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Oberösterreich

Nach Hochhausbrand: Wie gefährlich sind Ladegeräte und Akkus?

LINZ. Defektes Handy-Ladegerät löste Feuer in Linzer Wohnhaus aus – das sagen Experten.

Nach Hochhausbrand: Wie gefährlich sind Ladegeräte und Akkus?

In einer Wohnung eines Hochhauses in Linz löste ein defektes Handy-Ladegerät einen Brand aus. Bild: Kerschi

Vier Personen wurden verletzt, als es am Freitag im Krempl-Hochhaus im Linzer Stadtteil Spallerhof brannte. Alle Bewohner des 14-stöckigen Gebäudes mussten das Haus verlassen, Feuerwehr, Rettung und Polizei waren im Großeinsatz (die OÖN berichteten). Nun ist geklärt, was das Feuer in einer Wohnung im vierten Stock ausgelöst hat: Die Ursache war ein Defekt eines Handy-Ladegeräts.

Dies sei kein Einzelfall, wie Arthur Eisenbeiss, der Leiter der Brandverhütungsstelle Oberösterreich, erklärt: "Im Jahr 2017 hatten wir insgesamt 17 durch Akkus und Ladegeräte verursachte Brände, die zu einem Schaden von mehr als 2000 Euro geführt haben. Heuer sind es seit Jahresbeginn bereits 19 derartige Fälle." Die Dunkelziffer sei wahrscheinlich deutlich höher.

Mehr Geräte, mehr Brände

Die Zahl klinge zwar hoch, allerdings müsse man die Menge an Akkus und Ladegeräten bedenken, die in Verwendung seien, sagt Eisenbeiss: "Jede Person betreibt zahlreiche Akkus mit Handy, Laptop, Kamera, Rasenmäher, Zahnbürste, Fahrrad etc. So gesehen stellen die Geräte keine große Gefahrenquelle dar."

Die Ursache für den Anstieg der Fälle ist nicht bekannt. Ein Grund sei wahrscheinlich die wachsende Anzahl an Geräten. "Es könnte auch, aber das ist nur eine Vermutung meinerseits, mit den hohen Temperaturen zusammenhängen", sagt Eisenbeiss. "Lässt man Handys im Sommer lange im Auto, wo es mehr als 70 Grad heiß werden kann, kann das zu einer Ausdehnung des Gehäuses führen." Das könne Akkus beschädigen.

Nur unter Aufsicht laden

Das Risiko von Bränden erhöhe sich auch, wenn der Nutzer nicht die Original-Akkus und -Ladegeräte verwende, sondern nachgebaute Gegenstände, sagt Albert Riedl, der Leiter des Bereichs Feuerwehrtechnik der Berufsfeuerwehr Linz: "Die Geräte müssen genau aufeinander abgestimmt sein, weil jeder Akku einen bestimmten Ladestrom benötigt. Daher sollte man immer Originalteile verwenden."

Er rät auch dazu, elektrische Geräte nur unter Aufsicht laden zu lassen und nicht außer Haus zu gehen und sich zudem einen Brandmelder in der Wohnung zu installieren. Viele Menschen würden ihre Handys in der Nacht aufladen, wenn sie schlafen. Ein Brandmelder, der ausgelöst wird, wenn es raucht, kann schlimme Folgen verhindern. 

Sicherheitstipps für Ladegeräte

Arthur Eisenbeiss, Leiter der Brandverhütungsstelle OÖ, und Albert Riedl von der Linzer Berufsfeuerwehr geben Ratschläge zur Handhabung von Ladegeräten und Akkus.

Originalgeräte: Benutzen Sie stets Original-Ladegeräte und Original-Akkus. Akkus benötigen einen bestimmten Ladestrom. Sind die Geräte nicht aufeinander abgestimmt, kann das zu Schäden führen.

Kontrolle: Kontrollieren Sie die Akkus regelmäßig, auch solche, die Sie üblicherweise selten herausnehmen, wie jenen Ihrer Kamera. Ein Alarmzeichen ist es, wenn sich der Akku etwas wölbt. Er sollte nicht weiter verwendet werden. Das Gleiche gilt für beschädigte Akkus.

Aufsicht: Laden Sie Akkus nur unter Aufsicht und gehen Sie nicht weg. Das gilt besonders für Geräte mit höheren Ladeströmen wie E-Bikes.

Unterlage: Platzieren Sie Geräte auf nicht brennbaren Unterlagen.

Ausstecken: Stecken Sie nicht benutzte Ladegeräte aus, statt sie ständig in der Steckdose zu lassen.

 

 

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Artikel (wal) 14. August 2018 - 00:04 Uhr
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