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Oberösterreich

Nationalpark will Luchs-Jägerin klagen

Von (staro)   29. Januar 2016 00:04 Uhr

Nationalpark will Luchs-Jägerin klagen
Nationalpark-Chef Mayrhofer bei der Auswilderung eines Luchses

STEYR / LINZ. Schadenersatz: Nach der Verurteilung einer 64-jährigen Jägerin, die einen Luchs erlegt hat, fordert der Nationalpark Kalkalpen 12.500 Euro zur Auswilderung eines neuen Tieres.

Im Fall eines in den Kalkalpen illegal abgeschossenen Luchsmännchens hat das Oberlandesgericht Linz die verantwortliche Jägerin (64) zwar am Mittwoch rechtskräftig zu einer Geldstrafe verurteilt, den Schadenersatzanspruch des Nationalparks Kalkalpen in der Höhe von 12.100 Euro aber nicht anerkannt und die Naturschützer auf den Zivilrechtsweg verwiesen.

Der Nationalpark beharrt allerdings auf der Zahlung und will der Jägerin einen Betrag von 12.500 Euro in Rechnung stellen, sagt der Leiter des Nationalparks, Erich Mayrhofer. "Durch derartige illegale Übergriffe ist der Natur und uns als Nationalpark ein großer Schaden entstanden, besonders weil es sich um keine Einzelfälle handelt", sagt Mayrhofer. Er erwartet "weitere Ermittlungen und Gerichtsverfahren". Sei die verurteilte Jägerin zu keiner Zahlung bereit, werde man eine gerichtliche Klage einbringen.

Der Nationalpark-Chef erinnert daran, dass seit 2009 insgesamt sechs Luchsmännchen spurlos verschwunden seien. Die Luchs-population rund um den Nationalpark habe früher aus 15 dokumentierten Tieren bestanden. Nun gebe es von keinem der Männchen mehr ein Lebenszeichen.

Luchs-Projekt "auf der Kippe"

"Es ist unser gesetzlicher Auftrag, den Luchsbestand aufzubauen und zu erhalten." Ohne die Männchen stehe das Wiederansiedelungsprojekt allerdings "auf der Kippe", sagt Mayrhofer. "Wir wollen daher noch vor der kommenden Paarungszeit heuer im März und April ein Luchsmännchen in der Schweiz einfangen und im Nationalparkgebiet wieder auswildern." Das sei ein aufwendiges Projekt, das bis zu 15.000 Euro koste, so Mayrhofer. Bei dem im Frühjahr abgeschossenen Luchsmännchen "B7" handelte es sich um den Nachwuchs von ausgewilderten Luchsen. Das Gericht entschied am Mittwoch, dass ein Vermögensschaden für die Nationalpark GmbH nicht eingetreten sei, wenn ein Tier in freier Wildbahn ums Leben komme. Im Zusammenhang mit zwei weiteren möglicherweise getöteten Luchsmännchen ermittelt weiterhin die Staatsanwaltschaft Steyr.

"Es sind bei uns weitere Verfahren anhängig", sagt Behördenleiter Guido Mairunteregg. Bisher sei allen Hinweisen dazu nachgegangen worden, die Ermittlungen hätten aber noch keine Ergebnisse gebracht, um das Verfahren erledigen zu können. "Wir wissen noch nicht, wer verantwortlich ist."

Einige der verschwundenen Tiere haben einen GPS-Peilsender getragen. Die Bewegungsprofile dieser Luchse wurden zwar von der Kriminalpolizei ausgewertet. "Der Verbleib der Luchse Klaus, Pankraz, Juro und Jago ist demnach noch immer ungeklärt", heißt es in einem Zwischenbericht der Kripo. 

 

Luchse in Österreich

Der eurasische Luchs ist eines der größten Landraubtiere in Europa. Luchse gehen in der Dämmerung bzw. in der Nacht auf die Jagd und ernähren sich von kleinen Säugetieren und Vögeln.

Durch den Verlust des natürlichen Lebensraums und Bejagung beträgt die Population in Österreich nur noch 20 bis 25 Exemplare.

In Oberösterreich darf der Luchs faktisch nicht gejagt werden, weil die Tiere ganzjährig unter Schonung stehen.
In einer Reichweite von 100 bis 150 Kilometern rund um den Nationalpark Kalkalpen lebten bisher 15 Tiere. Seit 2009 seien allerdings sechs Luchsmännchen spurlos verschwunden.

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