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Oberösterreicher ergaunerte mit Fake-Profilen Sex-Fotos von Kindern

05.Dezember 2018

Der Verdächtige machte sich über Social Media an seine Opfer heran. 

Auf die Spur kam die Polizei dem Mann bereits im August 2017. Über Rechtshilfe der Staatsanwaltschaft in Chemnitz (Deutschland) wurden vom Landeskriminalamt (LKA) Ermittlungen gegen den 50-Jährigen eingeleitet. Er soll über eine Social-Media-Plattform Kontakt mit einer Elfjährigen aus Deutschland aufgenommen und von ihr verlangt haben, pornografische Aufnahmen von sich anzufertigen und ihm zu übermitteln. Als das Mädchen seiner Forderung nicht nachkam, drohte er, gefälschte Nacktfotos der Elfjährigen im Internet zu verbreiten. Daraufhin vertraute sich das Kind seiner Mutter an, die schließlich Anzeige erstattete. 

Bei den Ermittlungen forschte die Polizei 30 weitere Opfer in Österreich und Deutschland aus. Es handelte sich um Mädchen zwischen sechs und 18 Jahren, 18 von ihnen sind namentlich bekannt, zwölf weitere noch unbekannt. Der Verdächtige ging stets ähnlich vor: Er nahm über gefälschte Profile auf Social-Media-Plattformen Kontakt mit seinen Opfern auf und verlangte von ihnen pornografische Aufnahmen. Kamen sie dem nicht nach, drohte er ihnen. 

Es stellte sich heraus, dass der Mann auch sexuelle Übergriffe auf seine eigene Tochter verübt haben soll, als das Mädchen vier Jahre alt war. Der 50-Jährige wurde festgenommen, er sitzt seit Jänner in Haft. Er ist weitgehend geständig. Wird der Verdächtige wegen schweren sexuellen Missbrauchs verurteilt, drohen ihm ein bis zehn Jahre Haft. Hat eines der Opfer Folgeschäden davon getragen - beispielsweise psychische Folgeerscheinungen - beträgt das Strafmaß fünf bis 15 Jahre.

„Wir raten sowohl Kindern als auch ihren Eltern, wachsam zu sein und sich über Risiken und Gefahren im Internet zu informieren“, sagt LKA-Ermittler Wolfgang Dirisamer. „Kinder sollten wissen, dass nicht jeder, der einem auf Social Media eine Freundschaftsanfrage schickt oder einen Beitrag ‚liked‘ auch wirklich ein Freund ist. Man soll nicht jedem vertrauen.“ Eltern dagegen sollten möglichst darüber Bescheid wissen, was ihre  Kinder im Internet treiben. Informieren könne man sich beispielsweise auf der Plattform saferinternet.at. 

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13. November 2019