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Oberösterreich

Nach schwieriger Bergung droht „Linzer Auge“ endgültig das Aus

LINZ. Was genau das Hochwasser dem Linzer Auge in der Nacht auf Freitag „aufs Auge“ gedrückt hat, weiß bis dato keiner. Möglicherweise wurde die schwimmende Plattform von einem im Hochwasser treibenden Gegenstand gerammt, riss sich los und trieb davon.

Nach schwieriger Bergung droht „Linzer Auge“ endgültig das Aus

Gekentert und weggeschwemmt: Die Aussichtsplattform steckte bei der Schiffsanlegestelle in Urfahr fest. Bild:

Und das mit erheblichem Tempo, denn die Donaufluten erreichten eine Geschwindigkeit von fünfeinhalb Meter pro Sekunde. Die schnelle Fahrt der rotierenden Aussichtsplattform wurde nach gut 300 Metern jäh gestoppt: Das „Auge“ verhakte sich auf Urfahraner Seite an der Anlegestelle des Schaufelraddampfers „Schönbrunn“ beim Jahrmarktgelände. Durch das Leck an der Flanke war mittlerweile jede Menge Donauwasser eingedrungen, das machte das „Auge“ schwer wie nie: „Es wiegt derzeit mindestens hundert Tonnen“, sagte der Linzer Branddirektor Gerhard Greßlehner. Kein Wunder, dass es fast völlig in den fünf Meter hohen Fluten untertauchte.

Die Folge war ein Großeinsatz der Linzer Berufsfeuerwehr, der gestern fast den ganzen Tag dauerte. Die Feuerwehr hatte die Plattform mit drei Stahlseilen abgesichert. Dann begannen die Versuche, sie mit Hilfe dicker Seilwinden zu bergen. Zwei 70-Meter-Kräne standen bereit, um bei Bedarf „einzuspringen“. Anschließend sind die Gutachter an der Reihe: Die Beweissicherung wird laut Rudolf Kolbe, dem Präsidenten der Architektenkammer Oberösterreich, mehrere Tage dauern.

Die Schiffspolizei hatte das Gelände abgesperrt, dennoch drängten sich zahlreiche Schaulustige um das von einer Pechsträhne verfolgte „Nudelaug’“, das sich trotz aufwendiger Reparaturen nur einen Monat lang wirklich auf der Donau gedreht hat. Schon am Donnerstag früh war es aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Gestern war seine Lage prekär: „Wäre eines der Halteseile gerissen, wäre die Konstruktion unter der Schiffslege durchgezogen und von den Fluten mitgerissen worden,“, sagte Andreas Koch von der Berufsfeuerwehr Linz.

Rudolf Kolbe hatte nach der Hiobsbotschaft kurzfristig einen Auslandsurlaub abgebrochen, um bei der Bergung dabei zu sein. Die Kosten seien durch eine Haftpflichtversicherung gedeckt, sagte er und sprach der Berufsfeuerwehr für ihren raschen Einsatz seinen Dank aus. „Ich werde den Gremien jetzt vorschlagen, die Plattform nicht mehr an ihren Ort zurückzubringen!“, kündigte er sichtlich geknickt an.

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Artikel Von Alfons Krieglsteiner 05. Juni 2010 - 00:04 Uhr
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