeln sollten Maibaumdiebe kennen und beachten, sonst drohen Konflikte.

Maibaumdiebe in Munderfing

In Munderfing wird der Baum am 1. Mai um 10 Uhr hochgezogen. Höhepunkt des Festes ist die akrobatische Show der "Pramtal-Maibaumkraxler". Danach heißt es für die örtliche Landjugend wieder drei Tage lang aufpassen. Aus gutem Grund. Zehn Jahre ist es her, da musste man sich einer 50-köpfigen Übermacht aus Jeging beugen, die sich noch dazu mit der Munderfinger Feuerwehrjugend zusammengetan hatte. "Vier von denen haben sich je einen von uns geschnappt, und die anderen haben den Baum weggebracht", berichtet Lorenz.

Nicht auf ihre Kosten kommen potenzielle Maibaumdiebe heuer hingegen im Welser Stadtteil Noitzmühle, wo 2015 der kleinste Maibaum Österreichs vier Meter zum Himmel ragte. Dort wird heuer keiner aufgestellt. Angeblich aus organisatorischen Gründen.

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Artikel Alfons Krieglsteiner 28. April 2016 - 00:04 Uhr
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