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Oberösterreich

Pfarrer Friedl: „Ich stehe der Familie Zogaj weiterhin in ihrer Not bei“

Von Von Sabine Novak   14. November 2009 00:04 Uhr

Pfarrer Friedl: „Ich stehe der Familie Zogaj weiterhin in ihrer Not bei“
Pfarrer Friedl hilft Arigona - auch finanziell.

FRANKENBURG. „Manche Frankenburger wären froh, wenn die Zogajs weg wären“, sagt eine Anrainerin. Sie wollen ihre Ruhe haben. „Andere Frankenburger spenden für die Familie“, sagt Pfarrer Josef Friedl, der sie seit zwei Jahren betreut.

„Erst am Vormittag hat mich jemand angerufen und nach einer Kontonummer gefragt, um Geld zu überweisen“, sagt der Mann, der seit 42 Jahren „im Dienst Gottes“ ist. Und daher ist es auch meine Aufgabe, „der Familie Zogaj weiterhin in der Not beizustehen“.

Die 17-jährige Arigona war in der Fachschule in Linz, als der Familie der negative Asylbescheid zugestellt wurde. Ihre Geschwister Albona (9) und Albin (10) besuchen seit Jänner in Frankenburg die Schule. „Im Schreiben und Rechnen sind sie ausgezeichnet, wie ihre Lehrerin sagt. Ihr Mann übernimmt die Kosten für alles, was die beiden für die Schule brauchen“, sagt Friedl. Arigona, ihre Geschwister und Mutter Nurie wohnen in einer Dreizimmerwohnung im Schloss Frein. Schlossherr Christian Limbeck-Lilienau stellt der Familie das Quartier gratis zur Verfügung. Die Familie wohne nicht feudal, sagt er.

„Weil sie keine staatliche Unterstützung bekommen und die Mutter auch in Österreich nicht arbeiten darf, gebe ich ihnen das Geld zum Leben aus meiner Privatkasse. Ich brauche ja nichts sparen. Ich habe ja keine Kinder“, sagt Pfarrer Friedl. Zum Unmut mancher Frankenburger über die Familie Zogaj: „Da sind ein paar Schreier im Vordergrund, die in der Gemeinde zu dem Thema ihre Ruhe haben wollen, aber im Hintergrund sind viele, die nicht öffentlich auftreten wollen und spenden.“

Humanitäres Bleiberecht

Der negative Asylbescheid für Arigona Zogaj ist für den Verfassungsrechtler Heinz Mayer „wahrscheinlich rechtlich in Ordnung“. Die zentrale Frage aber sei, ob der Familie Zogaj ein humanitäres Bleiberecht gewährt werde: „Wenn man die Verfassung ernst nimmt“, müsse man das in diesem Fall wohl. Abzuwägen sei, ob jemand sozial integriert sei, einen Job habe, strafrechtlich unbescholten sei oder umgekehrt illegaler Aufenthalt über längere Zeit bestand

Generell würden sich die Behörden in diesen Fällen aber „sehr kleinlich verhalten“, sagte Mayer: „Da geht es vielleicht um ein paar 100 Leute“. Dabei müsse man bedenken, warum diese so lange im Land seien: „Die sind ja so lange hier, weil wir nicht in der Lage sind, in vernünftiger Zeit die Verfahren abzuwickeln. Gerade dann sollte man großzügig sein.“

Der Anwalt der Familie Zogaj wird gegen die Bescheide des Bundesasylamts berufen. Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk sagt dazu: „Nach meinen Informationen würde ich diese Chancen eher sehr gering einschätzen.“

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