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Oberösterreich

Nach dem Zeltunglück - Bangen um Verletzte

SANKT JOHANN AM WALDE. Zeltfest Frauschereck: Die tragischen Vorfälle in Saiga Hans haben bei Einsatzkräften und Festgästen Spuren hinterlassen

Nach dem Zeltunglück Bangen um Verletzte

Bild: Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger

Die Festwiese in der Ortschaft Frauschereck ist freigeräumt. Nichts erinnert mehr an die Tragödie von Saiga Hans. Bierbänke, Tische, Glasflaschen, Plastikbecher, Holzpfosten, Alupaneele, Zeltbauteile. Alles, was der Orkan innerhalb von wenigen Sekunden durch die Luft wirbelte und zerstörte, haben Feuerwehr und freiwillige Helfer noch am Wochenende emsig von der Grünfläche unweit des Feuerwehr-Zeughauses entfernt.

Jetzt beginnen die langfristigen Aufräumarbeiten, die im Inneren. Viele versuchen die traumatisierenden Erlebnisse mit Freunden und Familie zu bewältigen, spenden sich gegenseitig Trost. "Wir versuchen, mit unseren Kindern zu reden. Für unsere Töchter ist es schwer zu begreifen, was da passiert ist", sagt eine Einheimische, die gestern ein Treffen der Feuerwehr Frauschereck besuchte, bei dem ein Krisenteam der Bezirks-Feuerwehr Braunau bei der mentalen Aufarbeitung unterstützte.

Große Belastung für Helfer

"Dieser Vorfall war sehr belastend, besonders für die Feuerwehr, weil sie Veranstalter waren, weil viele von ihren Familienmitgliedern verletzt wurden und weil sie selbst im Einsatz waren", sagt Josef Zeilberger, Leiter der Stressverarbeitungseinheit. Diese ehrenamtliche Gruppe ist seit zwei Jahren intensiv im Einsatz, wie Josef Kaiser sagt. Der Bezirksfeuerwehrkommandant trägt selbst die tragischen, vielfach beschriebenen Bilder der Schreckensnacht in sich. An die kann sich eine 19-jährige Festbesucherin, die in Begleitung ihrer Freunde einen unbekümmerten Abend in Saiga Hans verbringen wollte, nicht mehr erinnern. "Die letzten Momente, die ich im Gedächtnis habe, waren vom Hinfahren zum Fest. Dann bin ich im Krankenhaus wieder zu mir gekommen", erzählt die junge Frau aus dem Bezirk Ried, die bei dem verheerenden Unfall schwere Kopfverletzungen erlitt.

"Ich hatte eine MRT-Untersuchung. Ich warte noch, wie es mit der Behandlung weitergeht. Es ist tragisch, aber es gibt andere, die hat es viel schlimmer erwischt." Wie einen 21-jähriger Braunauer, der Freitagnacht mit schweren Gesichts- und Schädelverletzungen ins Unfallkrankenhaus Salzburg eingeliefert wurde und dessen Familie nach einer Operation an seinem Krankenbett auf der Intensivstation auf seine Genesung hofft. Ihnen schließen sich auch viele Vereine aus Saiger Hans und Umgebung in Gedanken und Wünschen auf Online-Plattformen an.

Die Welle der Solidarität zeigt sich nicht nur in Botschaften. Sondern auch dadurch, dass viele Vereine ihre Veranstaltungen, die für die kommenden Wochen geplant gewesen wären, abgesagt haben.

"Wir sind zu tiefst betroffen und unendlich traurig, was am Freitag geschehen ist", schrieb die Theatergruppe Saiga Hans auf Facebook. Auch die Landjugend der beschaulichen 2000-Einwohner-Gemeinde, deren Bewohner in diesen Tagen noch enger zusammenrücken, drücken ihr Mitgefühl online aus: Das, was in der Nacht von Freitag auf Samstag passiert ist, ist mehr als tragisch." Und in die Meldungen mischen sich auch viele Dankesworte an die Einsatzkräfte – besonders die Feuerwehr Frauschereck: "Was die geleistet haben, war, trotz der Tragik, großartig", sagt Feuerwehrmann Josef Kaiser.

 

Augenzeugenbericht im Video: Beim Einsturz eines Festzeltes in Oberösterreich ist auch ein Musiker aus der Obersteiermark schwer verletzt worden. Im Skype-Interview schildert der Steirer die dramatische Situation.

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Artikel Valentina Dirmaier 22. August 2017 - 00:04 Uhr
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