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Oberösterreich

Polare Kälte in Österreich - aber keine Rekorde

Von Friedrich Salmen/ nachrichten.at   31. Januar 2012 11:53 Uhr

Sibirische Kälte und eisiger Win

LINZ. Das Russland-Hoch „Dieter“ schaufelt sibirische Luft nach Österreich und lässt die Temperaturen in den kommenden Tagen auf bis zu minus 20 Grad sinken. Bis Dienstag gibt es Dauerfrost. Die bisher aufgezeichneten Tiefstwerte werden aber nicht erreicht.

In typischen Kältelöchern wie Mariazell sind sogar Temperaturen um minus 25 Grad zu erwarten. Michael Butschek vom Kundenservice Salzburg/Oberösterreich der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: „Der lebhafte bis stürmische Ostwind macht die Kälte besonders unangenehm. Bei einer Windgeschwindigkeit von 50 km/h werden minus zehn wie minus 33 Grad empfunden.“

Wenn im Winter kräftige Hochdruckgebiete über dem tief verschneiten Russland liegen, kühlt die Luft extrem ab. Auf Flüssen und Seen bilden sich dicke Eisschichten, der Schnee ist durchgefroren. Die Sonne ist noch zu schwach, um die negative Energiebilanz (eisige Nächte) auszugleichen.

In den kommenden Tagen erreicht die intensivste Kältezone des russischen Hochs Österreich. Butschek: „In Oberösterreich sind die tiefsten Temperaturen am kommenden Freitag und Samstag zu erwarten. Die Frühtemperaturen werden bei einem Sonnenschein-Wolken-Mix und eisigem Ostwind zwischen minus 20 und minus zehn Grad liegen, die Höchsttemperaturen zwischen minus zehn und minus fünf Grad.“

Heute früh sinken die Temperaturen nach klarer Nacht auf minus zwölf bis minus fünf Grad. Tagsüber bleibt es trotz einiger Sonnenstunden frostig. Morgen (sonnig, Höchsttemperaturen: -7 bis -2 Grad) und am Donnerstag (-10 bis -4 Grad) wird es noch kälter. Auf Seen kann sich eine tragfähige Eisdecke bilden.

Eine Frostabschwächung ist erst in der kommenden Woche zu erwarten. Butschek: „Es bleibt aber noch länger winterlich. Tauwetter ist derzeit nicht in Sicht.“

Winterfotos gesucht

Es ist zwar kalt, aber sonnig. Wer jetzt Zeit für einen Ausflug hat - ob auf Skiern, mit den Schneeschuhen oder wie auch immer - sollte dies auch ausnutzen.
Schicken Sie uns Fotos von Ihrem Wintererlebnis an online@nachrichten.at.

Noch keine Kälterekorde

Auch wenn die sibirische Kälte Österreich weiter fest im Griff hat, von der Rekordmarke von minus 37,4 Grad (gemessen am 2. Jänner 1905 am Hohen Sonnblick in Salzburg), sind die Temperaturen noch weit entfernt. Spitzenreiter vergangene Nacht war St. Michael im salzburgerischen Lungau wo die Quecksilbersäule auf minus 21,3 Grad sank.

Die bisher Kälte-Rekorde in den Bundesländern bleiben allerdings vorerst noch unangetastet. Der kälteste Punkt in Vorarlberg war Schoppernau am 10. Februar 1956, wo minus 31 Grad gemessen wurden. Der Tirol-Rekord wurde ebenfalls im Jahr 1956 aufgestellt. In Seefeld froren die Österreicher am 2. Februar 1956 bei klirrenden minus 32,5 Grad.

Oberösterreich-Rekord aus dem Jahr 1985

In Tamsweg wurden am 3. Februar 1956 minus 31,8 Grad und damit Salzburg-Rekord gemessen, Aspach stellte am 8. Jänner 1985 mit minus 33,2 Grad den Spitzenwert für Oberösterreich auf. Fast ebenso kalt wie die absolut tiefste je in Österreich gemessen Temperatur gestaltete sich der Rekordwert in Zwettl in Niederösterreich. Minus 36,6 Grad zeigte dort am 11. Februar 1929 das Thermometer.

Die Messstelle Mariabrunn in Wien hält mit minus 29,1 Grad den Hauptstadt-Rekord, gemessen wurde diese klirrend kalte Temperatur am 24. Jänner 1942. Im Burgenland hatte Güssing am 31. Jänner 1950 mit minus 29 Grad die Nase vorne. Die Steirer froren am 30. Dezember 1939 in Admont am meisten, minus 33 Grad zeigte das Thermometer an diesem Tag. Der Weißensee hält den bisherigen Kärnten-Rekord. Minus 30 Grad zeigte die Quecksilbersäule hier am 23. Jänner 1963.

 

 

 

 

 

 

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