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Oberösterreich

Pierre Vogel in Linz: „Bereit, für den Islam zu sterben“

Von OÖN   19. März 2012 00:04 Uhr

„Sind bereit, für den Islam zu sterben“
Zahlreiche Muslime wollten Pierre Vogel sehen.

LINZ. Der Gebetsraum im Kultur-Verein al-rahman in der Linzer Kellergasse ist am Samstagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Alle wollen den deutschen Star des radikalen Islam, Pierre Vogel, sehen.

„Rückt nach vorn, es kommen noch mehr“, ruft ein Mann den Gläubigen zu. Der 33-jährige Deutsche ist bekannt für seine extremistischen Thesen. Vogel spricht sich für die Steinigung als Strafe für den Ehebruch aus, lehnt die Evolutionstheorie ab und will die Todesstrafe für Ex-Muslime in islamischen Staaten. Er wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Nicht wenige Jugendliche befinden sich unter den rund 250 Gästen. Es wird über Fußball geredet, ein junger Mann nippt an seinem Red Bull und zeigt Freunden auf dem Smartphone YouTube-Videos. Nur wenige Meter daneben: Ein vollbärtiger Geistlicher klärt einen älteren Mann über vermeintliche Strategien des Verfassungsschutzes auf. Veranstaltungen würden gefilmt, um Gläubige einzuschüchtern. Frauen sind keine in dem Gebetsraum. Die müssen sich in einem separaten Bereich aufhalten. Geschlechtertrennung ist eine Selbstverständlichkeit bei Auftritten Vogels.

"Wir sind bereit, für unsere Religion zu sterben"

Seine Rede beginnt der breitschultrige Prediger mit einer Beschwerde. „Warum gibt es keine Gegendemo gegen radikalen Islamismus hier? Ich muss vielleicht wieder mehr auf den Putz hauen“, sagt Vogel und grinst. Gelächter im Saal. Immer wieder versucht der Deutsche, seinen Vortrag aufzulockern. Gerade noch die westliche Lebensweise als „Pfad in die Hölle“ kritisiert, stellt Vogel fest: „Ihr seht alle so müde aus. Trinkt doch Red Bull, ihr seid ja in Österreich“. Ausführlich spricht er über seinen Weg zum Islam. Seine früheren Erfahrungen, Discobesuche und Alkohol hätten ihn nicht glücklich gemacht. Richtig deutlich wird Vogel erst gegen Ende der Rede: „Das sage ich jetzt trotz Verfassungsschutz. Wir sind bereit, für unsere Religion zu sterben. Das heißt aber nicht, dass wir deswegen eine U-Bahn in die Luft jagen“. Es würde „kein Millimeter“ nachgegeben werden. Gemurmel und zustimmendes Nicken im Gebetsraum. Mit „Allahu Akbar“-Rufen („Allah ist groß“) endet der Vortrag.

Weil dieser in dem muslimischen Gebetshaus privat stattfand, konnte der Vortrag nicht verboten werden. „Wir können nur öffentliche Auftritte untersagen, was wir auch in diesem Fall getan haben“, sagt Michael Tischlinger, Chef des Verfassungsschutzes in Oberösterreich.

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