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Oberösterreich

Neun Lokalbesucher landen mit Salmonelleninfektion im Spital

Von Edmund Brandner   09. Juni 2012 00:04 Uhr

Neun Lokalbesucher landen mit Salmonelleninfektion im Spital
Vom Restaurant ins Krankenhaus

VÖCKLABRUCK. Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein Patient mit Salmonelleninfektion ins Landeskrankenhaus Vöcklabruck eingeliefert wird. Um so erstaunter war das Personal, als Anfang der Woche – unabhängig voneinander – sechs Personen gebracht wurden.

Sie litten alle an den gleichen Symptomen: Brechdurchfall, Kreislaufschwäche. Salmonellose, lautete die Diagnose.

Die Mediziner informierten sofort die Bezirksbehörde. „Wir wären auch verpflichtet, Einzelfälle zu melden“, sagt Franz Reiner, stellvertretender ärztlicher Leiter des Krankenhauses. „Aber die Häufung machte uns stutzig.“

Behörde schloss den Betrieb

Eine Befragung der Patienten ergab, dass sie alle in den Tagen zuvor dasselbe Restaurant in Vöcklabruck besucht hatten. Die Beamten der Bezirkshauptmannschaft zögerten deshalb nicht lange und ließen den Betrieb vorübergehend schließen. „Wir gehen davon aus, dass alle Betroffenen dort mit Salmonellenbakterien in Kontakt kamen“, sagt Bezirkshauptmann Martin Gschwandtner.

Mithilfe des Restaurantbetreibers kontaktierten die Beamten möglichst viele Gäste, um sie zu informieren. In der Zwischenzeit wurden drei weitere Erkrankte ins Spital gebracht. Laut Oberarzt Franz Reiner könnten noch mehr Gäste von den Bakterien befallen sein. „Bei Menschen mit einer guten Konstitution kann der Körper die Krankheit aber abwehren. Es besteht aus meiner Sicht kein Grund zur Beunruhigung.“

Das Restaurant bleibt nun geschlossen, bis die Herkunft der Salmonellenbakterien geklärt ist. Aus Sicht von Bezirkshauptmann Gschwandtner ist es durchaus möglich, dass nicht der Restaurantbetreiber für die Ansteckung verantwortlich ist, sondern ein Lieferant. „Ein Labor untersucht jetzt die Erreger, um ihre Herkunft zu klären“, so Gschwandtner. Erst dann werde über strafrechtliche Schritte entschieden.

Die neun Salmonellenopfer liegen indessen noch im Vöcklabrucker Landeskrankenhaus und werden erst in den kommenden Tagen entlassen. „Sie waren nicht in Lebensgefahr“, sagt Mediziner Reiner. „Aber es ist wichtig, dass sie sich jetzt in Ruhe erholen können.“ In der Regel reiche es bei Salmonellenerkrankungen, den hohen Flüssigkeitsverlust auszugleichen und den geschwächten Kreislauf zu unterstützen. Die Patienten hätten zu diesem Zweck Infusionen erhalten. „Falls notwendig, setzen wir auch noch Antibiotika ein“, so Reiner.


3 Fragen an Rosmarie Pichler

Die 43-jährige Mühlviertlerin, studierte Biologin, führt am Institut für Lebensmittelsicherheit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Linz amtliche Lebensmitteluntersuchungen durch.

OÖNachrichten: Welche Produkte können mit Salmonellen kontaminiert sein?

Rosmarie Pichler: Wie unsere regelmäßigen Kontrollen von Lebensmitteln zeigen, können Salmonellen vor allem in Geflügelfleisch, rohen Eiern und ihren Produkten wie Mayonnaise und Speiseeis, aber auch in Rohmilch sowie Krusten- und Weichtieren enthalten sein. Das Haupt-Reservoir für die Bakterien ist der Magen-Darm-Trakt von Nutztieren.

OÖNachrichten: Wie kann man sich dagegen schützen?

Rosmarie Pichler: Eine sichere Abtötung der Keime erfolgt durch Erhitzung der Produkte auf über 70 Grad für mindestens 15 Sekunden. Salat und rohe Eier sollte man immer gut reinigen und die Hände mit Seife waschen.

OÖNachrichten: Welcher Personengruppe können Salmonellen gefährlich werden?

Rosmarie Pichler: Speziell bei Kindern, alten Menschen und Personen mit angeschlagenem Immunsystem ist höchste Vorsicht geboten.


Salmonellenbilanz

73 Fälle von Salmonellenerkrankung wurden der Landessanitätsdirektion Oberösterreich heuer gemeldet, im Vorjahr waren es bis Ende Juni 108 gewesen. Insgesamt wurden im Vorjahr in unserem Bundesland rund 350 Fälle verzeichnet, österreichweit an die 2000. Die „Salmonellenzeit“ fällt jedes Jahr in die Sommermonate Juni bis September. Zur Vermehrung brauchen die Bakterien Temperaturen über 10 Grad.

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